Einsatzszenarien vorgestellt

Moodle am Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW)
Einrichtung / Fakultät / FGZentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW)
Ansprech- bzw. InterviewpartnerLinda Häßlich

1. Wodurch wurden Sie motiviert, Ihre Weiterbildungsangebote digital anzureichern? Und warum haben Sie sich in Ihrem Fall für moodle entschieden?

Durch den Einsatz digital angereicherter Lernformate können Weiterbildungsinhalte zeitlich und räumlich flexibel zur Verfügung gestellt und Inhalte im individuellen Lerntempo erfasst werden. Die Auswertung aktueller Studien und Marktbeobachtungen deuten auf einen gesteigerten und erfolgreichen Einsatz digitaler Lernformate in der wissenschaftlichen Weiterbildung hin. Auch das ZWW der BTU Cottbus-Senftenberg hat verschiedene Weiterbildungsangebote gemeinsam mit den jeweiligen Dozentinnen und Dozenten digital angereichert. Hierfür wird die moodle-Projekteinstanz genutzt, da die zumeist BTU-externen Teilnehmenden in einem unkomplizierten Workflow, in guter Zusammenarbeit mit dem Multimediazentrum, Zugang erhalten.

2. Wie ist die Digitalisierung in das Gesamtkonzept Ihrer Aktivitäten eingebunden? Mit welchem Aufwand ist dies verbunden?

Ein Beispiel ist die Weiterbildungsveranstaltung „Professionell Projektanträge konzipieren“ mit Dr. Renate Eras. Neben der Vorabbefragung zu den Vorerfahrungen der Teilnehmenden über moodle wird im Rahmen des dreimoduligen Workshops moodle u. a. zur Ablage von Handouts und zum Austausch von Informationen im Forum genutzt. Weiterhin wird eine Linkliste zu Projektförderern und Recherchemöglichkeiten erarbeitet und zur Verfügung gestellt. Für die kollaborative Ausarbeitung einer Projektskizze entsprechend der Anforderungen des potenziellen Förderers werden die Teilnehmenden in Kleingruppen einer separaten moodle-Gruppe (mit Forum, Ordner und Adobe Connect) zugeordnet. Die ausgearbeiteten Projektideen werden im zweiten Modul dem Plenum vorgestellt und kollegial diskutiert. Für den individuellen oder in Gruppen stattfindenden Onlineberatungstermin (Modul III via Adobe Connect) können sich die Teilnehmenden über die Terminvergabe in moodle anmelden, um ihre konkretisierten Projektskizzen mit Frau Dr. Eras zu besprechen.

Im externen Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung wird moodle u. a. im Führungskräftetraining für Frauen, zur Ablage der Skripte, ergänzender Literatur, der Fotoprotokolle und der Reflektion der vermittelten Inhalte eingebunden. Zum Austausch und zur kollaborativen Zusammenarbeit werden vom ZWW regionale Netzwerke über moodle administriert.

Insgesamt war für die Initiierung der verschiedenen Digitalisierungsprojekte ein erhöhter Anfangsaufwand notwendig, der mit zunehmender Beteiligung der Dozentinnen und Dozenten sowie der Teilnehmenden kontinuierlich gesenkt werden konnte.

3. Welches Resümee ziehen Sie bisher in Bezug auf Ihre Digitalisierungsbestrebungen?

In der Zwischenbilanz kann festgehalten werden, dass die Anzahl der Teilnehmenden in den Netzwerken kontinuierlich steigt und innerhalb der Netzwerke die Möglichkeiten zum Austausch, zur Kommunikation und zum kollaborativen Arbeiten auf einer zentralen Plattform immer stärker genutzt werden. Insgesamt werden die digitale Anreicherung und die damit verbundene Flexibilisierung und Individualisierung der Weiterbildungsangebote von den Teilnehmenden und den Dozierenden als gewinnbringend erachtet. Daher wird im Bereich der externen Weiterbildung aktuell u. a. ein Zusatzmodul „Digital Leadership“ mit einer noch stärkeren digitalen Anreicherung konzeptioniert und pilotiert. Der nächste Durchgang vom Workshop „Professionell Projektanträge konzipieren“ ist bereits terminiert und wird am 21. und 22. Oktober 2019 an der BTU Cottbus-Senftenberg stattfinden.

Möchten auch Sie für das ZWW ein digital angereichertes Weiterbildungsangebot durchführen? Ihre Angebotsideen und -bedarfe können Sie uns jederzeit persönlich oder per E-Mail an weiterbildung(at)b-tu.de mitteilen oder an unserer fortlaufenden Bedarfserhebung unter: https://evaluation.b-tu.de/evasys/online.php?p=ZCNSH teilnehmen. Bei der Umsetzung Ihrer Weiterbildungsangebote unterstützen wir Sie gern.

Selbstlernmodule zur Vorbereitung für wiss. Labore / Environmental Ressource Management Laborpraktikum
Einrichtung / Fakultät / FGFakultät 2 FG Biotechnologie und Wasseraufbereitung
Ansprech- bzw. InterviewpartnerDr. Jörg Böllmann


Kurzbeschreibung des Mikroprojekts:

Zur Vorbereitung der Studierenden auf das Laborpraktikum als Bestandteil des Kurses „Wastewater and Sludge Treatment“ im Studiengang Environmental and Ressource Management wurde die Praktikumsvorbereitung mit Moodle durch Erarbeitung interaktiver Selbstlernmodule als Online-Lernszenario fokussiert. Hierzu wurden verschiedene angeleitete Stationen als interaktive Selbstlerneinheiten entwickelt, die auf die Bedingungen des Praktikums abgestimmt sind. Fachlich wird die Entwicklung der Online-Inhalte durch den Dozierenden betreut, während das Multimediazentrum diese technisch realisiert.

Anhand der bereitgestellten Lernmaterialien können sich die Studierenden selbstständig und ergebnisbezogen auf das Laborpraktikum vorbereiten. Zwischen-Testate bieten die Möglichkeit der Selbstüberprüfung: Die Studierenden können ihre Ergebnisse sofort einsehen, den Wissenstand sukzessive feststellen und sich damit kontinuierlich verbessern. Sie folgen ihrem individuellen Lernweg, welcher sich am persönlichen Lerntempo orientiert.

Ziel ist es, die Lehrqualität zu erhöhen und damit die Motivation der Studierenden zu steigern sowie hingegen die Durchfallquote zu senken.

Zum Projekt gab es auch einen Beitrag in den BTU-News (Nr. 51), S. 34

Herr Dr. Jörg Böllmann beantwortete einige Fragen bzgl. seines neuen digital gestützten Lehrkonzeptes und reflektierte dieses kurz und knapp für uns. Lesen Sie selbst!

1.      Wodurch wurden Sie motiviert, Ihre Lehre digital zu stützen? Und warum haben Sie sich in Ihrem Fall für den Einsatz von semesterbegleitenden e-Tests/Selbstlerntests entschieden?

Im Rahmen des Q-Pakt Projektes standen finanzielle Ressourcen zur Verfügung, um mein Vorhaben umsetzen zu können. Uns war daran gelegen, die Studierenden zu motivieren, sich mit der Durchführung und den theoretischen Hintergründen eines Laborpraktikums obligatorisch auseinanderzusetzen. In den letzten Jahren waren viele Studierende in Bezug auf Durchführung, Berechnungen und Auswertung unzureichend vorbereitet. Dies bedeutete einen erheblichen Arbeitsaufwand für den Lehrstuhl. Bei diesjährig über 100 Studierenden wäre das nicht mehr zu stemmen gewesen. Daher bestand die obengenannte Motivation, ein entsprechendes Tool zur Verbesserung der studentischen Leistung gemeinsam mit dem eLearning-Teams des Multimediazentrums zu entwickeln.

2.      Wie sind die semesterbegleitenden e-Tests in das Gesamtkonzept Ihrer Lehrveranstaltung eingebunden? Mit welchem Aufwand ist dies verbunden?

Die Erstellung des Testates in Moodle stellt einen nicht zu unterschätzenden Arbeitsaufwand da. Zum einen müssen die verschiedenen Frageformate vorgestellt und verstanden werden. Vielen Dank an das Multimediazentrum für die Unterstützung. Dann müssen die Vorräte an die eigenen Bedingungen angepasst werden, was teilweise etwas Fantasie und Bastelei  bedurfte. Letztlich muss ein umfangreicher Fragenkatalog erstellt werden, die Fragen von Testpersonen durchlaufen werden und gegebenenfalls Fehler im Ablauf und den Fragen selber erkannt und behoben werden. Ich bin mir aber sicher dass der Aufwand auf lange Sicht gerechtfertigt ist.

