Semesterübersicht

Seminar Wissenschaftstheorie, Logik, Naturphilosophie (518111)

Verpflichtend

Lehrperson

Dr. Suzana Alpsancar

Termin

Mi 09:15 - 10:45, A/B Woche, ab 05.04.2017, ZB VI / ZB VI.01

SWS

2.0

Studiengänge

  • Kultur und Technik Bachelor (1. - 6. Semester) / Modul 2-4: Wissenschaftstheorie, Logik, Naturphilosophie
  • fachübergreifend (1. - 10. Semester) / Modul: Technik- und Kulturphilosophie

Lehrinhalt

Sir Karl Popper trieb in seiner "Logik der Forschung", ähnlich wie die Vertreter des Wiener Kreises, das Problem eines Demarkationskriteriums um, mit dem sich Wissenschaft eindeutig von anderen Systemen abgrenzen lässt, etwa von Religion und Kunst oder auch dem sogenannten Alltagsverstand. Woher wissen wir, ob eine Theorie wissenschaftlich ist oder nicht? Nach welchen Kriterien können wir die Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen bewerten? Popper diskutiert diese prinzipiellen Fragen in allgemeiner Hinsicht, indem er die Logik des Forschens untersucht. Seine Logik des Forschens grenzt er dabei vehement von konventionalistischen oder psychologistischen Begründungsversuchen des Forschens ab. Zentrale Probleme, die wir mit Popper diskutieren werden sind die Frage nach der Bestätigung von Theorien (Verifikation und Falsifikation), nach dem Verhältnis von Genese und Geltung und dem Problem der Erfahrungsgrundlage (Protokollsätze, Basissätze), dem Verhältnis von Theorie und Experiment sowie dem Begriff der Wahrscheinlichkeit. Nicht nur die moderne Physik, auch Wissenschaften wie die Psychologie und die quantitative Sozialforschung (z.B. in Ökonomie und Soziologie) arbeitet mit Wahrscheinlichkeitserwägungen - und Aussagen und Popper meint, eine logische Interpretation des Wahrscheinlichkeitsbegriffes geben zu können. Poppers Kritischer Rationalismus gehört zur klassischen Wissenschaftstheorie, die vermehrt ab den 1970er Jahren vor allem durch die Wissenschaftssoziologie, Historische Epistemologie und den Science and Technology Studies in Frage gestellt wurden. Häufige Vorwürfe waren hier, dass die klassische Wissenschaftstheorie a) Wissenschaft als Einheit behandle, ohne auf die verschiedenen Wissenskulturen und ihren jeweiligen Besonderheiten Rücksicht zu nehmen, dass sie auf der Unterscheidung von Genese (context of discovery) und Geltung wissenschaftlicher Aussagen beharre und somit den Einfluss der historischen, soziokulturellen Kontexte des Forschens (Wissensstile, Labore, Instrumente) gnadenlos unterschätze. Im Seminar werden wir Poppers Logik auch vor diesem Hintergrund diskutieren und einzuschätzen versuchen, warum er Theorie als Systeme von Aussagen versteht und damit die sprachliche Form von Wissenschaften im Fokus steht und warum und in welcher Hinsicht genau er auf der Unterscheidung von Genese und Geltung beharrt. Das Seminar bietet somit auch eine Einführung in die Wissenschaftstheorie und ihre zentralen Fragestellungen.Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit3 credits

Literatur

Grundlagentext: Popper, Karl (1935): Logik der Forschung, Wien: Springer. Als einführende und begleitende Lektüre sei empfohlen: Chalmers, Alan F. (2006): Wege der Wissenschaft. Einführung in die Wissenschaftstheorie, Berlin u.a.: Springer. Poser, Hans (2012): Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung, 2. Aufl., Stuttgart: Reclam. Schurz, Gerhard (2011): Einführung in die Wissenschaftstheorie, 2. Aufl., Darmstadt: WBG.

