Prüfungen im Online-Betrieb Letzte Aktualisierung: 15.06.2020

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Hinweise zum Umgang mit Leistungsüberprüfungen während des Online-Betriebs geben und Möglichkeiten aufzeigen, diese mit den zur Verfügung stehenden technischen Diensten didaktisch zu gestalten.

Grundlegend empfehlen wir, alternative Prüfungsformen zu wählen, anstatt eine bereits existierende Präsenz-Prüfung ohne Anpassungen in ein Online-Format zu überführen. Erfahrungsgemäß eignen sich nicht alle Fragetypen für ein elektronisches Format. Außerdem sind Aspekte wie Datenschutz, Chancengleichheit und mögliche Betrugsversuche gesondert zu beachten. Mehr dazu finden Sie unter dem Punkt "Welche allgemeinen Grundsätze sind bei der Durchführung von elektronischen Prüfungen zu beachten?". Zusätzlich zur Einarbeitung in die entsprechende Software ergibt sich dadurch ein erhöhter Bearbeitungsaufwand.

Daher lautet unsere aktuelle Empfehlung, wenn möglich auf asynchrone elektronische Prüfungsformen auszuweichen. Mehr Hinweise dazu unter: "Wie kann ich semesterbegleitend die Leistung der Studierenden elektronisch überprüfen?" und "Wie kann ich eine klausurähnliche Prüfung online asynchron durchführen?"

Das eLearning-Team des IKMZ/Multimediazentrums unterstützt Sie gerne bei allen mediendidaktischen und technologischen Fragen zur Umsetzung von elektronischen Prüfungsformen.

Sie erreichen uns unter elearning(at)b-tu.de oder über unsere Telefonhotline "Digitale Lehre" +49 355 69 39 39 (Dienstag bis Donnerstag von 9:00 bis 12:00 Uhr)

Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an die Leiterin der Abteilung Lehre und Studium Dr. Friederike Schulz ( fschulz(at)b-tu.de).

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für die Durchführung von elektronischen Prüfungsformen?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Durchführung von Prüfungen in alternativen (elektronischen) Formaten finden sich in folgenden Dokumenten:

Allgemeine Grundsätze und Regelungen zur Durchführung von Prüfungen gemäß der Rahmenordnungen BA/MA gelten auch für elektronische Prüfungsformen. Hierzu zählen u.a. Regelungen zur Feststellung der Prüfungsfähigkeit, zum Vorgehen bei Täuschungsversuchen und Ordnungsverstößen sowie zur Protokollierung des Prüfungsverlaufs.

Verstoßen zu Prüfende gegen Anweisungen oder Aufforderungen der Prüfenden oder der Prüfungsaufsicht, insbesondere zur Einhaltung von Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen, die auf staatlichen Empfehlungen und Anordnungen beruhen bzw. auf Anordnungen der Hochschulleitung, kann dies als Ordnungsverstoß gemäß § 20 RahmenO BA/MA gewertet werden.

Welche allgemeinen Grundsätze sind bei der Durchführung von elektronischen Prüfungen zu beachten?

Im Sinne der Chancengleichheit ist darauf zu achten, dass der zu prüfenden Person weder Vor- noch Nachteile durch die Online-Prüfungsform entstehen. Nicht alle Studierenden haben die gleichen technischen Voraussetzungen, um an einer Prüfung teilzunehmen. Sie sollten daher Alternativen zur Verfügung stellen, um diese nicht zu benachteiligen.

Des Weiteren müssen Täuschungsversuche möglichst ausgeschlossen bzw. erkannt werden. Die Identität der zu prüfenden Person muss daher eindeutig feststellbar sein. Die zu prüfende Person muss sich zu Beginn einer videobasierten Prüfung durch Vorzeigen eines mit Lichtbild versehenen Ausweisdokuments (vorzugsweise Personalausweis oder Reisepass) ausweisen. Bei schriftlichen Online-Prüfungen über eine Plattform (Moodle oder LPLUS) kann dies durch die Verwendung des BTU Accounts (bei Moodle) oder über einen gesonderten passwortgeschützten Zugang (bei LPLUS) erfolgen. Bedenken Sie, dass ohne zusätzliche Maßnahmen jedoch nur bedingt festgestellt werden kann, ob es sich tatsächlich um die zu prüfende Person handelt.