Der Test wurde erstmalig angeboten und kann somit als Pilotprojekt angesehen werden. Die Einbindung muss sicherlich weiter angepasst werden. Vor dem Praktikum sollten alle Studierenden den Test durchlaufen. Allerdings war dieser nicht benotet und galt nicht als Voraussetzung für die Teilnahme am Praktikum. Dies könnte in Zukunft geändert werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, das Abschneiden der Studenten bei den einzelnen Aufgaben zu überprüfen, um eventuell nächstes Jahr einige Lehrinhalte in Vorlesung und Seminar zu vertiefen. 

3.      Wie wurden die semesterbegleitenden e-Tests von den Studierenden angenommen? Welches Feedback gab es diesbezüglich?

Es gab tatsächlich einige Rückmeldungen, die überwiegend positiv waren. Die zeitliche Einordnung des Testes kurz vor dem Praktikum wurde kritisiert, lässt sich aber wahrscheinlich schwer ändern.

4.      Haben Sie Verbesserungsvorschläge bzw. Tipps für andere Lehrende, die mit semesterbegleitenden e-Tests in Ihrer Lehre arbeiten wollen?

Generelle Tipps habe ich keine. Wir werden unser Konzept weiter ausbauen, anpassen und auf andere Module übertragen, was bereits teilweise geschehen ist. Ratschläge gebe ich gern bei Anfragen bezüglich konkreter Sachverhalte, verweise aber auch auf die kompetenten Mitarbeiter des Multimediazentrums.

Peer-to-Peer-Erklärvideos zur Unterstützung Flipped Classroom
Einrichtung / Fakultät / FGFakultät 3 (Maschinenbau, Elektro- und Energiesysteme), Lehrstuhl Qualitätsmanagement
Ansprech- bzw. InterviewpartnerDipl.-Ing. Marcus Branke

Kurzbeschreibung des Mikroprojekts (MP):

Im Rahmen der Vorlesung "Statistische Methoden des Qualitätsmanagements" erstellen Studierende als Teil der Prüfungsleistung themenspezifische Peer-Erklärvideos in Gruppen (z. B. Lernvideos zu statistischen Auswertungsverfahren). Dabei werden sie von Master-studierenden tutoriell betreut. Konzeptionelle und lerntheoretische Absprachen werden mit diesen und dem Dozierenden getroffen. Studierende erwerben durch diese Aufgabe didaktische (lernen, etwas zu erklären) und (Medien-)Kompetenz. Die Videos werden mittels Camtasia erstellt und angereichert. Anschließend werden diese vom Lehrstuhl  (fachdidaktisch) und dem Multimediazentrum (mediendidaktisch, technische Umsetzung) beurteilt und zum Schluss bewertet. Im Arbeitsprozess erfahren die Studierenden Unterstützung vom Multimediazentrum, indem Sie das Mooc-Studio benutzen dürfen. Perspektivisch: Die Peer-Erklärvideos werden gesammelt und sollen späteren Studienjahrgängen fachspezifische Inhalte bieten, um sich online im Selbststudium auf den Präsenzteil der Vorlesung vorzubereiten.

1.      Wodurch wurden Sie motiviert, Ihre Lehre digital zu stützen? Und warum haben Sie sich in Ihrem Fall für den Einsatz von Peer-Erklärvideos entschieden?

Wir wollten den Studierenden die Möglichkeit geben, die Inhalte der Veranstaltung auch außerhalb der Präsenzzeiten nachzuholen und damit unabhängiger zu sein. Weiterhin erhalten die Studierenden durch die Bereitstellung digitaler Materialien die Möglichkeiten sich die Lehrinhalte auf einem anderen Weg beizubringen, außerhalb der Vor-Ort-Veranstaltung. Ein weiterer wesentlicher Grund für die Einbindung und Erstellung von Lernvideos war, dass wir den Studierenden Kompetenzen im Bereich Digitalisierung vermitteln wollen; speziell auch der Umgang mit digitalen Produkten (Videosoftware, Software zum Darstellen und Lösen von statistischen Problemen, etc.). Dazu hat sich ebenfalls die Erstellung eines Lernvideos angeboten.

2.      Wie sind die Videos in das Gesamtkonzept Ihrer Lehrveranstaltung eingebunden? Mit welchem Aufwand ist dies verbunden? 

Die Videos dienen als Unterstützung für die Studierenden, um sich die Inhalte der Veranstaltung einerseits beizubringen/zu wiederholen und andererseits die praktische Anwendung mit einer Software darzustellen. Die Studierenden erstellen während der Lehrveranstaltung ein eigenes Lernvideo zu unterschiedlichen Themen der Veranstaltung (als Semesterprojekt). Vom Arbeitsaufwand umfasst das Projekt 2 SWS. Dazu wird in Studierendengruppen ein Drehbuch erstellt und anschließend fachdidaktisch von mir als auch mediendidaktisch von einer/m Mitarbeitenden des Multimediazentrums geprüft. Im nächsten Schritt soll das Drehbuch mit den entsprechenden Hinweisen umgesetzt werden, ebenfalls mit Unterstützung des Multimediazentrums. In Koordination und Abstimmung mit dem Multimediazentrum ist die Betreuung der Video-Gruppen gut zu handhaben (ähnlich wie andere Semesterprojekte), da auf Seiten des Lehrstuhls die fachliche Betreuung gewährleistet sein muss. Die multimediale Betreuung und Expertise wird durch die Kooperation mit dem Multimediazentrum sichergestellt.

3.      Wie wurden die Peer-Erklärvideos von den Studierenden angenommen? Welches Feedback gab es diesbezüglich?

Die Studierenden nehmen die eigenständige Video-Erstellung gut an. Die Videos helfen den Studierenden bei der Nachbereitung der Lehrveranstaltungen und der Vorbereitung auf die Prüfung. Das Videoprojekt stößt auf geteiltes Feedback: Einerseits empfinden die Studierenden die Erstellung eines Videos als ein interessantes Konzept, haben aber auch festgestellt, dass das Produzieren eines durchdachten und vorab geplanten Videos viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

4.     Haben Sie Verbesserungsvorschläge bzw. Tipps für andere Lehrende, die mit Peer-Erklärvideos in Ihrer Lehre arbeiten wollen?

Der Nutzen der Lehrvideos muss für die Studierenden von vorn herein klar sein. Weiterhin sollte das Lehrkonzept unbedingt auf die Videos abgestimmt werden sowie die Videos den Themen der Veranstaltung passen. Und ganz wichtig: früh genug die Unterstützung durch Medienexperten und Technikexperten sichern.

Und nun für alle, die neugierig geworden sind…hier der Link zum Youtube-Channel des Lehrstuhls inkl. der produzierten Peer-Erklärvideos.

Laboreinweisung mit interaktiven Medien über Moodle
Einrichtung / Fakultät / FGFakultät 1 FG Allgemeine Elektrotechnik und Messtechnik
Ansprech- bzw. InterviewpartnerDr. Roland Uhlig

Kurzbeschreibung des Mikroprojekts (MP):

Über interaktive Medien ermöglicht das Szenario den Teilnehmenden, sich im Selbststudium ohne tutorielle Betreuung Wissen anzueignen. In der Moodle-Aktivität „Lektion“ werden Inhalte zur Laboreinweisung ereignisbasiert angeboten und mit Zwischenfragen kombiniert. Das Testergebnis wird den Teilnehmenden nach Abschluss der Informationspräsentation angezeigt. Zudem kann der/die Kursbetreuer/in jederzeit per Lernfortschrittskontrolle den Wissensstand der Teilnehmenden einsehen und diese Daten sogar exportieren.

Eine solche Form der digitalen Anreicherung von Lernmaterialen kann die Lernmotivation der Teilnehmenden steigern und damit auch zur Verbesserung der Qualität der Lehre beitragen.

Dr. Roland Uhlig beantwortete einige Fragen bzgl. seiner Laboreinweisung, die sowohl Studierende als auch Mitarbeitende orts- sowie zeitunabhängig durchführen können.

Dr. Roland Uhlig: Laut dem Gesetzgeber wird bei Studierenden eine halbjährliche (pro Semester) und bei Mitarbeitenden eine jährliche Unterweisung gefordert. Dazu Termine zu finden, an denen alle zur gleichen Zeit teilnehmen können, ist sehr schwierig, aber dem Gesetzgeber ist Folge zu leisten. So wurde dieser Kurs angelegt und mit Studierenden und Mitarbeitenden im Herbst 2018 getestet.

1. Wodurch wurden Sie motiviert, Ihre Lehre digital zu stützen?
Und warum haben Sie sich in Ihrem Fall für eine Laboreinweisung mit interaktiven Medien entschieden?

In den vorhergehenden Jahren wurden die Unterweisungen öfters wiederholt bis alle Teilnehmenden unterwiesen waren. Dies lief bis auf Einzelunterweisungen hinaus, was sehr zeitaufwendig war. Da alle Unterlagen der Lehrveranstaltungen über die Lernplattform moodle zur Verfügung gestellt werden, war es naheliegend diese bekannte Lernplattform zu nutzen und als Unterweisungsteil einzuarbeiten.