Erwartete Teilnehmer

10

Module

  • Wissenschaftstheorie, Logik und Naturphilosophie (13320)
  • Technik- und Kulturphilosophie (13117)

Vorlesung Aristoteles, Metaphysik (518112)

Verpflichtend

Lehrperson

Dr. Suzana Alpsancar

Termin

Mi 11:30 - 13:00, A/B Woche, ab 05.04.2017, LB 4B / B3.20

SWS

2.0

Studiengang

Kultur und Technik Bachelor (1. - 6. Semester) / Modul 5-1: Philosophie- und Ideengeschichte

Lehrinhalt

Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.), Schüler Platons und Lehrer Alexander des Großen, gilt als einer der großen Denker des antiken Griechenlandes und der Philosophiegeschichte überhaupt. Im Mittelalter lange unangefochtene Autorität, verwirft die Neuzeit viele seiner grundlegenden, vor allem naturphilosophischen und metaphysischen Gedanken und das 20. Jahrhundert entdeckt ihn vor allem als Tugendethiker wieder (Neo-Aristotelismus). Es war sein römischer Herausgeber Andronikos von Rhodos, der den Ausdruck "Metaphysik" erfand und zum Titel der Bücher machte, in denen Aristoteles über die Erklärbarkeit der Welt nachdenkt. Er stellt die kühne These auf, es gäbe ein geschichts- und sprachunabhängiges Wissen und ist davon überzeugt, Menschen streben von Natur aus zum Wissen. Die intellektuelle Kompetenz, die er in diesen Büchern untersucht, ist die sophia (Weisheit), verstanden als ein Können, welches bis zur Meisterschaft getrieben wird und deswegen hohe Wertachtung verdient. Diese Meisterschaft im Wissen wird durch die intellektuelle Kompetenz der theoria ausgeübt und behandelt diejenigen Prinzipien, die allen Wissenschaften gemeinsam sind. Als solche Prinzipen werden u.a. die Begriffe der Substanz, des Prinzips, der Ursache, des Element, der Natur, der Notwendigkeit, dem Einen und dem Sein diskutiert – Begriffe die heute (teilweise) als Denknotwendigkeiten verhandelt werden. Die Metaphysik ist in diesem Sinne auch Grundwissenschaft oder Fundamentalphilosophie (Descartes spricht von prima philosophia) und hat in der Moderne einen schweren Stand. Kant hält sie für unmöglich, Nietzsche, der Wiener Kreis und viele Autoren im 20. Jahrhundert sehen in ihr irreleitendes Blendwerk und der Ausdruck "metaphysisch" bekommt eine pejorative Bedeutung. Nicht zuletzt um diese Abgrenzungen verstehen und einschätzen zu können ist eine genaue Kenntnis dieses Klassikers unerlässlich. Der Lektürekurs setzt voraus, den jeweiligen Textabschnitt vor den Sitzungen gelesen zu haben. Doch da man einen herausfordernden Text wie Aristoteles Metaphysik mehrmals, auch Zeile für Zeile lesen muss, werden wir immer wieder gemeinsam bestimmte Abschnitte im Seminar lesen und hierbei auch verschiedene Lesetechniken der Philosophie einüben. Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit3 credits

Literatur

Textgrundlage: Aristoteles (2010): Metaphysik, übers. von Hermann Bonitz, neu hrsg. von Ursula Wolff, 6. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowolht. Zur einführenden und begleitenden Lektüre empfohlen: Höffe, Ottfried (2006): Aristoteles, 3. Aufl., München: Beck. Rapp, Christof (2014): Klassiker Auslegen Bd. 4: Aristoteles: Metaphysik. Die Substanzbücher (Zeta, Eta, Theta), 2. Aufl., Berlin: Akademieverlag. Rapp, Christof (2016): Metaphysik. Eine Einführung, München: Beck.

