Fachübergreifendes Studium

  • Die Komplexität des Fachübergreifenden Studiums sollte der Vielfalt der Anforderungen angepaßt sein, fordert die „Empfehlung des Vereins Deutscher Ingenieure zur Integration fachübergreifender Studieninhalte in das Ingenieurstudium” (Düsseldorf 1990)
  • Mittels des Fachübergreifenden Studiums kann ein Systemdenken und der Blick für das Ganze gefördert werden, dies wiederum fördert interdisziplinäres Verständnis und ist auch geeignet, das Studium zu rationalisieren. Damit wird ein Beitrag geleistet, mit der Zunahme des Wissens und der Anforderungen in der künftigen Berufswelt umzugehen.
  • Es geht darum, Grundlagenwissen über ökologische und gesellschaftliche Bedingungen und -Folgen der Technisierung, Kenntnisse über die normativen Einflüsse technischen Handelns zu vermitteln und die Fähigkeit für den interdisziplinären und öffentlichen Dialog über Chancen und Risiken technischer Projekte zu entwickeln.
  • An dieser Anforderung ändert sich auch nichts durch die aktuelle Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master.

Die Ausgestaltung und Durchführung der Fachübergreifenden Lehrveranstaltungen sind in den Prüfungs- und Studienordnungen der jeweiligen Studiengänge enthalten.

Für die Durchführung der Aufgaben von Forschung und Lehre wurde das Zentrum für Technik und Gesellschaft im Jahr 1993 gegründet. Es umfasste die Lehrstühle des fächerübergreifenden Studienangebotes an der BTU Cottbus (Technikgeschichte, Technikphilosophie, Industriesoziologie, Interkulturalität, Arbeitswissenschaften, Betriebliche Bildung, Baugeschichte, Bautechnikgeschichte, Kunstgeschichte und Denkmalpflege) und hatte die Aufgabe:

  • interdisziplinär angelegte Forschungsprojekte im Bereich der mensch- und umweltgerechten Technikgestaltung sowie der technikhistorischen und philosophischen Forschung durchzuführen
  • einen interdisziplinären Dialog zu initiieren und zu gestalten
  • den Dialog mit der Öffentlichkeit über Reichweite und Potential von Wissenschaft und Technik zu führen
  • kulturelle Veranstaltungen zu unterstützen

Die Funktion des Lehrstuhls für Technikphilosophie läßt sich im Rahmen des Fachübergreifenden Studienangebots so umreißen:

  • Technikphilosophie und damit Philosophie ist Wahlpflichtfach - zu Philosophie kann man niemanden zwingen.
  • Neben technikphilosophisch spezifischen Themen bietet der Lehrstuhl regelmäßig Einführungen in die Ethik (systematisch und historisch), in die Geschichte der Philosophie und in die Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts an. Dies stellt ein allgemeines Orientierungsangebot dar.
  • Durch die Wahlmöglichkeiten und die Verteilung der ca. 12 Semesterwochenstunden des fachübergreifenden Studiums ist die Zusammensetzung der Hörerschaft in den Veranstaltungen der Technikphilosophie hinsichtlich der Semesterzahl der fachlichen Provenienz (Studiengänge) und der Vorkenntnisse heterogen. Dies mag als ein Nachteil empfunden werden, wenn man an einen curricularen Aufbau denkt, kann aber auch eine Chance für die neue Gestaltung solcher Lehrveranstaltungen sein.