Befragung der Beschäftigten und Studierenden zum Umweltmanagement

Im Rahmen des Umweltmanagementsystems nach EMAS wurde 2017 eine Online-Befragung der Studierenden und Beschäftigten an der BTU Cottbus Senftenberg durchgeführt. Diese Befragung ist die erste dieser Art seit 2009. Damals wurde an der eBTU eine Befragung unter anderem zu den Themen Umweltverhalten und Mobilität durchgeführt.

Die aktuelle Befragung dient zur zusätzlichen Erfassung direkter und indirekter Umweltaspekte, zur Stärkung des Umweltbewusstseins sowie zur Erfassung von Verbesserungsmöglichkeiten.

An der im Juni und Juli 2017 online geschalteten Befragung haben insgesamt 118 Studentinnen und Studenten sowie 144 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen. Dies entspricht auf Seiten der Studierenden einem Konfidenzintervall von 95% bei einer Fehlerspanne von etwa 9%. Auf Seiten der Beschäftigten liegt die Fehlerspanne etwas niedriger (8%) bei gleichem Konfidenzintervall. Die Einladung zur Teilnahme erfolgte per Mail über die Verteiler des StuRas, der Fakultäten und der Verwaltung.

Zur besseren Auswertung unterscheiden sich die beiden Umfragen in manchen Fragen, um eine zielgruppengerechte Auswertung vornehmen zu können. Gleichzeitig bietet sich auch die Möglichkeit, Vergleiche zwischen den Studierenden und den Beschäftigten zu ziehen, wie etwa beim Thema Verkehr und Mobilität.

Unter den nachfolgenden Rubriken lassen sich die Ergebnisse abrufen:

Stromverbrauch

In der ersten Fragegruppe wurden Verhaltensweisen abgefragt, die den Energieverbrauch beeinflussen können. Sowohl Studierende als auch Mitarbeiter befürworten mehrheitlich den Einsatz der sparsameren LED-Leuchtmittel (jeweils >70%). Etwa knapp die Hälfte der Studierenden (ca. 50%) achtet darauf, beim Verlassen der Seminarräume oder Vorlesungssäle das Licht auszuschalten, bei den Mitarbeitern achtet hingegen die Mehrheit darauf, beim Verlassen des eigenen Büros das Licht auszuschalten (ca. 85%). Über Nacht und am Wochenende werden ebenfalls in den meisten Büros Licht und elektrische Geräte ausgeschaltet (>80%). Schaltbare Steckdosenleisten, die dabei helfen können, Strom zu sparen, sind nicht überall im Einsatz. Die Hälfte der befragten Mitarbeiter sieht die Bemühungen, Strom zu sparen, im eigenen Bereich überwiegend positiv. Auf Seiten der Studierenden besteht hingegen Unsicherheit, ob beziehungsweise was in den Fakultäten getan wird, um den Stromverbrauch zu reduzieren.

Am Ende jeder Fragegruppe bestand die Möglichkeit für Beschäftigte und Studierende, Verbesserungsvorschläge zu machen. Die gesammelten Vorschläge werden wir im Umweltmanagement intern nutzen, um mögliche Maßnahmen auszuloten. Einige Vorschläge (exemplarisch) waren im Themenbereich Strom die Umstellung auf LED Beleuchtung, Bewegungssensoren statt Lichtschalter sowie Hinweise auf Stromsparmöglichkeiten für Studenten und Mitarbeiter.

Gebäudeisolation, Heizen und Lüften

Das erste Bild zeigt die Ergebnisse der Befragung der Studentenschaft im Bereich Isolation, Heizen und Lüften. Hier fielen die Antworten recht unterschiedlich aus. Etwa die Hälfte der Befragten empfindet die genutzten Räumlichkeiten als ausreichend oder überwiegend ausreichend isoliert. Im Sommer scheinen die Studierenden allerdings häufiger zu schwitzen - mehr als die Hälfte würde sich über kühlere Räume freuen. Gelüftet wird immerhin ausreichend, wenn es nach den Befragten geht. Im Winter ist es für die Mehrheit der Studenten warm genug. Das könnte auch mit daran liegen, dass eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Hochdrehen der Heizung und dem Herunterdrehen nach Verlassen des Raumes besteht.