Die Prüfung wird abgebrochen und der Prüfungsversuch gilt als nicht unternommen, wenn technische Probleme auftreten, die nicht kurzfristig innerhalb weniger Minuten behoben werden können.

Der Datenschutz muss zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Bei asynchronen elektronischen Prüfungsformen wie Hausarbeiten, Essays oder selbsterstellten Videos sind Erklärungen zur selbstständigen Anfertigung der Leistung nach diesem Muster zu verlangen. 

Weisen Sie Ihre Studierenden ggfs. auch darauf hin, dass eine Plagiatsprüfung der eingereichten Texte durchgeführt wird.

Können in diesem Semester Prüfungen in Präsenz durchgeführt werden?

Wie bei den Lehrveranstaltungen auch soll das Prüfungsgeschehen aus Gründen des Infektionsschutzes grundsätzlich online bzw. mit Formaten stattfinden, die keine Präsenz erfordern. Prüfungen können nur dann in Präsenz durchgeführt werden, wenn keine andere Form realisierbar ist, z.B. wegen großer Teilnehmendenzahlen. Auch in diesen Fällen gilt, dass Studierenden, die aus nachvollziehbaren Gründen nicht teilnehmen können (z.B. wegen erhöhter Aufwände bzw. Hindernissen in der Anreise, Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, o.ä.), im Einzelfall (vergleichbar dem Nachteilsausgleich) Alternativen angeboten werden sollen. Bitte beachten Sie, dass auch Prüfungen im eAssessment-Center des IKMZ Präsenz-Prüfungen sind. Für die Durchführung von Präsenzprüfungen sind umfangreiche Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu beachten.

Für den Online-Betrieb bieten sich insbesondere schriftliche Prüfungen in Form von Hausarbeiten (Kurzarbeiten, Essays) an. Die Abwicklung solcher Prüfung kann z.B. über die Lernplattform moodle organisiert werden. Mündliche Prüfungen können videobasiert durchgeführt werden.

Wie kann ich semesterbegleitend die Leistung der Studierenden elektronisch überprüfen?

Für eine semesterbegleitende Leistungsüberprüfung von zu Hause eignen sich vor allem asynchrone elektronische Prüfungsformen. Dabei handelt es sich um Verfahren, bei denen nicht alle Studierende gleichzeitig auf ein Prüfungssystem zugreifen, sondern in einem vorgeschriebenen Zeitraum (z.B. 6 Stunden, 2-3 Tage, mehrere Wochen, …) Aufgaben bearbeiten, die sie dann per E-Mail oder über die Moodle Funktion "Aufgabe" zu einer gewissen Deadline einreichen. Mehr zu der Moodle Funktionalität "Aufgabe" erfahren Sie hier.

Beispiele für asynchrone Formen sind klassische Haus- oder Kurzhausarbeiten, Essays, Portfolios, Lerntagebücher sowie selbsterstellte Videos oder Podcasts.

Auch synchrone Leistungsüberprüfungen können semesterbegleitend z.B. in Form einer Quizserie durchgeführt werden. Dazu eignet sich die Moodle Funktion "eTest" (Testkurs s. hier). Wir empfehlen, für die Kurztests ein geringes Zeitkontingent zu vergeben und statt einer Wissensabfrage mit Multiple-Choice Fragen eher Freitextaufgaben wie z.B. Fallanalysen oder Kurzessays zu neuen Problemstellungen zu nutzen. So vermeiden Sie, ein einfaches "Googlen" bzw. Kopieren der Antworten. Eine Änderung der Prüfungsform im laufenden Semester ist unter folgenden Bedingungen möglich.