2. Wie ist die Laboreinweisung mit interaktiven Medien in das Gesamtkonzept Ihrer Lehrveranstaltung eingebunden?
Mit welchem Aufwand ist dies verbunden?

Durch den erarbeiteten Unterweisungsteil kann dieser in verschiedene Kurse übernommen werden und halbjährlich wiederkehrende Arbeitszeit kann erspart werden. Die zu unterweisenden Inhalte sind sehr vielschichtig und sollten regelmäßig wiederholt werden. Die Erarbeitung von Fragen für den Foliensatz (Inhaltsseite) der Unterweisung ist mit den unterschiedlichen vorgegebenen Formen möglich. Eine Abfrage per Texteingabe hat sich als nicht so sinnvoll dargestellt. Die Verständnisfragen per Multiple-Choice, Wahr/Falsch oder Zuordnung sind am besten geeignet. Mit diesen technischen Möglichkeiten ist es gewährt den Forderungen des Gesetzgebers nachzukommen, die zu unterweisenden Inhalte auf das Verstehen zu überprüfen. Wiederkehrende inhaltliche Teile können von Jahr zu Jahr variiert und wiederholt werden. So können Unterweisungen durch die Variation der Belehrungs-Teile auch dynamisch angepasst werden. Mit einer kontinuierlichen Nutzung dieses Kurses wird der Arbeitsaufwand für den ersten erarbeiteten Kurs gerechtfertigt. Eine wiederholende Anwendung dieses Kurses oder dieser Kursteile verlangt aber auch eine kontinuierliche Betreuung (u. a. durch das Multimediazentrum).

3. Wie wurde die Laboreinweisung mit interaktiven Medien von den Studierenden angenommen?
Welches Feedback gab es diesbezüglich?

Diese neue und modere Art der Unterweisung wurde sehr positiv aufgenommen, da die Belehrung unabhängig von Ort und Zeit durchgeführt werden kann. Bei Verhinderung des Unterweisungstermins konnte es selbstständig zu einer passenden Zeit nachgeholt werden. Durch die Angabe der erreichten Punkte kann eine Entscheidung über eine Wiederholung oder Anerkennung erfolgen. Die Sicherheitsfachkraft der BTU Cottbus – Senftenberg lobte diese Art der Unterweisung. Der Nachweis der erbrachten Punkte ist als Teilnahmebestätigung an der halb-/jährlichen Unterweisung ausreichend. Diese online-Unterweisung kam so gut an, dass über eine Erweiterung nachgedacht wird. Sollte die finanzielle und personelle Unterstützung der Hochschulleitung und des Multimediazentrums vorliegen, wird eine Erweiterung der Unterweisung über einen separaten Kurs/Lektion für Mitarbeitende in unterschiedlichsten Bereichen und eine zusätzliche Version in englischer Sprache angestrebt.

4. Haben Sie Verbesserungsvorschläge bzw. Tipps für andere Lehrende, die interaktiven, digitalen Laboreinweisungen arbeiten wollen?

Momentane Verbesserungsvorschläge fallen mir nicht ein. In Zukunft werde ich die Unterweisung überarbeiten und anpassen. Über die momentanen Ergebnisse und Auswertungen bin ich sehr positiv erstaunt.

Paxisbeispiele von Lehrenden

Lernaktivitäten vorgestellt: Das Forum (mit Prof. Himmelmann)

T. Falke: Warum setzen sie die Lernaktivität „Forum“ ein?

Prof. Himmelmann: Beim Forum haben wir die Möglichkeit der Rückmeldung durch die Studierenden. Sie werden zu Aktivitäten aufgefordert:Einerseits zur Eigenaktivität des individuellen Lernenden,andererseits können alle sehen, was ihre Mitstudierenden äußern und können diese Stellungnahmen der anderen kommentieren.

T. Falke: Welches didaktische Konzept steckt hinter dem Einsatz der Lernaktivität?

Prof. Himmelmann: eLearning ist insgesamt eine Erweiterung der didaktischen Möglichkeiten um bestimmte Funktionen. Das heißt die Studierenden können zu Hause arbeiten, sie können auf Aufgabenstellungen schriftlich antworten und sie können auch miteinander etwas entwickeln. Das sind Dinge, die aus meiner Sicht die Präsenzlehre erweitern. Wenn die Lernaktivitäten, die Moodle bietet, entsprechend richtig eingesetzt werden, bringen sie auch Abwechslung bezüglich der didaktischen Möglichkeiten im Kurs.

T. Falke: Können sie ein Beispiel beschreiben, wo sie das Forum eingesetzt haben?

Prof. Himmelmann: Foren sind bei uns standardmäßig eingerichtet, sodass jeder Dozent darauf zurückgreifen kann. Häug nutzt man es dazu, entsprechende Belegarbeiten, die von den Studierenden erstellt werden, dort einstellen zu lassen. Damit werden sie auch für Mitstudierende zugänglich, die vielleicht noch einmal für Prüfungsvorbereitungen darauf zurückgreifen wollen oder für besonders interessierte Studierende, welche sich die anderen Themen, die sie nicht im Eigenreferat behandeln, noch einmal vertieft anschauen möchten. Ich setze das Forum aber auch zu speziellen Aufgabenstellungen ein. Im letzten Semester hatte ich im Seminar „Kommunikation und Medienkompetenz“ den Start mit einem Forum gewählt. Parallel zum Seminar gab es -mehr oder weniger zufällig- ein Funkkolleg im Radio zu dem Thema „Medienwirklichkeit 2.0 – Medienkultur im digitalen Zeitalter“. Dort suchte ich mir eine zeitnahe Einheit zum Seminar aus, die thematisch passte, stellte einen Link zu diesem Funkkolleg - ein Podcast mit einer halbstündigen Radiosendung - in Moodle ein. Dann habe ich die Aufgabe gestellt, dass die Studierenden sich diese Radiosendung, in der es um Computerspiele, Rollenspiele und ähnliches ging, anhören sollten und habe dann drei Fragen gestellt, die die Studierenden bezüglich der Aussagen in diesem Podcast beantworten sollten. Zusätzlich wurden die Studierenden aufgefordert zwei weitere Kommentare zu Stellungnahmen der Mitstudenten abzugeben. Das habe ich als verbindlichen Leistungsbestandteil des Kurses definiert, da es immer wieder ein paar Studierende gibt, die etwas nachlässig mit solchen Aufgaben umgehen, wenn sie nicht mit irgendwelchen negativen Folgen rechnen müssen.

T. Falke: Welche Probleme lassen sich beim Umgang mit dem Forum beschreiben? Worauf sollten Lehrende achten? Was sind Stolpersteine?

Prof. Himmelmann: Es müssen klar formulierte Fragen und Aufgaben gestellt werden, die wenig Interpretationsspielraum lassen. An solche Formulierung muss man sich erst gewöhnen. Man sollte den Umfang der Arbeit einschätzen können, den die Studierenden leisten sollen. Man muss ebenfalls bedenken, dass man als Dozent dieses Forum kommentieren sollte, was sicherlich Arbeit macht. Man sollte das Forum nicht für sich stehenlassen, sondern sowohl im Forum als auch im Seminar auswerten. Bei fortgeschrittenen Seminaren sollte jeder einzelne Beitrag kommentiert werden. Bei einführenden Veranstaltungen sollten besonders zutreffende Forenbeiträge hervorgehoben werden, um somit die Qualität der Aussagen zu bewerten.

Lernaktivitäten vorgestellt: Die Aufgabe (mit Prof. Stein/ S. Schmidt)

T. Falke: Warum setzen Sie die Lernaktivität „Aufgabe“ ein?

Prof. Stein/ S. Schmidt: Weil es eine Alternative zu den früheren klassischen Übungsaufgaben in Papierformist und es sich relativ problemlos am Rechner korrigieren lässt.

T. Falke: Welches didaktische Konzept steckt hinter dem Einsatz dieser Lernaktivität?

Prof. Stein/ S. Schmidt: Ich möchte, dass die Studierenden sich noch einmal außerhalb der Vorlesung mit dem Stoff beschäftigen. Wenn sie eLearning-Aufgaben abgeben müssen, ist dies eine Möglichkeit dazu.

T. Falke: Sind die Studenten dazu verpflichtet?

Prof. Stein/ S. Schmidt: Ja, das ist Voraussetzung, um an der Prüfung teilnehmen zu dürfen. Dafür müssen sie eine gewisse Anzahl von Punkten erreichen.

T. Falke: Ist das in der Studien- und Prüfungsordnung verankert?

Prof. Stein/ S. Schmidt: Nein, man kann aber Zulassungsvoraussetzungen definieren. Das steht bei uns als semesterbegleitende Leistungen in den Modulhandbüchern.

