Kirchen zwischen mittlerer Elbe und Bober. Untersuchungen zu Aspekten der Bodendenkmalpflege und Baugeschichte.

Spätromanische Kirche zu Waltersdorf bei Luckau (Foto: Markus Agthe)
Ausgrabungen an der 1993 gesprengten und inzwischen überbaggerten Kirche zu Wolkenberg bei Spremberg (Foto: Markus Agthe)

Dipl.-Prähist. Markus Agthe

Das im Dissertationsvorhaben "Kirchen zwischen mittlerer Elbe und Bober. Untersuchungen zu Aspekten der Bodendenkmalpflege und Baugeschichte" betrachtete Arbeitsgebiet umfasst im Wesentlichen den historisch überlieferten Archidiakonat Niederlausitz des Bistums Meißen nach dem Stand der so genannten Meißener Bistumsmatrikel von 1495. Es erstreckt sich über den Süden des heutigen Bundeslandes Brandenburg sowie Teile von Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im Osten schließt es Gebiete der Republik Polen bis an den Bober mit ein.

Die hauptsächliche Grundlage der Arbeit bilden die zahlreichen, in den letzten fünf Jahrzehnten durchgeführten archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen in und an Kirchen. Diese sind in einem Katalog ebenso erfasst wie die historischen und kunstgeschichtlichen Grunddaten der über 600 Kapellen, Dorfkirchen, Stadtkirche und Klosterkirchen des Arbeitsgebietes.

Fragen der bodendenkmalpflegerischen Praxis wie Ausgrabungsmethodik und -technik stehen am Beginn der auswertenden Darstellungen. Es erfolgt sodann eine Zusammenfassung der durch die Untersuchungen erzielten Ergebnisse und eine Auswertung der baugeschichtlichen Entwicklung des Kirchenbestandes. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf archäologisch und durch erhaltenen Bauteile nachgewiesene mittelalterliche Holzkirchen gerichtet. Abschließend steht eine Analyse der historischen Überlieferung bezüglich der Kirchen im Mittelpunkt der Ausführungen. Im Ergebnis soll ein Beitrag zur Aufhellung der im 10. Jahrhundert beginnenden Entwicklung der kirchlichen Organisation geleistet werden.

Herr Agthe hat seine Dissertation im Februar 2015 erfolgreich verteidigt.