Grenzüberschreitende Maßnahmen zur Vertrauensbildung

Small Project Fund (SPF) in der Euroregion Spree-Neiße-Bober

für das Operationelle Programm der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der „Europäischen Territorialen Zusammenarbeit“

Projekt Poster

Projekttitel : VERTRAUEN ÜBER DIE GRENZEN HINAUS - GRENZÜBERSCHREITENDE MASSNAHMEN ZUR VERTRAUENSBILDUNG

Ziel des Projektes

Das Ziel des Projektes ist die Evaluation der Euroregion Spree-Neiße-Bober als jener Institution, die die deutsche und polnische Bevölkerung im Grenzgebiet integriert sowie die Identifizierung von Faktoren, die die Vertiefung der Integration und des gegenseitigen Vertrauens befördern können.

Zusammenfassung des Projektinhaltes

Das Projekt hat Forschungscharakter. Der Projektgegenstand wird die Untersuchung der Tätigkeit der Euroregion Spree-Neiße-Bober (SNB) sein. Die direkten Adressaten des Projektes sind die an der grenzübereschreitenden Zusammenarbeit im Gebiet der untersuchten Euroregion interessierten natürlichen und juristischen Personen (Vertreter lokaler öffentlicher Institutionen, Politiker, Vereinsmitglieder, Unternehmer, Mitarbeiter der Geschäftsstellen der Euroregion und Teilnehmer der durch die ETZ kofinanzierten Projekte. Die Teilnehmer des vorliegenden Projektes sind die das Projektteam bildenden Wissenschaftler der Universität Zielona Góra und der BTU Cottbus sowie die in die  Untersuchung einbezogenen Personen im deutschen und polnischen Teil der Euroregion (insgesamt ca. 900 Personen).

Das Projekt soll einen Beitrag zur Beantwortung der Frage leisten, inwieweit und durch welche Maßnahmen die Euroregion SNB zur Initiierung und Stärkung von Prozessen der Vertrauensbildung und der Integration im deutsch-polnischen Grenzgebiet beiträgt.

Der theoretische Ansatz besteht darin, die intendierten bzw. erwarteten und die tatsächlichen realisierten Funktionen der spezifischen und relativ neuen Institution Euroregion (an einem ausgewählten Beispiel) zu miteinander in Beziehung zu setzen (Soll-Ist-Vergleich).

Die thematischen Schwerpunkte beziehen sich auf folgende Fragen und Bereiche:

  • Bestimmung der Rolle von maßgeblichen Akteuren bei der Gründung und in der Tätigkeit der Euroregion SNB,
  • Erhebungen hinsichtlich des Kenntnisstandes und der Einstellungen der Einwohner zur Tätigkeit der Euroregion SNB,
  • Ermittlung des Umfangs und des Charakters der grenzübereschreitenden Zusammenarbeit sowie Bestimmung von wesentlichen Erfolgsfaktoren,
  • Inwieweit und in welchem Umfang tragen die durch die Euroregion kofinanzierten Projekte zur Kontaktaufnahme, zur Herstellung von Verbindungen und zum Aufbau von gegenseitigem Vertrauen zwischen Deutschen und Polen bei?

Im Rahmen des Projektes werden empirische Daten erhoben und ausgewertet sowie Schlussfolgerungen gezogen, die für die Vervollkommnung der Projekte und Maßnahmen im Rahmen der Euroregion genutzt werden können.

Das Endergebnis des Projektes wird ein Forschungsbericht mit den gesammelten Daten zur Tätigkeit der Euroregion SNB sein, die für die Initiierung und Stärkung von Integrationsprozessen im deutsch-polnischen Grenzgebiet, deren Bewertung und für das Ableiten von Schlussfolgerungen herangezogen werden können.