T. Falke: Können sie mir ein konkretes Beispiel beschreiben, wie sie die Lernaktivität „Aufgabe“ einsetzen?

Prof. Stein/ S. Schmidt: Das ist sehr unterschiedlich. In den Grundlagenvorlesungen erhalten die Studierenden jede Woche eine Frage, meistens zum aktuellen Stoff, welche dann in der nächsten Vorlesung ausgewertet wird. Sie müssen dabei etwas erläutern, erklären oder auch mal etwas rechnen. Es ist eine gute Möglichkeit, sich mit dem Stoff ohne großen Aufwand zu beschäftigen und gleichzeitig erhalten die Studenten ein Feedback. Aber es gibt auch andere Fächer, zum Beispiel „Rechnergestützte Messdatenerfassung“, wo die Studierenden teilweise ein Programm schreiben müssen. Dazu gebe ich Ihnen eine Aufgabenstellung vor, zum Beispiel eine Datei, die einzulesen und zu analysieren ist, und sie müssen das Programm hochladen. Das kann man aber nicht machen, wenn 60 Studierende im Kurs sind.

T. Falke: Was sind Hürden/ Stolpersteine/ Schwierigkeiten beim Einsatz dieser Lernaktivität?

Prof. Stein/ S. Schmidt: Mich stört, dass ein paar Einstellungsmöglichkeiten fehlen. Ich habe beispielsweise meine Vorlesung am Mittwoch und die Studierenden müssen bis zum jeweils nächsten Montag 23.55 Uhr die Aufgaben abgeben. Das kann ich so nicht einstellen. Dazu muss ich jedes Mal das Datum und die Uhrzeit per Hand eingeben, obwohl es jede Woche das Gleiche ist. Die Formatierungen sehen manchmal ein bisschen komisch aus, aber das hat sich mit der neuen Version gebessert. Eine große Hürde ist, dass die Studierenden ihre Hochschul-Emailadressen nicht abrufen und somit nicht mitbekommen, wenn ich Sie über eine neue Aufgabenstellung oder eine Ergänzung der Aufgabenstellung informiere. Somit erhalten sie auch kein Feedback.Schön wäre auch, wenn man Antworten vergleichen könnte. Denn es bürgert sich immer mehr ein, dass die Studierenden voneinander „abkupfern“ oder die gleiche Quelle nutzen. Das ist nicht effektiv. Ich hatte es im Extremfall im letzten Semester, als 30 von 40 Studierende nahezu die wortgleiche Lösung abgegeben haben.Dann ist der Lerneffekt nicht da. Ich habe noch einen Kritikpunkt. Moodle wurde wohl von jemandem programmiert, der einen großen Bildschirm hat. Wenn ich mir die Bewertungsübersicht einer größeren Gruppe anschauen will, muss ich erst nach ganz unten scrollen, um zur Spalte „Summe der Kategorie“ zu kommen, und dann wieder nach oben, um zu sortieren. Wenn oben auch ein Scrollbar wäre, das wäre gut. Und wenn ich Aufgaben korrigiere, dann sehe ich beim Menü „Bewertung“ immer nur den Bereich 0 bis 18 Punkte. Glücklicherweise liegen die Bewertungen der meisten Studierenden doch eher bei Zahlen in der Nähe von 100 als von 0, aber um dahin zu kommen, muss ich auch wieder Scrollen.

Lernaktivitäten vorgestellt: Der Screencast (mit Prof. Schröder)

T. Falke: Warum setzen sie Screencasts ein? Was ist das überhaupt?

Prof. Schröder: Wikipedia versteht darunter: „Ein Screencast (engl.)ist ein digitaler Film, der die Abläufe bei der Verwendung von Software am Computer-Bildschirm wiedergibt und gegebenenfalls beschreibt.“ In der Vorlesung Bioinformatik geht es exakt um diese Anwendung. Für die Molekularbiologie hingegen ist mein Screencast eine mit Video und Audio unterstütze Dokumentation komplexer Vorlesungsinhalte anhand einer Prezi-Präsentation oder Powerpoint-Folie.

T. Falke: Welches didaktische Konzept steckt hinter dem Einsatz der Lernaktivität?

Prof. Schröder: Der Screencast als Element des E-Learnings unterstützt die didaktische „Wirksamkeit“ der Vorlesung. Die uneingeschränkte Verfügbarkeit des Lehrstoffs als digitaler Film erlaubt es den Studierenden, den Zeitpunkt der „Stoverarbeitung“ eigenständig zu bestimmen. Die Intensität der Nutzung wird dabei, abhängig vom Wissensstand, individuell variieren. Zudem stellt ein Screencast sicher, dass der Inhalt fehlerfrei undeindeutig präsentiert wird. Gerade bei anspruchsvollen Themen ist das durchaus ein Vorteil. Aus meiner Sicht ergänzt der Screencast die Präsenzlehre in einer medialen Form, die von Studierenden positiv aufgenommen wird.

T. Falke: Können sie ein Beispiele beschreiben, wo sie das Screencast eingesetzt haben?

Prof. Schröder: Bioinformatische Fragestellungen werden mit webbasierten Programmen bearbeitet. Im Zentrum meiner Vorlesung steht die gezielte Anwendung dieser Software im „molekularbiologischen Laboralltag“. Über den Screencast kann ich an einem konkreten Beispiel die Nutzung eines Programmes für jeden Studierenden nachvollziehbar darstellen. Der Audiokommentar ergänzt die visuellen Schritte,„Mausbewegung“ und „Klick-Aktivität“ auf dem Bildschirm, durch entsprechende Hinweise. In den Übungen ist er dann Grundlage für die Bearbeitung der gestellten Aufgaben. In der Molekularbiologie werden komplexe Sachverhalte anhand einer Folie über Betonung mit dem Mauszeiger und ergänzt durch den Audiokommentar aufbereitet. Mittelfristig möchte ich dazu übergehen, Themengebiete über einen Screencast einzuführen, den Studenten also bereits vor dem eigentlichen Präsenztag zur Verfügung zu stellen. Davon verspreche ich mir eine gezieltere Vorbereitung auf Seiten der Studierenden und eine Grundlage für Verständnisfragen während der Vorlesung.

T. Falke: Welche Probleme lassen sich beim Umgang mit dem Screencast beschreiben? Worauf sollten Lehrende achten? Was sind Stolpersteine?

Prof. Schröder: Der Screencast hat eine zentrale Einschränkung, den zeitlichen Aufwand. Das bedeutet, dass eine Screencast-Sammlung erst im Laufe der Zeit für die Studierenden zur Verfügung stehen wird. Dieses Element des eLearnings ist also nur gezielt einsetzbar. Softwareseitig sollte eine professionelle Lösung gesucht werden, um eine Nachbearbeitung zu ermöglichen, denn nicht jeder Erstentwurf ist „perfekt“. Oft wünschen Studierende Ergänzungen oder nachträgliche Änderungen, die manchmal einen „Neustart“ nötig machen. Bisher nutze ich „Snagit“, möchte aber demnächst auf „Camtasia“ umsteigen, das zusätzliche Editiermöglichkeiten anbietet. Meine Empfehlung an interessierte Lehrende: von anfänglichen Schwierigkeiten nicht abschrecken lassen, denn mit der Zeit wächst die Sammlung und wird zu einem effizienten didaktischen Werkzeug.

Lernaktivitäten vorgestellt: Die Abstimmung (mit K. Robel)

T. Falke: Welches Ziel verfolgen Sie mit der Nutzung der Lernplattform?

K. Robel: Die Lernplattform setze ich ein, um mit den Studierenden zu kommunizieren. Einerseits spare ich mir Aushänge, anderseits weiß ich, dass die Information auch zu den Studierenden kommt, dass die von mir erstellten Forenbeiträge auch per E-Mail an die Seminarteilnehmer persönlich versendet werden.

T. Falke: Warum setzen Sie die Lernaktivität Abstimmung ein?

K. Robel: Also die Abstimmung verfolgt das Ziel, dass der Dozent mit den Studierenden Termine vereinbaren kann, so dass sich also Studierende Termine in dem von mir vorgegebenen Rahmen aussuchen können. Darüber hinaus habe ich die Lernaktivität Abstimmung auch zur Einschreibung in Wahlmodule im Einsatz. Das Schöne, im Gegensatz zu den Papierlisten ist, dass die Studierenden auch die Möglichkeit haben, sich einfach umzuentscheiden. Sie können sich eintragen, austragen, umentscheiden, bis zu einem von mir eingestellten Termin. Man hat eben auch nicht das Problem, dass der Zugang zu den bisher verwendeten Papierlisten eingeschränkt ist. Das ist über die Lernplattform, die 24 Stunden am Tag verfügbar ist, einfacher zu organisieren.

