Das Anschreiben

Mit diesem Teil der Bewerbung hat der ein oder andere Bewerber seine Probleme. Man möchte einen bleibenden Eindruck hinterlassen ohne dabei aufdringlich zu wirken. Das scheint auf den ersten Blick gar nicht so leicht. Damit das Anschreiben in Zukunft ein wenig leichter von der Hand geht, haben wir hier einige Tipps und Strategien für Sie. 

Versuchen Sie die Rolle eines Personalers einzunehmen. Sie haben wenig Zeit um anhand der Unterlagen möglichst passende Kandidaten auszuwählen. Sie lesen immer wieder die gleichen langweiligen Floskeln und auch sonst sind die Bewerbungen eher einfallslos. Ihre Chance mit prägnantem Satzbau und geschickter Wortwahl aus der breiten Masse hervorzustechen. Das Wichtigste ist ein passendes Anschreiben auf die entsprechende Stellenausschreibung. Verwenden Sie ein Anschreiben nie mehrfach!

Anrede

Wenn aus der Stellenanzeige ein konkreter Ansprechpartner hervorgeht oder Sie auf telefonischem Wege einen ausfindig machen konnten, so sprechen Sie Ihn oder Sie auch direkt in der Bewerbung an. Die allgemeine Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren...“ sollten Sie nur verwenden, wenn kein Ansprechpartner bekannt ist.

Einleitung

Ihr wird oft die wenigste Aufmerksamkeit geschenkt obwohl sie eine entscheidende Rolle im Anschreiben spielt. Personalverantwortliche haben oft nur wenige Minuten um eine Bewerbung zu beurteilen. Dementsprechend sollte die Einleitung keinesfalls langweilen. Herkömmliche Sätze wie „hiermit bewerbe ich mich...“ wirken einfallslos. Zudem sind sie noch überflüssig, da es ohnehin klar ist, dass sie sich durch Einsendung der Unterlagen auf die entsprechende Stelle bewerben. Ein Einstieg mit einer persönlichen Information ist interessanter und vermeidet Belanglosigkeiten, für die kein Personaler Zeit hat.

Dont’s Do’s
Hiermit bewerbe ich mich um. 
Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung gelesen…
Ich beabsichtige nach meinem Masterabschluss im Sommer in den Marketingbereich einzusteigen.
Nach mehreren Praktika in Großunternehmen strebe ich einen Perspektivwechsel an und möchte ein mittelständisches Unternehmen kennen lernen.
Hauptteil

Hier geht es konkreter um Ihre Person. In diesem Teil heben Sie Ihre sozialen Kompetenzen (die fachlichen Kompetenzen gehen bereits aus dem Lebenslauf hervor) und bisherigen Erfahrungen hervor. Hier gilt allerdings Klasse statt Masse. Fokussieren Sie sich auf diejenigen Erfahrungen, die genau zu der ausgeschriebenen Stelle passen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht einfach nur Behauptungen aufstellen, im Sinne von "ich bin teamfähig, arbeite zielorientiert und eigenständig". Wichtig ist vielmehr, dass Sie diese Behauptungen mit Erfahrungen untersetzen: Beschreiben Sie, in welchem Projekt / Praktikum / Nebenjob Sie bereits unter Beweis gestellt haben, dass Sie teamfähig sind sowie zielorientiert und eigenständig arbeiten können.

Im Hauptteil machen Sie außerdem deutlich welchen Mehrwert Sie für das Unternehmen bieten. Auch hier gilt: nicht einfach nur Behauptungen aufstellen, sondern formulieren, aufgrund welcher Erfahrungen bzw. nachweisbar erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen Sie einen Mehrwert für das Unternehmen bieten. Der Bezug zwischen Ihrem beruflichen Werdegang und der ausgeschriebenen Stelle sollte in diesem Teil der Bewerbung deutlich werden.

 

Do'sDon'ts
Stellen Sie ihre bisherigen Erfolge und Erfahrungen ausreichend dar. Beschreiben Sie konkrete Projekte und die dazugehörigen Aufgaben genau und vor allem passend zur Stellenausschreibung.Aufzählung der bisherigen Stationen im beruflichen Werdegang.
Stellen Sie den Bezug zum Stellenangebot klar und deutlich her. Argumentieren Sie aus Sicht des Unternehmens.Sie gehen in ihrer Bewerbung nur auf ihre eigene Person ein und vernachlässigen das Unternehmen.
Aus Ihren Formulierungen wird deutlich, dass die vakante Position eine logische Fortführung Ihres Werdegangs darstellt.Sie führen Ihre Kompetenzen und Qualifikationen nicht passend zum Unternehmen und der Stelle auf!
Schlussteil

Ein höflicher Abschluss rundet ein gelungenes Anschreiben ab. Hier können Sie sich für das Interesse bedanken und eventuell, falls gefordert, auch ihre Gehaltsvorstellung nennen. Den frühest möglichen Einstellungstermin können sie hier ebenfalls angeben. Eine passende Grußformel und die eigene Unterschrift beenden das Anschreiben.

Tipps zum Ausdruck

Keine einfallslosen Floskeln! 

Dont’s Do’s
Zu meinen Stärken zähle ich, neben meinem Engagement auch Teamfähigkeit und Flexibilität. Während meines Praktikums bereiteten meine internationalen Kollegen und ich einen Workshop für unseren Kunden vor. Die gemeinsame Planung und Organisation dieser Veranstaltung hat mir großen Spaß gemacht. 

Konkreter Bezug zum Unternehmen anstelle von Schmeicheleien!

Dont’s Do’s
Ihr Unternehmen konnte sich in den vergangenen Jahren als Marktführer etablieren und zählt zu den Umsatzstärksten in der Automobilbranche. Meine Praktika bei verschieden Zulieferfirmen für Autoteile gaben mir Einblick in die Branche. Nun interessiert mich die gesamte Prozesskette, insbesondere die Managementabteilung Ihres Unternehmens.

Meiden Sie Substantivierungen! Verwenden Sie einen aktiven Sprachstil mit vielen Verben – Das wirkt spannender!

Dont’s Do’s
Zu meinen Aufgaben zählen neben der Kundenbetreuung,  die Neukundengewinnung, die Implementierung eines neuen Qualitätsmanagementsystems und die Evaluation der einzelnen Entwicklungsprozesse. Zu meinen Aufgaben gehört es neue Kunden zu aquirieren und diese zu betreuen. Zusätzlich verantworte ich die Einführung eines neuen Qualitätsmanagementsystems und evaluiere die damit einhergehenden Prozesse.

Im Internet findet Sie viele nützliche Anregungen, die beim Erstellen einer Bewerbung hilfreich sein könnten. Auf Link zu einer externen Seite Lebenslauf.com werden Vorlagen und Muster auch für Anschreiben bereitgestellt, die Ihnen eine erste Orientierung bieten können. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Vielleicht hilft Ihnen eines unserer Seminare oder der monatliche Bewerbungsmappencheck am Campus Cottbus oder Campus Senftenberg weiter?