Qualitätsversprechen Kinder und Karriere

Potsdam, im August 2008

Die Hochschulen und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg sind sich einig, dass die erfolgreiche Entwicklung des Landes Brandenburg eng mit den Hochschulen verknüpft ist. Attraktive Studien-, Forschungs- und Arbeitsbedingungen tragen dazu bei, kluge Köpfe im Land zu halten oder nach Brandenburg zu holen. Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit von Frauen und Männern sind hierbei wichtige Qualitätsmerkmale der Brandenburger Hochschullandschaft.

Im Land Brandenburg wurden bereits vielfältige Maßnahmen eingeleitet, um gezielt junge Familien sowie die Chancengleichheit von Frauen und Männern in Studium, Lehre und Forschung zu unterstützen und günstige Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. Beruf zu schaffen. Entsprechende Angebote sollen auch künftig bereitgehalten werden. Das MWFK wird diesen Prozess im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten flankierend begleiten.

Die Hochschulen und das MWFK des Landes Brandenburg geben folgendes Qualitätsversprechen ab:

Die Brandenburger Hochschulen - in Kooperation mit den Studentenwerken - und das MWFK des Landes Brandenburg fördern die Wertschätzung und Anerkennung für die Übernahme von Familienverantwortung bei allen Hochschulangehörigen.

Dazu gehört auch die Förderung eines Klimas an den Hochschulen, das es erlaubt,
• Familienverantwortung zum Wohle der Kinder und Angehörigen wahrzunehmen,
• einen bewussten Umgang mit der Lebens(arbeits-)zeit sowie den körperlichen und seelischen Bedürfnissen und Erfordernissen zu pflegen und
• durch das gelebte Vorbild einen Kulturwandel für die nächsten Generationen vorzubereiten.
Dabei sind individuelle und institutionelle Interessen im Sinne eines „geglückten Interessenausgleichs“ abzuwägen.

Im Einzelnen verpflichten sich die Hochschulen zur Einhaltung folgender Qualitätsstandards zur Förderung von Familien und Chancengleichheit:

• An allen Standorten gibt es campusnahe Kinderbetreuungsangebote, die ihre Öffnungszeiten zunehmend den Erfordernissen der Hochschulen anpassen. Ergänzend gewährt das MWFK Kinderbetreuungszuschläge, wenn durch die Teilnahme an Tagungen eine zusätzliche Kinderbetreuung erforderlich wird.

• Alle Hochschulen verfügen über Still- und Wickelräume, die sich unmittelbar auf dem Campus befinden und problemlos erreichbar sind. Darüber hinaus bauen alle Hochschulen ihre Angebote für Eltern und Kinder aus. Dazu gehören Räume mit familienfreundlichem Inventar und Spielflächen in zentralen Bereichen (Bibliothek etc.).

• An den Hochschulen sind die Mensen in der Regel kinderfreundlich eingerichtet.

• Die Hochschulen ermöglichen in der Regel flexible Arbeitsformen, wie Tele-, Gleitzeit- oder Teilzeitarbeit, soweit diese mit dienstlichen Belangen vereinbar sind, und unterstützen die Wiedereingliederung nach der Elternzeit.

• Alle Hochschulen tragen dafür Sorge, dass das Studium (z.B. durch Flexibilisierung der Studien- und Prüfungsordnungen, Nachteilsausgleich, Wiedereingliederung nach Elternzeit) entsprechend den Belangen studierender Eltern und werdender Mütter organisiert wird.

• Alle Hochschulen bemühen sich, die Belange Studierender und Beschäftigter mit pflegebedürftigen Angehörigen zu berücksichtigen.

• An den Hochschulstandorten werden – in der Regel in Kooperation mit den Studentenwerken - Wohnungsangebote für Studierende mit Kindern bereitgehalten.

• Alle Hochschulen unterstützen aktiv den Aufbau und die Etablierung von Eltern-Netzwerken für Hochschulmitglieder.

• Alle Hochschulen haben spezielle Anlaufstellen für Beratung, Information und Netzwerkbildung und informieren im Internet über die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie.


Das Versprechen richtet sich an Studierende, wissenschaftliches Personal und Verwaltungspersonal.

Wir sind gut, aber wir wollen noch besser werden: zum Bundesland mit den familienfreundlichsten Hochschulen.


Prof. Dr. Johanna Wanka
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur
des Landes Brandenburg


Prof. Dr. Günter H. Schulz
Vorsitzender der Brandenburgischen
Landesrektorenkonferenz