T. Falke: Welche Funktionen bietet für Sie die Lernaktivität „Abstimmung“?

K. Robel: Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen können zu einer Frage abstimmen. Es besteht die Möglichkeit, unendlich viele Abstimmungsmöglichkeiten anzugeben. Zusätzlich kann noch eine Begrenzung der Zahl der Antworten und eine zeitliche Eingrenzung angegeben werden. Über das Ende der Abstimmung hinaus ist für die Studierenden jederzeit erkennbar, welche Auswahl sie persönlich in der Abstimmung getroffen hatten. Die Entscheidung, ob das Ergebnis einer Abstimmung während des bekanntgegebenen Zeitraumes für Teilnehmer und Teilnehmerinnen immer oder nie veröffentlicht wird, liegt beim Dozenten. Darüber hinaus können aus den Abstimmungsmodulen Teilnehmerlisten exportiert und ausgedruckt werden.

T. Falke: Welchen Mehrwert sehen Sie beim Einsatz der Lernaktivität „Abstimmung“?

K. Robel: Der Mehrwert für die Studierenden liegt vor allem in der zeit- und ortsunabhängigen Bearbeitung von organisatorischen Aufgaben, die für die jeweilige Lehrveranstaltung notwendig sind. Dies kann mal mehr, aber auch mal weniger sein. Wichtig ist, dass für diese organisatorischen Aufgaben keine Zeit im Seminar vergeudet wird. Somit können die Studierenden in Ruhe und ggf. nach einem Diskussionsbedarf untereinander z.B. die von ihnen gewünschten Gruppen zur Bearbeitung eines Projektthemas bilden.

Lernaktivitäten vorgestellt: Vorlesungsaufzeichnungen (mit Prof. Jost)

T. Falke: Warum setzen Sie Vorlesungsaufzeichnungenein?

Prof. Jost: Die Vorlesungsmitschnitteverwende ich einerseits für Studierende, die eine Vorlesung verpasst haben, aber auch in der Prüfungsvorbereitung finden Sie Einsatz. Wir haben schon vorüber 10 Jahren mit Vorlesungsaufzeichnungen angefangen. Die technischen Vorraussetzungen und Geräte dazuhaben sich inzwischen jedoch enorm weiterentwickelt. Man kann mit dem Vorlesungsaufzeichnungsgerät „TeleTASK“, relativ unkompliziert mit Unterstützung einer Hilfskraft Vorlesungsaufzeichnungen anfertigen. Das Besondere dieser Vorlesungsaufzeichnungen ist es, dass die Folien der Präsentationen bzw. der Inhalt des Monitors zeitsynchron zu dem Videobild des Dozenten dargestellt werden. Die Vorlesungsaufzeichnungen dienen aber nicht dazu die Vorlesung zu ersetzen.

T. Falke: Welches didaktische Konzept steckt hinter dem Einsatz der Vorlesungsaufzeichnungen?

Prof. Jost: Mein didaktisches Konzept beim Einsatz der Vorlesungsaufzeichnung ist, dass grundlegende Zusammenhänge wiederholt werden können. Auch bei der Bearbeitung von praktischen Fragestellungen können die Studierenden offene Fragen mittels der Vorlesungsaufzeichnungen bearbeiten. Ich arbeite aber auch viel mit Texten, so dass die Studierenden auswählen können, ob sie sich das Grundlagenwissen aus der Vorlesungsaufzeichnung wiederholen oder lieber in den von mir angegeben Quellen nachlesen. Zusätzlich zu den Vorlesungsaufzeichnungen habe ich auf die Lernplattform Interviews mit realen Patienten und mit Angehörigen als Videomitschnitte gestellt. Diese Videos mit realen Patienten halte ich für besser als psychisch Kranke im Auditorium vorzuführen.

T. Falke: Welchen Mehrwert der Vorlesungsaufzeichnungen sehen Sie für Studierenden?

Prof. Jost: Die technischen Möglichkeiten Videos einzusetzen haben sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. So haben viele Studierende Laptops oder andere mobile Endgeräte, so dass sie sich die Vorlesungsaufzeichnungen an unterschiedlichen Orten anschauen können. Orts- und zeitunabhängiges Lernen wird unterstützt.

T. Falke: Was sind Fallstricke beim Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen? Welche Probleme können Sie identizieren?

Prof. Jost: Die größte Hürde bei diesen Videoaufzeichnungen sind die technischen Probleme, die mit dem Abspielen von Videoaufzeichnungen zusammenhängen. Hin und wieder laufen dann die Videos doch bei einigen Studierenden nicht oder die Abspielqualität ist nicht optimal. Die technische Anfälligkeit und die technischen Anforderungen sind auf jeden Fall höher als beim Abrufen von PDF Dokumenten. Der zweite Fallstrick ist, wenn man gesundheitlich etwas angeschlagen gefilmt wird, stellt sich die Frage, ob man sich so präsentieren möchte. Aber die Studierenden kennen mich ja ohnehin live. Die Videos dienen ja nicht dazu, Unbekannten diese Videos isoliert zur Verfügung zu stellen; die Videos werden verwendet im Kontext der Studenten-Dozenten-Beziehung.

Lernaktivitäten vorgestellt: Die Abstimmung (mit K. Roesler-Istvánnffy)

T. Falke: Warum nutzen Sie die Lernplattform?

K. Roesler-Istvánnffy: Also ich nutz‘ die Lernplattform für den eigenen Unterricht. Das Einfachste ist natürlich, dass man Materialien einstellen kann, die sich die Studierenden dann von Zuhause abrufen können, und ich nutze es auch in der Studienorganisation für die Wahl der Kurse, wo die Studenten dann von Zuhause aus die Kurse wählen können und nicht an einer Wand stehen, um sich in Listen eintragen müssen.

T. Falke: Warum setzen Sie die Lernaktivität „Abstimmung“ ein? Welches Ziel verfolgen Sie damit?

K. Roesler-Istvánnffy: Damit sich der Kampf um die Plätze auf die Online-Ebene verlagert und nicht in der Realität stattfindet. Die Wahl kann somit auch vor dem Semesterbeginn durchgeführt werden, viele sind ja da dann noch im Arbeitsprozess oder treffen ihre Wahl der Lehrveranstaltungen im Urlaub. Praktisch ist es auch nach dem Ablauf der Wahl, die Listen sind fertig, und man kann sie an die Lehrenden weitergeben. Also es ist vorrangig für mich eine Arbeitserleichterung, es spart mir viel Zeit und die Studierenden sind auch zufrieden. Die Lehrenden müssen sich nicht mehr um die Zuordnung der Studierenden zu den einzelnen Lehrveranstaltungen kümmern, sie müssen kein Losverfahren durchführen, um die Studierenden bei überfüllter Lehrveranstaltung auszusortieren.

T. Falke: Welchen Mehrwert hat‘s für die Studierenden?

K. Roesler-Istvánnffy: Die Studierenden profitieren in der Weise davon, dass sie nicht extra herkommen müssen, um sich für die Veranstaltungen für das kommende Semester einzuschreiben, sie bekommen die kompletten Informationen über Moodle zur Verfügung gestellt. Sie sind dadurch wesentlich flexibler. Darüber hinaus ist es auch unser Ziel, eine familienfreundliche Hochschule zu sein.

T. Falke: Was sind Fallstricke beim Einsatz von „Abstimmungen“ oder welche Probleme könnten auftreten?

K. Roesler-Istvánnffy: Probleme treten leider doch hin und wieder auf, diese sind aber selten. Wer keinen guten Computer oder eine schlechte Internetverbindung hat, der hat das Problem, dass er zu der Zeit, zu der er wählen kann, dann möglicherweise gerade nicht ins Internet kann z.B. . Das sind wirklich Probleme, wo dann auch welche nachher kommen „Ich konnte mich nicht einwählen, weil …“. Was noch ein Problem für mich darstellt ist, dass in der Lernaktivität „Abstimmung“ keine Mehrfachauswahl möglich ist. Das ist bei der Erstellung hin und wieder ein Problem, aber die Mitarbeiter des E-Learning Teams haben mir dann Möglichkeiten aufgezeigt, wie ich dies realisieren kann. Es gibt letztlich auch viele Möglichkeiten und Wege, in Moodle bestimmte Sachen abzubilden.

Lernaktivitäten vorgestellt: QuestionType (mit C. Steinert)

T. Falke: Steigen wir allgemein ein. Warum nutzen Sie Lernplattformen?

C. Steinert: Die Lernplattform bietet viele Möglichkeiten, Studierenden Hilfestellungen zu geben, die eigene Lehre voran zu treiben und eigene Sachen einzustellen und das vor allem im Bereich der Naturwissenschaften, aber natürlich auch in anderen Bereichen. Wir nutzen die Lernplattform hauptsächlich zum Erstellen von Tests bzw. eAssessments.

T. Falke: Warum setzen Sie die Lernaktivität Question Type ein? Was ist das überhaupt?

C. Steinert: Die Lernaktivität Question Type dient dazu, ein eAssessments zu erstellen, welches ein Teil des Moduls Tests im eLearning ist. Das Modul sorgt dafür, dass man das Wissen der Studierenden abfragen kann. Das Modul Question Typ ist dafür da, dass man den Studierenden Aufgaben mit wechselnden Variablen geben kann. Das ist besonders im mathematischen Bereich sinnvoll, da jeder Studierende seine eigenen Aufgaben bekommt bzw. immer wieder eine neue Aufgabe trainieren kann.

