innovativ/reproduktiv - Architektur zwischen Erfindung und Kopie

Dozent: Vertr.-Prof. Dr.-Ing. Gernot Weckherlin
Zeit:
Di. 9.30–13.00 Uhr
Raum:
LG 2B, BU 17

Architektur zwischen Erfindung und Kopie

Innovation ist das Credo aller Kreativen. Dass Architektur nur selten innovativ sei, dürfte deshalb eine fast ehrenrührige Behauptung sein. Ist nicht jeder Entwurf stets neu, auf Verbesserung einer räumlichen Situation ausgerichtet? Den Mitgliedern des „Supercreative Core“ der „Creative Class“ (Richard Florida) scheint die Liebe zum Neuen ja gewissermaßen angeboren.

Doch in diesem Semester wollen wir die Frage einmal genauer stellen, ob Innovation zumindest in der Architektur vielleicht nur eine inhaltsleere Behauptung darstellt.

Warum wird heute um Innovation in der Architektur (und anderswo) nur so viel Aufhebens gemacht? 

Auf welchen Gebieten findet Innovation in der Architektur, zu welcher Zeit und aus welchen Gründen statt, oder eben auch nicht? Wie verlaufen Innovationsprozesse in welchen Sektoren? Wie ist ihr Zeitmaß? Warum werden sie als „schnell“ oder „träge“ bezeichnet?

Und wie verhält sich Innovation zu ihrer „anderen“ Seite, dem ihr vorgängigen ökonomischen Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ (Joseph Schumpeter)?

Erstaunlicherweise feiern aktuell in der Architektur kaum innovative Reproduktionen bis hin zu städtebaulichen Ensembles des 18. Jahrhunderts fröhliche Wiedergeburt zur Freude eines großen Publikums das unlängst eine Rekonstruktion zum „Gebäude des Jahres 2016“ wählte?

Und war nicht Jahrhunderte lang schon das Erlernen der Baukunst gegründet in der guten Praxis von Kopie und Nachahmung? Ist die Frage von Wolfgang Sonne falsch gestellt: „Ist Innovation immer gut?“

Teilnahme/ zu erbringende Leistungen:
Die Veranstaltung besteht aus einem Vorlesungs- und Seminarteil. Zu erbringende Leistungen:

  1. Seminarteilnahme und Seminararbeit in Form einer mündlichen Präsentation und schriftlicher Ausarbeitung. Beide Leistungen müssen erbracht werden. Eine Prüfungszulassung ohne Seminarteilnahme ist nicht möglich und sinnvoll.

  2. Klausur schriftlich zu den Themen des Seminars

  3. Teilnahme an 2 Exkursionen (Freitags und Samstags oder nach Vereinbarung im Kurs)