Erwartete Teilnehmer

15

Modul

Philosophie- und Ideengeschichte (13322)


Vorlesung Technik und Ethik (518113)

Verpflichtend

Lehrperson

Dr. Suzana Alpsancar

Termin

Di 09:15 - 10:45, A/B Woche, ZB VI / ZB VI.03

SWS

2.0

Studiengang

Kultur und Technik Master

Lehrinhalt

Die Vorlesung geht dem Verhältnis von Technik und Ethik nach, welches wenigstens dreifacher Art ist. Zum einen liest man häufig, Technik fordere zur ethischen Reflexionen auf beziehungsweise umgekehrt, ethisches Nachdenken fühle sich von neuen Technologien herausgefordert. Moderne Hochtechnologien brauchen, so scheint es, ethische Begleitforschung. Charakteristisch für diese Verhältnis von Technik und Ethik ist es, dass technische Entwicklungen, Formen, Veränderungen etc. vorgeben, worauf ethisches Nachdenken reagiert, sei es auch möglichst früh oder begleitend in der Entwicklung. Im 20. Jahrhundert hat sich dieses Verhältnis von Technik und Ethik insbesondere zwei disziplinären Formen etabliert und institutionalisiert: die Technikfolgenabschätzung (TA) und die Bioethik. Die Vorlesung geht der Entstehung dieser Untersuchungsfelder nach und fragt nach ihrem Selbstverständnis, ihren Zielen und Mitteln der Reflexion. Hierbei werden auch zentrale Themen, Konzepte und Debatten aus TA und Bioethik vorgestellt. Ziel der Vorlesung ist es, dieses sich hier manifestierende Verhältnis des "Herausforderns" zwischen Technik und Ethik besser zu verstehen. Hierzu dient auch der Blick auf zwei weitere Verhältnisformen zwischen Technik und Ethik, die außerdem (an-)diskutiert werden sollen: Ein zweites Verhältnis zwischen Technik und Ethik ergibt sich in jüngeren Diskussion (der Wissenschafts- und Technikforschung) über eine Ethisierung der Technik beziehungsweise eine Technisierung der Ethik: Müssen alle technische Entwicklungen immer zu ethisch (und nur ethisch) hinterfragt und begleitet werden? Lässt sich diese Ethisierung von Technikdebatten selbst als eine Technik verstehen? Wohl gar als eine Regierungstechnik oder Machtform? Ein weiteres Verhältnis von Technik und Ethik kann man dann finden, wenn man weniger auf das Neue und Herausfordernde (durch oder von Technologien und in Bezug auf Ethik), sondern eher auf das Gewohnte, das Selbstverständliche und Unhinterfragte abhebt. So wie uns das Neue an technischen Entwicklungen faszinieren mag, so vertraut und unbedacht finden sich Technik in unseren Lebenswelten. Der Begriff des Ethos, etymologischer Vorläufer des Ethikbegriffes, steht einerseits für Temperament, Gemütsart, Sitte, moralische Gesinnung, sittlicher Charakter, Gewohnheit und Gewöhnung; also einerseits für solche moralische Vorstellungen und Überzeugungen, die erlernbar und veränderbar sind, andererseits für solche Denkweisen, die einer moralischen Erziehung nur schwer zugänglich sind.

Module

  • Ethik und Handeln (13431)
  • Praktische Philosophie (13434)
  • Ethik im technischen Handeln (13435)
  • Risiko- und Technikfolgenabschätzung (13438)

Seminar An Introduction to Bioethics (518114)

Verpflichtend

Lehrperson

Dr. Suzana Alpsancar

Termin

Di 13:45 - 15:15, A/B Woche, ZB VI / ZB VI.04

SWS

2.0

Studiengänge

  • Environmental and Resource Management Master/ Prüfungsordnung 2006
  • World Heritage Studies Master/ Prüfungsordnung 2008
  • Kultur und Technik Master

Module

  • Philosophy of Technology and Nature (13109)
  • Praktische Philosophie (13434)
  • Natur und Technik (13463)
  • Ethik im technischen Handeln (13435)

Seminar Das Verhältnis von Wissenschaft und Technik – historisch betrachtet (518121)