Die Bilder 2-5 zeigen die Ergebnisse der Befragung der Beschäftigten. Ähnlich wie die Studierenden befinden die Beschäftigten ihre Räumlichkeiten im Winter mehrheitlich für warm genug, im Sommer hingegen könnte es für viele (>60%) noch etwas kühler sein. Geheizt wird meist nach Bedarf und bei einem Drittel der Mitarbeiter durchgängig. Zusätzliche Heizungen sind glücklicherweise kaum im Einsatz (<20%). Insgesamt drehen mehr als die Hälfte der befragten Beschäftigten (53%) bei längerer Abwesenheit die Heizung im Büro meist herunter. Auch das Stoßlüften im Winter haben viele (70%) der Mitarbeiter verinnerlicht. Im Sommer halten es die Beschäftigten an der BTU hingegen unterschiedlich. Über Nacht bleiben die Fenster bei fast allen Mitarbeitern geschlossen, sowohl im Sommer (>85%) als auch im Winter (>90%).

Auch zum Thema Heizen, Lüften und Isolation wurde Studierenden und Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben, Vorschläge zur Verbesserung zu machen. Besonders die hohen Temperaturen oder fehlende Lüftungsmöglichkeiten in manchen Gebäudeteilen wurden hier angemerkt.

Wasser

Im Themenfeld "Wasser" wurden den Studierenden (Bild 1) und Beschäftigten (Bild 2) die Frage gestellt, ob an der BTU bzw. innerhalb des Arbeitsbereichs der Beschäftigten der Wasserverbrauch reudziert werden könnte. Etwa zwei Drittel der Beschäftigten verneinten diese Frage, bei den Studierenden überwiegte die Unsicherheit.

Ausgehend von dieser Frage wurde zusätzlich gefragt, was die BTU beziehungsweise die einzelnen Fakultäten tun könnten, um den Wasserverbrauch zu reduzieren. Insbesondere die Intervalle der automatisch geschalteten Wasserhähne wurden von einigen der Befragten als zu lange eingestuft.

Abfall

Im Themenbereich Abfall wurden Studierende und Beschäftigte zur Abfalltrennung befragt. Bild 1 zeigt die Antworten der Studentinnen und Studenten an der BTU. Ein Großteil findet, dass ausreichend Abfalleimer zur Verfügung stehen, und fast alle der Befragten (> 90%) gab an, den Abfall immer oder zumindest überwieged zu trennen. Gleichzeitig stimmten etwa die Hälfte der Studierenden der Aussage "Ich bin mir manchmal unsicher, ob ich den Abfall korrekt trenne" voll oder teilweise zu - es besteht also auch eine gewisse Unsicherheit über die korrekte Mülltrennung. Dass Mülltrennung umständlich sei, finden die meisten Studierenden nicht. Auch bei den Beschäftigten (Bild 2) ist Umständlichkeit kein Grund, den Müll nicht zu trennen. Fast 70% der befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten die bereitgestellten Abfalleimer für ausreichend und trennen ihren Müll auch entsprechend. Die Unsicherheit über die korrekte Trennung ist geringer als bei den Studierenden.

Zusätzlich wurden die Mitarbeiter gefragt, ob sie bei der Entsorgung von Sondermüll, Batterien, Toner sowie Elektroschrott Hindernisse sehen (Bild 3, Mehrfachnennung möglich). Über die Hälfte der Befragten (54%) verneint dies. Ein Teil der Befragten stuft den Zeit- und Bürokratieaufwand jedoch als zu hoch ein (13% bzw. 18%), auch ist nicht allen Befragten klar, wo und wie Sondermüll und Elektroschrott zu entsorgen sind (24% und 27%). Unter der Antwortmöglichkeit "Sostiges" wurde überwiegend angegeben, dass die Befragten nicht für die Entsorgung derartiger Abfälle zuständig sind und daher keine Antwort geben können.

Im Intranet der BTU werden bereits Gegenstände und Möbel zur Weiterverwendung intern angeboten (sofern vorhanden). In der Befragung wurden die Beschäftigten gefragt, ob sie eine "Tauschbörse" für Elektronik und Möbel begrüßen und nutzen würden. Fast zweit Drittel der Befragten (64%) bejahten dies, nur etwa 10% schlossen eine Nutzung aus.