Referate und Präsentationen lassen sich mit Hilfe eines Videokonferenzsystems abbilden. Je nach System können die Studierenden ihre Präsentationsfolien hochladen oder per Bildschirmfreigabe teilen. Mehr zu den verschiedenen Tools finden Sie hier und unter dem folgenden Abschnitt.

Welche Tools stehen mir für die Abwicklung von Online-Prüfungen zur Verfügung?

Für mündliche Prüfungen stehen Ihnen mehrere Videokonferenzsysteme zur Verfügung. Wir empfehlen primär den Einsatz von BTU-internen Plattformen, wie meet.b-tu.de (jitsi) oder BigBlueButton oder der DFN-Plattform DFNConf.

Durch das Einblenden von Präsentationsfolien sowie dem eigenen Bildschirm eignen sich diese Systeme sowohl zur Durchführung „klassischer“ mündlicher Prüfungen als auch für studentische Präsentationen und Referate.

Für schriftliche Prüfungen werden Ihnen als Dienst von der BTU folgende Systeme angeboten:

Tipp: LPLUS bietet eine höhere Flexibilität bei der Gestaltung und Bewertung von Fragen, da Fragetypen miteinander kombiniert werden können. Die Einarbeitung in das System ist jedoch nicht zu unterschätzen und wird gern von uns unterstützt. Für kurzfristige Lösungen empfehlen wir Ihnen, die Lernplattform Moodle zu nutzen.

Hier eine Übersicht der grundlegenden Funktionalitäten beider Systeme im Vergleich:

FunktionMoodleLPLUS
Authentifizierungmit BTU Accountdurch individuelle Vergabe von Benutzername und Passwort
Zeitliche Zugriffsbegrenzungxx
Kombination von Fragetypen x
Single Choicexx
Multiple Choicexx
Wahr/Falschxx
Zuordnungxx
Numerischxx
Freitextxx
Drag & Dropxx
Lückentextxx
Frage mit Variablenx 
Wie kann ich eine klausurähnliche Prüfung online asynchron durchführen?

Klausurähnliche Prüfungen mittels Computer können zu einem gewissen Grad von zu Hause aus durchgeführt werden. Für die asynchrone Durchführung bietet sich die Open-Book Variante an, bei der die Benutzung aller Materialien während der Prüfung zulässig ist. Diese können Sie mit der Aktivität „Aufgabe“ in der Lernplattform Moodle umsetzen. Dazu stellen Sie eine „Hausaufgabe“ in Ihren Moodle-Kurs ein. Die Teilnehmenden erarbeiten dann eine Lösung innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes und laden das Ergebnis als Datei in das Lernportal hoch. Im Anschluss korrigieren Sie die Lösung und stellen den Teilnehmenden das Ergebnis (mit Anmerkungen) online zur Verfügung. Eine genaue Anleitung finden Sie in unserem Selbstlernkurs.

Lassen Sie sich von den Studierenden eine Erklärung zur selbstständigen Anfertigungausfüllen. Weisen Sie Ihre Studierenden auch darauf hin, dass eine Plagiatsprüfung der eingereichten Texte durchgeführt wird. Infos zur Plagiatsprüfung finden Sie hier.

Wie kann ich eine klausurähnliche Prüfung online synchron durchführen?

Für die synchrone Durchführung von zu Hause bietet sich die Closed-Book E-Prüfung an, bei der keine Materialien zulässig sind. Diese Variante können Sie als E-Test in der Lernplattform Moodle umsetzen. Die Studierenden authentifizieren sich hierbei über Ihren BTU-Account. Täuschungsversuche sollten durch das Unterzeichnen einer Erklärung zur selbstständigen Anfertigung der Leistung minimiert werden. Wir empfehlen außerdem, einen engen Zeitraum für die Prüfungsdurchführung anzusetzen und die Reihenfolge der Fragen per Zufallsprinzip anzuzeigen, sodass der Austausch untereinander erschwert wird. Statt einer Wissensabfrage mit Multiple-Choice Fragen sollten eher Freitextaufgaben wie z.B. Fallanalysen oder Kurzessays zu neuen Problemstellungen gewählt werden. So vermeiden Sie, ein einfaches „Googlen“ bzw. Kopieren der Antworten.