Projektinhalt

Auch nach 20 Jahren des Bestehens gibt es keine umfassende und vertiefte wissenschaftliche Monografie über die Euroregion Spree-Neiße-Bober, die ihr Potential und die erreichten Leistungen widerspiegeln und dokumentieren sowie die Integrationsfunktion unterstreichen würde. Das Projekt „VERTRAUEN ÜBER DIE GRENZEN HINAUS - GRENZÜBERSCHREITENDE MASSNAHMEN ZUR VERTRAUENSBILDUNG“ stellt einen Versuch dar, diese Lücke zu schließen. Die Umsetzung des Projektes wird für alle an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Interessierten vorteilhaft sein, weil sie die Bedingungen, den Verlauf und die Folgen der bisherigen Aktivitäten der SNB umfassend dokumentieren wird.

Das Projekt geht aufgrund der bisherigen Forschungen über die Institution „Euroregion“ von folgenden Annahmen aus:

  1. Über die Institution „Euroregion“ liegt zwar eine recht umfangreiche Literatur vor, jedoch fehlt es an Forschungen mit einem vertieften, interdisziplinären Charakter, deren Ziel die Bestimmung der Rolle von Euroregionen in grenzüberschreitenden Integrationsprozessen wäre.
  2. Die Euroregion Spree-Neiße-Bober wurde bisher keiner umfassenden Untersuchung unterzogen, in denen die Perspektive aller sozialen Akteure (Projektautoren, Projektteilnehmer, lokale Verwaltungen, Kommunalpolitiker, Einwohner, Mitarbeiter der Geschäftsstellen) berücksichtigt würde.
  3. Die bisherigen Forschungen in den Grenzgebieten, darunter auch im deutsch-polnischen Grenzgebiet, beruhten kaum auf Theorien des sozialen Vertrauens und der Soziologie des Alltags.

Die Bearbeiter des Projektes beabsichtigen, die vorliegenden Ergebnisse von sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungen im genannten Umfang zu erweitern, indem sie im Ergebnis dieser Forschungsarbeit den vorgefundenen Wissensbestand um neue Elemente bereichern. Dadurch werden die Adressaten des Projektes zusätzliche theoretische und praktische Ansatzpunkte für weitere Aktivitäten erhalten.

Das Projekt hat auch eine wichtige Bedeutung in Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Wissenschaftlern aus Deutschland und Polen. Die Unterschungen werden auf der Basis gemeinsam erstellter Annahmen durchgeführt und die Ergebnisse der Forschung werden in einen gemeinsamen Abschlußbericht münden. Die in diesem Projekt gesammelten Erfahrungen werden eine Grundlage für die weitere, vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Universitäten in Cottbus und Zielona Góra sein.

Begründung der Notwendigkeit des Projektes

Die Umsetzung des Projektes „Vertrauen über die Grenzen hinaus - grenzüberschreitende Maßnahmen der Vertrauensbildung“ wird folgende Nutzeffekte mit sich bringen:

  1. Erweiterung und Verbreitung des Wissens um die Tätigkeit der Euroregion Spree-Neiße-Bober.
  2. Bestimmung des Entwicklungsstandes des Verhältnisses zwischen Deutschen und Polen im Grenzgebiet.
  3. Untersuchung der Beziehungen zwischen der Tätigkeit der Euroregion und dem Stand des Verhältnisses zwischen Deutschen und Polen, darunter auch die Ermittlung des Niveaus und der Faktoren für gegenseitiges Vertrauen.
  4. Ableitung von Schlußfolgerungen für die Planung von Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen.
  5. Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern aus Cottbus und Zielona Góra.

Die wichtigsten Aktivitäten im Rahmen des Projektes sind:

  1. Erarbeitung der theoretischen Grundlagen und der Annahmen für die Forschung.
  2. Entwicklung von Forschungsmethoden, -techniken und -instrumenten.
  3. Vorbereitung auf die Vor-Ort-Erhebungen.
  4. Vor-Ort-Erhebung (Interviews, Fragebögen).
  5. Analyse, Auswertung und Interpretation der gesammelten Daten.
  6. Erstellung und Veröffentlichung des Abschlußberichts.
Zielgruppen des Projektes

Die wesentlichen Zielgruppen des Projektes sind:

  1. Einwohner der Euroregion Spree-Neiße-Bober.
  2. Führende Persönlichkeiten in der Region.
  3. Mitarbeiter der Geschäftsstellen der Euroregion SNB.
  4. Autoren und Teilnehmer des Projektes.