Am Ende des Themenbereichs Abfall wurde den Befragten wieder die Möglichkeit gegeben, Verbesserungsvorschläge einzubringen. Angemerkt wurde, dass in manchen Räumen nur Restmülleimer zur Verfügung stehen, auch wurde vorgeschlagen, das Mülltrennsystem insbesondere für ausländische Mitarbeiter und Studierende besser zu erklären (bspw. durch Piktogramme oder "Beispielabfälle").

Beschaffung

Die Fragegruppe "Beschaffung" betraf nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BTU Cottbus-Senftenberg. Hier wurden ökologische Aspekte bei der Beschaffung abgefragt (Bild 1). Bei den ersten beiden Fragen zeigt sich, dass der Großteil der Befragten die Berücksichtigung ökologischer Aspekte beim Einkauf befürwortet. Über 70% der Befragten gab zudem an, beim Kauf elektrischer Geräte immer oder überwiegend auf Energieeffizienz und/oder Label zu achten. Der Aussage "Ich würde Hinweise zu umweltfreundlichen Produkten begrüßen, etwa über das Intranet" stimmten jeweils knapp 40% der Befragten Mitarbeiter voll oder eher zu. Etwa ein Viertel der Befragten hat bereits einmal ein Produkt gezielt aus Umweltgründen bestellt oder nicht bestellt oder macht dies sogar immer (16% bzw. 13%). Fast die Hälte der Befragten zieht dies immerhin in Erwägung.

Schließlich gab es von Seiten der befragten Beschäftigten wieder einige Vorschläge im Bereich Beschaffung. Grundsätzlich begrüßen die meisten Befragten die Berücksichtigung ökolgischer Aspekte, jedoch sollte dies den Bürokratieaufwand nicht erhöhen und optimalerweise finanziell durch die Universität gestützt werden.

Verkehr und Mobilität

In der Fragegruppe "Mobilität und Verkehr" wurde zunächst das Mobilitätsverhalten der Mitglieder der BTU CS abgefragt. Bild 1 zeigt die Antworten der Studierendenschaft (jeweils in grün) und der Beschäftigten (jeweils in grau). Zudem wurde zwischen Sommer und Winter differenziert. Auffällig und naheliegend ist zunächst, dass der Anteil eigener PKW unter den Beschäftigten höher liegt, als bei den Studentinnen und Studenten. Der ÖPNV wird hingegen von den Studierenden häufiger genutzt, ebenso gehen viele zu Fuß - wohl auch dank der Nähe der Sudentenwohnheime. Das Fahrrad wird von Studierenden und Beschäftigten ähnlich viel genutzt. Beide Gruppen befinden die Fahrradwege und Anzahl der Fahrradständer als weitgehend ausreichend (Bild 2 und 3). Der ÖPNV würde insbesondere von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern häufiger genutzt werden bei entsprechend besseren Anbindungen oder wenn beispielsweise Tickets für Mitarbeiter vergünstigtes Nutzen des ÖPNV ermöglicht.

Bei Dienstreisen nutzt fast die Hälfte der befragten Beschäftigten überwiegend die Bahn (54%, Bild 4), etwa ein Viertel nutzt auch hier einen privaten PKW (25%). Zum Pendeln zwischen den Standorten der Universität wird ebenfalls häufig auf PKW zurückgegriffen (34%), die Bahn oder sonstige Möglichkeiten wie der Shuttle-Service werden weniger genutzt, etwa ein Drittel der Befragten muss allerdings gar nicht pendeln. Zusätzlich wurden die Beschäftigten nach ihrer Meinung zur E-Mobilität befragt. Über 80% würden sich eine Förderung etwa durch die Anschaffung von Elektroautos für Dienstreisen oder für Fahrten zwischen den Standorten wünschen.

Darüber hinaus plädieren sowohl Studierende als auch Beschäftifte für mehr überdachte und abschließbare Fahrradständer sowie für eine bessere ÖPNV Anbindung der einzelnen Standorte, beispielsweise durch eine bessere Busanbindung an den Senftenberger Bahnhof oder eine verbesserte Taktung für Fahrten zwischen Zentralcampus und dem Campus Sachsendorf. Befragte Mitarbeiter äußerten den Wunsch durch Förderung des ÖPNV durch ein Jobticket sowie einen zwischen den Standorten regelmäßig verkehrenden Shuttle Bus.

