Laufende Projekte

Die ehemalige Heeresversuchsanstalt Peenemünde

Conservation Management Plan

Die Heeresversuchsanstalt Peenemünde wurde 1936/37 auf Betreiben von Wernher von Braun auf der Insel Usedom errichtet, um Raketen für die Wehrmacht zu entwickeln und vor Ort testen zu können. Dies war auf dem seit 1932 genutzten Testgelände, der Heeresversuchsstelle Kummersdorf, aufgrund der geografischen Nähe zu Berlin nicht mehr möglich gewesen.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Heeresversuchsanstalt Peenemünde 1940/41 erweitert und es wurden die sogenannten „Vergeltungswaffen“ V1 und V2 entwickelt. Besondere Aufmerksamkeit kam dabei auch nach dem Krieg der V2 zu, die unter dem Namen 'Aggregat 4' konstruiert wurde. Hierbei handelt es sich einerseits um das erste von Menschen erbaute Objekt, das am 3. Oktober 1942 den Weltraum erreichte - zum anderen aber auch um eine Waffe, die die Nationalsozialisten nach ihrer Entwicklung unter todbringenden Bedingungen von Häftlingen fertigen und 1944/45 hauptsächlich gegen London, Antwerpen und weitere Städte entlang der Atlantikküste einsetzen ließen.

Heute stellt die ehemalige Heeresversuchsanstalt eine Landschaft mit Ruinen und Betonresten dar. Der Lehrstuhl Denkmalpflege hatte im Oktober 2010 den Auftrag erhalten, diese verbliebenen Überreste zu dokumentieren und gemäß ihrer historischen Bedeutung und dem heutigen Zustand zu bewerten. Der daraus entstandene Conservation Management Plan soll helfen, den weiteren Umgang mit dem Gelände für die Zukunft festzulegen.

Bearbeiter:

Prof. Dr. Leo Schmidt
Dr. Antje Mues
Daniela Behnke M.A.
Dipl.-Ing. (FH) Uta Mense M.A.
Elaheh Sarrafi M.Sc. Arch.

Studentische Mitarbeiter:

Sabrina Kolar, Ksenia Mitasova, Robert Wohlfeil, Daniel Wolff

Im Rahmen des Peenemünde-Projektes wurde im Sommersemester 2011 das Studentenprojekt „Raketenprüfstand VII in Peenemünde: Zwischen Technikbegeisterung und Nazi-Horror“ durchgeführt.

Uta K. Mense verfasst ihre Dissertation zum Thema „Sperrgebiet Peenemünde. Denkmal zwischen Glorifizierung und Grauen“.

Hopetoun House

Das Projekt ,,Hopetoun House. Kommunikation der Generationen: Bau-, Umbau- und Gestaltungsprozesse als Indikatoren für sich ändernde Wertvorstellungen und sozialen Status" wird seit August 2008 in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Baugeschichte und mit der finanziellen Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung bearbeitet.

Hopetoun House liegt nordwestlich von Edinburgh und ist eines der prominentesten Country Houses in Schottland. Grund dafür sind das hohe Ansehen der für den Bau und Umbau beauftragten Architekten als auch Macht und Einfluss der Besitzer des Hauses. 1699 von Sir William Bruce erbaut, wurde das Landhaus bereits 20 Jahre nach seiner Fertigstellung unter dem selben Bauherrn zum Teil abgerissen und in größerem Stil unter der Leitung William Adams und seiner berühmten Söhne wieder errichtet.

Zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert entstanden Tausende Landschlösser, die als Sitz aristokratischer Großgrundbesitzer fungierten. Die Elite definierte sich über diese Landsitze, die als Gesamtkunstwerk auch eine mediale Funktion hatten, indem sie nach geltenden Ritualen gesellschaftlich genutzt wurden und einen hohen Stellenwert innerhalb der aristokratischen Kommunikation inne hielten.

Am Beispiel von Hopetoun House soll gezeigt werden, wie derartige Häuser seit ihrer Fertigstellung in signifikanter Weise mehrfach umgestaltet und an aktuelle Bedürfnisse angepasst worden sind. Die Geschichte der baulichen Veränderungen bei gleichzeitiger Kontinuität und bei gleich bleibender Nutzung macht Hopetoun House zu einem idealen Referenzobjekt für die gesamte Gattung.

Ziel ist es, ein komplexes Entwicklungsmodell von Hopetoun House zu erarbeiten, welches die Grundlage architektur- und sozialgeschichtlicher Analysen bildet. Dazu werden Pläne, historische Zeichnungen und Fotos genauso erfasst und ausgewertet wie die schriftlichen Quellen, die sich in einem Privatarchiv befinden. Mittels Handaufmaß, elektronischen Messmethoden und Befunddokumentation werden Änderungen am Gebäude ermittelt.

Im Rahmen der Untersuchung erwarten die Projektleiter Erkenntnisse über die Hintergründe und Motivationen des Entstehungs- und Wandlungsprozesses des Gebäudes, insbesondere darüber, wie diese durch Änderungen des Architekturverständnisses sowie durch veränderte Vorstellungen von Nutzung, Komfort und Repräsentation geprägt wurden.
 

Bearbeiter:

Prof. Dr. Leo Schmidt
Prof. Dr. Klaus Rheidt
Dipl.-Ing. Asita Farnusch