T. Falke: Welches didaktisches Konzept steckt hinter dem Einsatz der Lernaktivität Question Type?

C. Steinert: Dass das Gelernte immer wieder wiederholt werden kann. Eine Art Try and Error. Wenn man einen Fehler gemacht hat, kann man die Aufgabe, nach dem man sich die Lösung im ausführlichen Feedbacksystem durchgelesen hat, nochmal die gleiche Aufgabe versuchen mit dem neu erworbenen Wissen. Und das kann man so oft probieren, bis man es verstanden hat und das zeigt einem das Modul bzw. das Feedback dann am Ende an, ob man es verstanden hat oder nicht.

T. Falke: Werden auch Lösungswege aufgezeigt?

C. Steinert: Es wird immer ein Lösungsweg aufgezeigt. Es gibt ja viele verschiedene. Wir zeigen einen Lösungsweg. Am Ende vergleichen die Studierenden das Ergebnis und nutzen dann, wenn Sie die Aufgabe neu rechnen wollen, unseren Lösungsweg oder einen eigenen. Man kann Lösungswege anzeigen.

T. Falke: Welchen Mehrwert sehen Sie bei dem Einsatz dieser Lernaktivität für Studierende?

C. Steinert: Die Studierenden können sich zu Hause selbstständig insbesondere in ihren Problembereichen schulen. Die Studierenden bekommen durch die Assessments aufgezeigt, wo ihre Probleme liegen, und diese Probleme können sie immer wieder trainieren, indem Sie einfach immer eine neue Aufgabe bekommen und immer wieder neu schauen können, ob sie es verstanden haben oder es nicht verstanden haben. Die Studierenden können selbstständig selbstkontrollierende Aufgaben rechnen und kriegen ihr Feedback. Etwas Besseres gibt’s eigentlich gar nicht, wenn man wirklich etwas lernen möchte. Wenn man zu Haus sitzt und etwas auf ein Blatt Papier schreibt, weiß man noch lange nicht, ob es richtig ist.

T. Falke: Und welchen Mehrwert hat diese Lernaktivität Question Type für Lehrende?

C. Steinert: Lehrende können das auch aktiv in Ihre Lehre einsetzten, indem Sie Studierenden z.B Hausaufgaben aufgeben. Diese Hausaufgaben müssen Sie dann auch nicht mehr händisch einsammeln und kontrollieren lassen. Die Hausaufgaben können Sie direkt automatisch im E-Learning eins zu eins live den Studierenden zur Verfügung stellen und einfach kontrollieren lassen. Also die Handarbeit geht einfach verloren. Und dieses Modul hat den Vorteil gegenüber anderen Testmodulen, dass jeder Studierende eine eigene Aufgabe durch verschiedene Zahlen bekommt und darüber hinaus Betrugsversuche vermieden werden können, weil jeder verschiedene Zahlen hat.

T. Falke: Welche Probleme können beim Einsatz auftauchen?

C. Steinert: Das Modul Question Types ist relativ komplex formuliert bzw. geschrieben. Viele Probleme, die auftauchen können, liegen momentan eher beim Nutzer, weil er das Modul noch nicht richtig nutzen kann bzw. weiß, wie er damit umgehen kann. Man muss ein wenig Zeit investieren, um wirklich heraus zu finden, wie welche Variablen definiert werden können bzw. wo man etwas einsetzen kann. Weiterhin fängt dieses Modul mit einem algebraischen System im Hintergrund schon viele Fehler ab. Betrachtet man z.B. einem normalen Test, indem man einfach eine Antwort als Wort eingibt, würde dieses Modul das Wort einfach abfangen, indem die Syntax dahinter einfach verglichen wird. Sei die Antwort zum Beispiel a*b und man gibt b*a ein, Faktoren kann man ja vertauschen, würde es das Modul auch erkennen.

T. Falke: Wie aufwendig ist das Ganze und wie lang schätzen Sie muss man sich da einarbeiten?

C. Steinert: Das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Wenn man etwas eLearning affin ist und man schon viele eigene Tests erstellt hat funktioniert es schneller. Ich habe ungefähr eine Woche gebraucht um die ganzen Grundfunktionen zu verstehen bzw. pro Tag etwa eine Stunde um das wirklich erstellen zu können und dann wirklich ein Ergebnis am Ende zu sehen das man einen eigenen Test erstellt hat mit wechselnden Variablen.

T. Falke: Sie arbeiten ja beim E-Learning Team. Wie unterstützen sie die Lehrenden dann dabei? Was können Sie für einen Service anbieten?

C. Steinert: Wir produzieren zusammen mit den Lehrenden diese Tests die dann auch mit den Lehrenden eingesetzt werden können. Es ist für Lehrende sehr komplex, da sie noch andere Aufgaben haben als nur Tests zu erstellen und wir helfen den Lehrenden in dem wir das mit erstellen und den Studierenden zu Verfügung stellen bzw. für die Lehrenden teilweise mitschreiben und Anleitungen dafür erstellen.

T. Falke: Vielen Dank!

Lernaktivität vorgestellt: Der Chat (mit Dr. K. Mengel)

T. Falke: Wie und warum nutzen Sie die Lernplattform?

Dr. K. Mengel: Ich nutze die Lernplattform für die Studierenden des deutsch-polnischen Studienganges (Soziale Arbeit) in einem Onlinebegleitseminar, hier konkret die Möglichkeiten des Gruppen- und Einzelchats sowie der Forenaufgaben. Warum? Da muss ich etwas ausholen, damit die Anwendung deutlich wird. Bei uns sind praktische Studienabschnitte wichtige und zentrale Bestandteile im anwendungsorientierten Studium und bilden die Grundlage für die geforderte Vermittlung eines Theorie-Praxis-Bezuges. Die Studierenden absolvieren im dritten Semester ein praktisches Studiensemester über 20 Wochen in sozialen Einrichtungen in Polen; dabei werden sie fachlich in wöchentlichen Begleitseminaren an der Hochschule unterstützt.

T. Falke: Welches didaktische Konzept wird verfolgt?

Dr. K. Mengel: Allgemeine Lernziele des praktischen Ausbildungsabschnittes sind der Erwerb und die Entwicklung von Fach-, Handlungs- und Persönlichkeitskompetenzen. Die fachliche Betreuung und Begleitung des Praktikums seitens der Hochschule ist bei uns wichtiger curricularer Bestandteil des anwendungsorientierten Studiums. Im Vordergrund auch der Onlineveranstaltungen stehen dabei Themen wie Berufsrolle, Berufskompetenz oder Selbstreflexion.

T. Falke: Wie konkret sieht die Onlinebegleitung aus?

Dr. K. Mengel: Themen und Inhalte der „Praxisbegleitung-online“ gleichen in wesentlichen Bestandteilen denen der Praxisbegleitveranstaltung für Inlandspraktika an der Hochschule, unterscheiden sich aber durch die fehlende VorOrt-Präsenz der Studierenden in der Form und Methodik. Festgelegt sind zeitliche und fachinhaltliche Vorgaben der Chats und Foren. Konkret müssen die Studierenden u.a. wöchentlich Forenaufgaben beantworten. Themen können, neben den oben bereits benannten, bspw. auch das Sozial- oder Rechtssystem des Gastlandes sein – und hier interessiert insbesondere der Vergleich zu Deutschland. Sie können die anderen Beiträge einsehen und treten in einen fachlich begleiteten Austausch miteinander. Es finden also Reflexionen der Forenantworten statt. Dazu gibt es einen Gesamtchat mit den Gruppenteilnehmern, hier werden insbesondere wichtige aktuelle Praxiserfahrungen und Probleme erörtert oder offene Fragen aus den Foren „live“ diskutiert. Für vertiefende Erörterungen steht wiederum der Einzelchat zur Verfügung.

T. Falke: Welchen Mehrwert hat dies für die Studierenden?

Dr. K. Mengel: Nur über die Lernplattform ist es überhaupt möglich, diese Form der Praxisbegleitung anzubieten. Die Studierenden setzten sich durch das Onlineseminar viel intensiver mit den Themen auseinander. Befragungen der Rückkehrer ergaben, dass die Seminarform einer virtuellen Praxisbegleitung sich positiv auf das Erreichen der entsprechend des individuellen Ausbildungsplanes aufgestellten persönlichen Lernziele des Praxissemester auswirkt. Besonders hervorgehoben werden der Raum für zeitnahe Gespräche und auch Einzelreflexionen bspw. in Krisenbewältigungssituationen.