Lehrperson

apl. Prof. Dr. phil. habil. Thomas Zoglauer

Termin

- 09:00 - 18:00, Block+SaSo Woche, ab 09.08.2017, HG / Raum HG 0.20, HG

SWS

2.0

Studiengänge

  • Kultur und Technik Master (1. - 4. Semester) / Module: Technisches Wissen als besondere Wissensform, Materiale Kultur, Genese der Technik
  • fachübergreifend (1. - 10. Semester) / Modul: Technik- und Kulturphilosophie

Lehrinhalt

Ein zentrales Thema der Technikphilosophie ist die Frage nach dem Verhältnis von Naturwis­senschaft und Technik: Ist die Technik eine angewandte Naturwissenschaft oder hat sie sich parallel und unabhängig von den Naturwissenschaften entwickelt? Eine These besagt, dass die technische Praxis der naturwissenschaftlichen Forschung vorauseile, Technik also historische Priorität vor der Naturwissenschaft habe. Eine andere These, die in diesem Zusammenhang kontrovers diskutiert wird ist die sog. Finalisierungsthese, derzufolge in einem fortgeschritte­nen Entwicklungsstadium einer wissenschaftlichen Theorie externe Zielsetzungen dominant werden und die Theorie in Richtung auf technologische Anwendungen lenken. Wir werden in diesem Seminar diese Debatten sowohl aus wissenschaftstheoretischer als auch aus technik­historischer Sicht betrachten und dabei auch historische Fallbeispiele wie z.B. die Entwick­lung der Dampfmaschine, Strömungsmechanik, Gentechnik und Quantenmechanik unter­suchen. Das Seminar findet als Blockveranstaltung vom 9. bis 11. August 2017 statt. Eine Anmeldung per E-Mail an zoglauer@b-tu.de ist erforderlich. 2 SWS / 3 Leistungspunkte Leistungsnachweis: Referat

Erwartete Teilnehmer

25

Module

  • Technik- und Kulturphilosophie (13117)
  • Technisches Wissen als besondere Wissensform (13508)
  • Materiale Kultur (13430)
  • Genese der Technik (13436)

Vorlesung Geschichte der Imponderabilien (518131)

Verpflichtend

Lehrperson

Dr. rer. nat. Norman Pohl

Termin

- Block+SaSo Woche, ab 05.05.2017, /

SWS

2.0

Studiengang

Kultur und Technik Master (1. - 2. Semester) / Modul Materiale Kultur

Lehrinhalt

Im Übergang von der Naturphilosophie zur Naturwissenschaft und deren Aufspaltung in einzelne Subdisziplinen spielt die Mathematisierung eine bedeutende Rolle. Gleiches gilt für die Geschichte der Technikwissenschaften und die Entwicklung von der „Kunde“ über das „Wesen“ zur Wissenschaft. Das Bestreben, „messbar zu machen, was messbar ist“, ein fälschlich Galileo Galilei zugeschriebenes Zitat, war andererseits in der Zeit vom etwa 17. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert begleitet vom Sensualismus, von Arbeiten über Fluida und andere imaginierte Prinzipien sowie von dem Problem des Umgangs mit dem Nicht-wägbaren, den Imponderabilien. Zu diesen zählten unter anderem Schall, Licht, Hitze, Kälte, Gerüche, Dämpfe oder auch Geschmacks- und sonstige Gefühlsempfindungen. Die Vorlesung geht den verschiedenen historischen, kulturellen und technischen Dimensionen der Imponderabilien nach und fragt, was an „Unwägbarkeiten“ schließlich noch verblieb.Prüfungsleistung: Prüfungsgespräch / mdl. Prüfung 20-30 Minuten3 LPBlockveranstaltung, Termine nach Vereinbarung, Vorschläge: 5 und 6 Mai, 12 und 13 Mai, 19 und 20 Mai (Fr.: 16.00-19.30 / Sa.: 9.00-12.15) und Freitag, 9. Juni, 14.00-19.00 Uhr.

Erwartete Teilnehmer

20

Modul

Materiale Kultur (13430)