Die BTU bietet als Dienst außerdem die professionelle Prüfungssoftware LPLUS-Teststudio an. Hier ist die Authentifizierbarkeit jedoch nicht direkt im System, sondern nur über explizite Dokumente möglich. Mehr Informationen dazu, finden Sie hier.

Bedenken Sie, dass eine Überwachung der Teilnehmenden während der Prüfung mit den aktuellen Mitteln derzeit nur schwer möglich ist. Eine Authentifizierung der Studierenden muss jedoch zwingend gewährleistet werden. Arbeiten Sie daher lieber semesterbegleitend und/oder asynchron. 

Wie kann ich eine mündliche Prüfung online durchführen?

Nachdem nun zwischenzeitlich durch den Senatsbeschluss vom 14. Mai 2020 die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen wurden, können während des Online-Betriebs mündliche Prüfungen videobasiert nachgeholt bzw. durchgeführt werden. Modulabschlussprüfungen können im SoSe somit regulär als MVP geplant werden. Die Studierenden geben ihr Einverständnis zunächst durch die Anmeldung zur Prüfung. Dieses Einverständnis sollte dann zu Beginn der Prüfung noch einmal bestätigt und im Prüfungsprotokoll festgehalten werden. Diese Regelung gilt auch für  Kolloquien. Hier ist das im Schreiben vom 30.03.20 festgelegte Antragsverfahren weiter einzuhalten. In allen Fällen gelten die in diesem Schreiben definierten Regelungen zur Durchführung der Prüfung.

Für die Durchführung von mündlichen Prüfungen empfehlen wir primär die Nutzung von BTU-internen Plattformen, wie meet.b-tu.de (Zugriffssicherheit über Passwort und BTU-Account), BigBlueButton (kann direkt aus moodle heraus erstellt und verwaltet werden) oder der DFN-Plattform DFNConf (Dozenten-Account nötig). Weitere zur Verfügung stehende Videokonferenzsysteme finden Sie hier.

Wie gehe ich damit um, wenn Studierende keinen oder unzureichenden Internetzugang haben?

Wenn der Internetzugang oder andere technische Voraussetzungen nicht oder nur eingeschränkt gegeben sind, sollten den Studierenden Alternativen in Sinne eines Nachteilsausgleichs angeboten werden. Sie können zum Beispiel eine asynchrone Form der Leistungsüberprüfung anbieten. Mehr dazu finden Sie unter "Wie kann ich eine klausurähnliche Prüfung online asynchron durchführen?" Im Falle technischer Probleme, die während einer Online-Prüfung auftreten und nicht in wenigen Minuten behoben werden können, ist diese abzubrechen und der Prüfungsversuch als ungültig zu werten.

Können bereits bestehende ePrüfungen, die bisher in Präsenz im eAssessment Center stattgefunden haben, auch online durchgeführt werden?

ePrüfungen, die bereits mit unserem Prüfungssystem LPLUS umgesetzt und bisher im eAssessment Center des IKMZ durchgeführt wurden, können prinzipiell auch für den Online-Betrieb genutzt werden. Dabei ist jedoch u.a. die nötige Authentifizierung der Teilnehmenden per passwortgeschütztem Zugang zu beachten. Da aktuell keine Live-Überwachung (Proctoring) an der BTU möglich ist, sollten Sie auch bedenken, dass sich die zu Prüfenden über Fragen und Antworten austauschen und diese auch weitergeben könnten. Daher empfehlen wir v.a. asynchrone Prüfungsformen sowie offene, kompetenzorientierte Frageformate, Randomisierung und kurze Zeitkontingente.

Ist eine Überwachung (Proctoring) der zu Prüfenden während der Klausur von zu Hause aus möglich?

Aktuell ist es aus technischen und persönlichkeitsrechtlichen Gründen an der BTU nicht möglich, zu prüfende Personen von zu Hause aus während einer Klausur zu überwachen.

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