T. Falke: Welche Hürden/Schwierigkeiten/Perspektiven bestehen?

Dr. K. Mengel: Es ist natürlich gerade bei der gemeinsamen Chatsitzung mit vielen Beteiligten nicht einfach, die Struktur zu bewahren. Jeder Teilnehmer muss konzentriert bleiben und darf bspw. mit Zwischenrufen nicht den Gesamtablauf stören. Dazu haben wir gemeinsam mit dem E-Learning-Team Chatregeln aufgestellt. Das klappte ab dem zweiten, dritten Durchgang dann recht gut. Eine Perspektive wäre sicher ein Video-Chat. Diesen haben wir auch bereits versucht; er ist aber, häufig auch auf Grund der technischen Möglichkeiten im Ausland, sehr störanfällig und war letztlich nicht gut praktikabel. Zudem erschienen mir sowohl Konzentration der Studierenden als auch die fachliche Qualität bei schriftlichen Chatbeiträgen insgesamt höher. Das ist auch bei dem Einzelchat zu bemerken. 

Lernaktivität vorgestellt: Die Praxisstellendatenbank (mit Dr. B. Wenzke)

Tobias Falke: Welches Ziel verfolgen Sie mit der Nutzung der Lernplattform Moodle?

Dr. Barbara Wenzke: Moodle bietet mir vor allem die Möglichkeit der Kommunikation und somit der einfachen Erreichbarkeit von Studierenden oder ganzen Gruppen von Studierenden, insbesondere während der Zeit im Praktikum. Natürlich benutze ich es auch um meine Daten im Praxisamt an die Studierenden weiterzugeben oder um nach meinen Veranstaltungen nochmal einzelne Elemente zur Ergänzung des Inhaltes einzustellen.

Tobias Falke: Welche Vorteile bietet Ihnen die Nutzung der Praxisstellendatenbank?

Dr. Barbara Wenzke: Datenbanken sind typisch für ein Praxisamt. Diese werden in ganz Deutschland genutzt, wobei unsere besonders gut strukturiert ist. Es gab bereits Anfragen zur Gestaltung und zum Aufbau von anderen Hochschulen. In der Datenbank werden Informationen zu den Praxisstellen zur Verfügung gestellt oder darüber welche Institutionen auf der Suche nach einem Praktikanten sind. Hier wird auch ersichtlich mit welchen Praktika wir die staatliche Anerkennung vergeben und dass diese bestimmten Kriterien unterliegen. Zusätzlich habe ich über die Praxisstellendatenbank die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den Studentinnen und Studenten, es erlaubt mir Anfragen der Studierenden schnell und effizient zu beantworten und erlaubt das Führen von Statistiken über bestimmte Zeiträume um damit Aussagen über die gewählten Arbeitsfelder zu treffen, zum Beispiel welche Tätigkeiten momentan im Kommen sind oder welche in den vergangenen Jahren besonders beliebt waren.

Tobias Falke: Welchen Mehrwert sehen Sie in der Praxisstellendatenbank für die Studierenden?

Dr. Barbara Wenzke: Die Studierenden können sich einen Überblick verschaffen, welche Praktikumsplätze angeboten werden, jedoch ist es wichtig, dass die Datenbank regelmäßig aktualisiert wird. Für Studierende ist es oft nicht ganz einfach die Vielfalt der sozialen Arbeit zu erfassen, daher ist es praktisch wenn dieses Problem mithilfe der Praxisstellendatenbank gelöst werden kann.

Tobias Falke: Welchen Einuss haben Studierende auf die Datenbank? Können auch von Ihnen Daten eingegeben werden?

Dr. Barbara Wenzke: Nur indirekt. Manchmal wäre es sogar wünschenswert um die Aktualität der Datenbank zu erhalten, zum Beispiel wenn es in dem Praktikumsbetrieb neue Ansprechpartner gibt. Der Prozess verläuft so, dass die Studentinnen und Studenten einen Aufnahmeantrag für ihre Praxisstellen einreichen und diese dann durch mich eingestellt werden. In der letzten Überarbeitung der Praxisstellendatenbank wurde noch die Funktion hinzugefügt, in der die Studierenden im nachhinein ihre Praxisstellen bewerten können.

Tobias Falke: Gibt es Probleme beim Einsatz der Datenbank?

Dr. Barbara Wenzke: Es ist eine Herausforderung, so eine Datenbank aktuell zu halten.

Tobias Falke: Haben Studierende Probleme beim Einsatz der Datenbank?

Dr. Barbara Wenzke: Bisher gab es keine Probleme. Eher sind die Studierenden enttäuscht, dass das Programm nicht mehr aktuell ist oder die Praxisstelle keine Studierenden mehr haben möchte.

Lernaktivität vorgestellt: Die Mathe App (mit T. Kutzner)

Tobias Falke: Welches Ziel hat die Nutzung der Mathe App?

Tobias Kutzner: Die Mathe App hat zum Ziel, die aktuellen Kenntnisse in der Mathematik zu testen und zu verbessern. Die erste Version der App (Schulmathe App) ist für einen Einstieg ins Studium gedacht. Neben den Mathematik Vor- und Begleitkursen für den angehenden Studierenden, bietet die App die Möglichkeit, Mathematikkenntnisse zu testen und zu verbessern. Jeder Interessierte kann die kostenfrei verfügbare App auf dem eigenen Smartphone installieren und ist somit unabhängig von Ort und Zeit. Außerdem ist sie so immer gribereit um die Aufgaben zu lösen.

Tobias Falke: Welches didaktische Konzept steckt hinter dem Einsatz der Mathe App?

Tobias Kutzner: Das Grundkonzept der App wurde zu Projektbeginn von Frau Prof. Dr. Wälder entwickelt, durch studentische Arbeiten umgesetzt und im Projekt durch studentische Hilfskräfte unter meiner Betreuung kontinuierlich weiterentwickelt. Das Konzept beruht auf dem schrittweisen Lösen von mathematischen Aufgabenstellungen. So löst der Nutzer verschiedene Aufgaben eines Tests handschriftlich und kontrolliert seine Lösung mit dem vorgegebenen Ergebnis in der App. Je nachdem wie gut er die Aufgaben gelöst hat, wird er zum nächsten Test oder Pool mit weiteren Aufgaben des gleichen Typs oder neuen Aufgaben weitergeleitet. Quantitative Parameter wie: spezische Hilfen, eine spezische Zeit für jede Aufgabe und die Angabe des Gefühls beim Lösen der Aufgabe unterstützen dabei. Abgerundet durch eine finale Statistik erhält der Nutzer ein Feedback über seinen Leistungsstand.

Tobias Falke: Können Sie bitte ein Beispiel beschreiben wie die Mathe App eingesetzt wird?

Tobias Kutzner: Im Mathematik Vorkurs 2014/2015 wurde der erste Prototyp der App bereits erfolgreich eingesetzt. Durch Evaluationen haben wir erfahren, dass die App gut von den angehenden Studierenden angenommen wird und auch gleich einige Verbesserungsvorschläge, die in die aktuell veröffentlichte App mit eingeflossen sind, mitgeteilt bekommen.

Tobias Falke: Welchen Mehrwert hat die Mathe App für Studierende?

Tobias Kutzner: Die angehenden Studierenden können unabhängig von Ort und Zeit bei jeder Gelegenheit Mathematikaufgaben bearbeiten und bekommen, ohne eine Prüfung abzulegen, völlig zwanglos eine Aussage über Ihren aktuellen Leistungsstand.

Tobias Falke: Welchen Mehrwert sehen Sie als Lehrende/r?

Tobias Kutzner: Da ich selbst kein Lehrender im Fach Mathematik bin, kann ich mich nur auf die Aussagen der Dozenten berufen, die die App bisher getestet haben. Positiv werden das unabhängige Lösen der Aufgaben, die spezischen Hilfen zu jeder Aufgabe und die Statistik mit den Richtwerten für den angehenden Studierenden oft genannt.

Tobias Falke: Gibt es Problem oder Fallstricke beim Einsatz der App?

Tobias Kutzner: Beim Einsatz der App gibt es, wenn man sich die Anleitung auf der Startseite durchliest, keine Fallstricke. Die App wird kontinuierlich im Projekt getestet und weiterentwickelt, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Lernaktivität vorgestellt: Videokonferenzen mit Adobe Connect (mit C. Waschnik)

Tobias Falke: Warum setzen Sie Videokonferenzen ein?

Christopher Waschnik: Der große Vorteil bei Videokonferenzen ist das Nicht-Gebundensein an einen Ort. Auch wenn man sich nicht vor Ort trifft, ist eine Videokonferenz dennoch persönlich, denn man sieht sich immer noch gegenseitig.

Tobias Falke: Können Sie bitte ein Beispiel beschreiben wie Sie Videokonferenzen einsetzen?

Christopher Waschnik: Beim diesjährigen Mathevorkurs wurde ein Live-Online-Tutorium angeboten. Die kommenden Studierenden hatten somit die Möglichkeit auch von zu Hause aus am Tutorium teilzunehmen. Ein weiterer Vorteil war es, dass das Tutorium auf der Lernplattform gespeichert wurde und sie die Möglichkeit hatten, es jederzeit wieder anzusehen.