Mensa (Studierende)

In Absprache mit dem Referat für Umwelt und Mobilität des Studentenrats (StuRa) enthielt die Befragung der Studierenden auch eine Fragegruppe zum Thema "Mensa". Die Mensen werden nicht von der BTU selbst, sondern vom Studentenwerk Frankfurt (Oder) geführt.

Hier sollte der Bedarf nach einem nachhaltigeren Essensangebot abgefragt werden (Bild 1). Über 80% der Befragten wünschen sich ein Essensangebot mit Produkten aus der Region, knapp zwei Drittel fänden mehr BIO Produkte oder mehr Fairtrade Produkte gut. Darüber hinaus wünschen sich etwa 40% der befragten Studentinnen und Studenten mehr vegetarische/vegane Produkte in der Mensa - etwa 30% der Befragten sprachen sich in der Befragung gegen mehr vegetarische/vegane Angebote aus.

Jeweils etwa die Hälfte der Befragten wäre dazu bereit, für ein BIO-Menü oder Fairtrade Produkte mehr zu zahlen. Etwa 10% der Befragten gaben außerdem an, sich ausschließlich vegetarisch oder vegan zu ernähren. 

Die Verbesserungsvorschläge der Befragten thematisieren hauptsächlich die Qualität/Zusammensetzung der Menüs, aber auch Lebensmittelverschwendung durch Wegwerfen des übrig gebliebenen Essens wurde angesprochen.

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz sind fester Bestandteil des BTU Umweltmanagements. Daher wurde auch zu dieser Thematik gefragt, die Bilder 1-3 zeigen die Ergebnisse der Befragung der Studierenden, die Bilder 3-6 die Antworten der Beschäftigten.

Zunächst wurde abgefragt, ob Studierende und Beschäftigte im Notfall die Möglichkeit haben, schnell zu reagieren. Den Notausgang würden nach einigen Angaben die meisten der Studierenden sicher finden (> 75%). Rettungspläne, Feuermelder und Feuerlöscher würden knapp die Hälfte der Studierenden im Notfall sicher finden, knapp ein Drittel wäre hier jedoch im Ernstfall überfordert. Auch die Liste der Ersthelfer würden die Studierenden zum Großteil nicht finden. Bei den Beschäftigten sieht es hingegen besser aus. Über 50% der Befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gab an, Notausgänge, Rettungspläne, Feuermelder, Feuerlöscher und Erste-Hilfte Kästen sicher zu finden, lediglich bei der Liste mit Ersthelfern besteht bei etwa zwei Drittel der Befragten Unsicherheit. Eine Übersicht über die Ersthelfer an den Standorten der Universität findet sich im Intranet.

Ein zweiter wichtiger Punkt im Themenbereich Arbeitsschutz & Arbeitssicherheit war Luftqualität und Lärmbelästigung. Über die Hälfte der Studierenden (53%) befindet die Luftqualität in den Räumlichkeiten als gut, über drei Viertel der Befragten (78%) gaben außerdem an, dass die Lautstärke in Seminar- und Vorlesungsräumen ein konzentriertes Arbeiten ermöglicht (Bild 2 und 3). Als negative Einflussfaktoren wurden von den Studierenden unter anderem Geruchsbelästigung (33%), Verkehrslärm (10%) oder Lärm durch elektronische Geräte (11%) angesehen. Die Beschäftigten der BTU sind ebenfalls überwiegend zufrieden, was Luftqualität und Geräuschpegel am Arbeitsplatz angeht: Über 85% der Befragten findet die Luftqualität sehr gut oder gut (13% bzw. 72%), über 70% fühlt sich nicht durch Lärm beim Arbeiten beeinträchtigt. Etwa 13% der Befragten gaben als Ursache für schlechte Luft Lösungsmitteldämpfe an, Gerüche allgemein spielten ebenfalls eine Rolle (9%). Im Falle von Lärm waren für die befragten Beschäftigten unterschiedliche Quellen verantwortlicht (15% "Sonstige").