Unter Berücksichtigung des Gebietes der Euroregion und deren Einwohnerzahlen auf beiden Seiten der Grenze wurde das Prinzip einer proportionalen Teilnahme der Forscher und der an der Forschung beteiligten Personen im deutschen und polnischen Teil angewandt.

Gemeinsame Durchführung

Die Idee des Projektes ist Ergebnis der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Universität Zielona Góra und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Alle Maßnahmen im Rahmen des Projektes wurden bei gemeinsamen Treffen am Institut für Soziologie an der Universität Zielona Góra, an der BTU und am Sitz der Euroregion SNB in Gubin abgestimmt.

Das Projekt wird im Rahmen der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Universität Zielona Góra und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus umgesetzt. Die Zeitdauer des Projektes wurde für beide Partner vom 10.08.2012-30.09.2013 festgelegt. Zu den Hauptaufgaben im Rahmen des Projektes gehören:

  • Analyse der Idee und des Gründungsprozesses der Euroregion SNB;
  • Durchführung von Umfragen unter den Einwohnern der Euroregion und den lokalen führenden Akteuren zum Thema Wissen und Meinungen über die Euroregion SNB;
  • Analyse der Projekte, die im Rahmen der Euroregion SNB stattfand und stattfinden;
  • Vorlage eines Forchungsberichtes.

Die genannten Aufgaben werden im gesamten Gebiet der Euroregion SNB durchgeführt. Die polnischen Partner sind verantwortlich für die technische Vorbereitung des Projektes, für die Betrachtungen zur Idee und zum Gründungsprozeß der Euroregion, sowie für die Durchführung der empirischen Forschung auf der polnischen Seite. Parallel werden die deutschen Partner die Forschungen auf der deutschen Seite der Euroregion durchführen und die Analyse der Bestandsaufnahme zur Idee und Gründung der Euroregion vornehmen. Das gemeinsame Ergebnis wird die Erstellung des Forschungsberichtes sein.

Gemeinsames Personal

Das Projektteam besteht aus den Bediensteten der Universität Zielona Góra: Dorota Bazuń, Joanna Frątczak-Müller; Mariusz Kwiatkowski, Anna Mielczarek-Żejmo; Magdalena Pokrzyńska und den Bediensteten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, vertreten durch Steffen Groß.

Koordinator des Projektes auf der deutschen Seite ist Steffen Groß und auf der polnischen Seite Mariusz Kwiatkowski.

Durch gemeinsame Aktivitäten im Rahmen des Projektes wird folgende Wirkung in Hinblick auf die Vertiefung der Zusammenarbeit erreicht:

  1. Austausch von Informationen zur Organisation der Forschungsarbeit in den beiden Ländern.
  2. Austausch von Informationen zu Forschungsthemen und -ergebnissen der durch die beiden Partner betriebenen wissenschaftlichen Arbeit.
  3. Vereinbarung einer Liste von möglichen Forschungsthemen, die im Rahmen der weiteren Zusammenarbeit bearbeitet werden könnten.
  4. Erweiterung der zusammenarbeitenden Personenkreise um weitere Wissenschaftler und Studierende.
Die Partner beabsichtigen, die Zusammenarbeit in folgenden Formen fortzusetzen:
  1. Der Forschungsbericht wird zu einer zweisprachigen Buchpublikation erweitert.
  2. Zu den Ergebnissen der Forschung wird eine gemeinsame wissenschaftliche Konferenz organisiert.
  3. Für Studierende der beiden Universitäten wird ein Programm zur Zusammenarbeit vorbereitet.
  4. Weitere Forschungsprojekte werden vorbereitet.