Tobias Falke: Welchen Mehrwert sehen Sie für Studierende?

Christopher Waschnik: Bei den Studenten vom Campus Senftenberg ist es so, dass nicht viele von ihnen im Wohnheim wohnen und es umständlich ist oder mit extra Kosten verbunden ist, sich in Gruppen außerhalb der Vorlesungszeit zu treffen. Im Studium muss man eine Vielzahl von Gruppenarbeiten ablegen und mittels Videokonferenzen kann man dies auch bei Abwesenheit (wegen Krankheit, zeitlich begrenzte Zeit usw.) bewältigen. Bei vielen der Gruppenarbeiten ist eine körperliche Präsenz nicht notwendig und kann so umgangen werden.

Tobias Falke: Welchen Mehrwert sehen Sie als Lehrende/r?

Christopher Waschnik: Für den Lehrenden ist eine Videokonferenz meist mit extra Arbeit verbunden. Aber dieser Aufwand kann sich für die Studierenden lohnen. Denn sie haben die Möglichkeit, die Vorlesung oder das Tutorium immer wieder anzusehen und zu verinnerlichen. Durch die Aufzeichnungen kann der Lernerfolg gesteigert werden. Dies bringt aber auch negative Aspekte mit sich, denn die Studierenden können komplett auf die Vorlesung verzichten und somit den Anschluss verlieren.

Tobias Falke: Gibt es Probleme oder Fallstricke beim Einsatz von Adobe Connect?

Christopher Waschnik: Mir sind keine Probleme aufgefallen.

Lernaktivität vorgestellt: MindMaps (mit K. Kisters)

Chris Blankschein: Sie nutzen auf kreative Art und Weise Mindmaps. Warum setzen Sie diese Lernaktivität ein?

Katja Kisters: Mir wurden zur der Zeit, als ich meine Prüfung zum Psychologie-Diplom abgelegt habe, solche Mindmaps von Kommilitonen zur Verfügung gestellt. Ich bin ein sehr visueller Mensch und arbeite neben Moderationskarten daher auch gerne mit Mindmaps, da sie die Möglichkeit bieten, Inhalte Wissen und Material auf diese Art aufzubereiten. Darüber hinaus werden die Zusammenhänge und Abfolgen deutlicher dargestellt. Ich muss gestehen, ich habe selbst noch nie mit digitalen Mindmaps gearbeitet, höchstens auf dem Papier. Allerdings sind sie nicht ganz so super ausgestattet im Moodle, da noch Optionen fehlen.

Chris Blankschein: Welches didaktische Konzept steht hinter Ihrem Einsatz der Mindmaps?

Katja Kisters: Mein Konzept besteht darin, eine sinnvolle Strukturierung dessen was wir erarbeiten visuell darzustellen und direkt ersichtlich zu machen.

Chris Blankschein: Können Sie mir ein Beispiel für den Einsatz der Mindmaps in der Lehre beschreiben?

Katja Kisters: Die ersten Mindmaps dienten der Aufbereitung der Frage, was sie denken, was sie im Rahmen der Gesprächsführung schon kennen und können; was sie noch brauchen und in welche Richtung sie im Rahmen der Sozialen Arbeit tendieren und wo sie vielleicht mal Praktika machen wollen. Dies haben wir dann durch Moderationskarten und das Mindmap erstellt, um weiterhin Ergänzungen durchzuführen und gezielte Fragen zu den Themengebieten stellen zu können.

Chris Blankschein: Welchen Mehrwert der Mindmaps sehen Sie für die Studierenden?

Katja Kisters: Für mich die stärkste Form der visuellen Präsentation. Sicherlich wird dies nicht für alle Studierenden so sein, da sie anders strukturiert sind.

Chris Blankschein: Welche Mehrwert sehen Sie als Lehrende?

Katja Kisters: Ich kann damit am Ehesten deutlich machen, worum es geht.

Chris Blankschein: Welche Probleme oder Fallstricke gibt es?

Katja Kisters: Grundsätzlich keine. Es wäre schön, wenn noch eine Aufstockung der Funktionen erfolgen würde. Ca. ein Drittel der Studenten hatten schon Erfahrung damit. Die Einarbeitung ist zeitaufwendig.

Chris Blankschein: Haben Sie weitere Anmerkung zum eLearning, Mindmap, etc.?

Katja Kisters: Ich bin gespannt, ob die Idee aufgeht, das genutzte Material dazu zu verwenden, um gemeinsam zu arbeiten. Bisher habe ich das noch nicht feststellen können. Wie wird es von anderen genutzt? Handelt es sich bei Moodle um eine Einbahnstraße, um lediglich Materialien bereitzustellen oder wird es dazu, genutzt um miteinander zu arbeiten? Wenn ich das als Einzige von den Studierenden erwarte, kann ich nicht verlangen, dass das benötigte Wissen vorhanden ist, um damit zu arbeiten.

Lernaktivität vorgestellt: Das Wiki (mit Prof. K. Bromberg)

Tobias Falke: Welches Ziel verfolgen Sie mit der Nutzung der Lernplattform?

Prof. Kirstin Bromberg: Im Grunde genommen ist es erstmal eine Art Mindestversorgung der Studierenden, um mit Texten und Materialien zu arbeiten. Meine Hoffnung, dass es eine Art Forum werden könnte, über welches wir uns als Lehrende mit den Studierenden bzw. die Studierenden unter einander austauschen, ist bislang nicht in Erfüllung gegangen.

Tobias Falke: Ich bin im letzten Semester darauf aufmerksam geworden, dass Sie die Aktivität Wiki einsetzten. Warum und mit welcher Motivation?

Prof. Kirstin Bromberg: Ein Wiki ist ja eine Lernaktivität, mit der man Inhalte von Benutzern nicht nur lesen, sondern auch online im Browser ändern kann. Die Idee dahinter ist die Partizipation im Seminar zu erhöhen und andere Lernprozesse dadurch anzuregen. Die Studierenden haben eine weitere Möglichkeit, ihr eigenes Wissen aufzubauen und zu sehen wie sich Wissen weiter entwickeln kann.

Tobias Falke: Können Sie ein Beispiel beschreiben, in dem Sie die Lernaktivität Wiki eingesetzt haben?

Prof. Kirstin Bromberg: Das war ein Seminar, welches ich erstmalig gehalten habe. Im Gegensatz zu anderen Seminaren, in denen ich einen festen Fahrplan verfolge, von dem man zwar immer noch abweichen kann, aber ihn vorerst als Grundgerüst betrachtet, hatte ich für dieses Seminar bewusst keinen Fahrplan festgelegt, weil ich mit den Studierenden tatsächlich durch diese Form der Partizipation Gemeinwesenarbeit auch praktisch umsetzen wollte. Daher schien mir gerade die Lernaktivität Wiki für die Gemeinwesenarbeit auf einer inhaltlichen und didaktischen Ebene geeignet.

Tobias Falke: Welches didaktische Konzept steckt hinter dem Einsatz?

Prof. Kirstin Bromberg: Mir ist es wichtig mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen, aber das allein wäre ein bisschen wenig. Ich fungiere sozusagen aus meiner Sicht als Modell wie man sich in Wissenschaft einsozialisieren und letztendlich auch soziales Handeln erlernen kann. Wie das gehen kann, versuche ich über solche Diskurse im Seminar deutlich zu machen. Jedoch wäre auch das nicht ausreichend, weil die Studierenden auch untereinander lernen. Ich denke, dass sich mit der Einführung der Bachelor und Master Studiengänge eine sehr starke Homogenisierung innerhalb der Studieren-denschaft entwickelt hat. Manche Jahrgänge bezeichnen das auch schon als Klassen, weil es sozusagen eine Art Stundenplangerüst gibt, in welchem Erst- und Drittsemester nicht mehr zusammen kommen so wie es in den Diplomstudiengängen vorher war. Da war die Wahlmöglichkeit und das Zusammenkommen semesterübergreifender Studierender bedeutend größer, fast gleichzusetzen mit den Möglichkeiten wie wir das auch in der natürlichen Einheit der Familie haben, wo die Jüngeren von den Älteren lernen. Also müssen wir uns didaktische Tricks überlegen wie das anders gehen kann. Das versuche ich auf verschiedene Art und Weise zu tun. Dieser Wiki besteht aus dem letzten Semester und steht auch den Studierenden aus dem jetzigen Semester zur Verfügung. Das heißt, wir haben eine jahrgangsübergreifende didaktische Option. Ob das genutzt wird, ist eine andere Frage. Das ist eigentlich das, was mir didaktisch vorschwebt, weil das Wiki Lernprozesse ermöglicht.

Tobias Falke: Haben Sie auch konkrete Mehrwerte davon oder sehen Sie diesen eher bei den Studierenden?

Prof. Kirstin Bromberg: Ein Seminar lebt nicht nur von den Dozenten, sondern im besten Falle entsteht ein Dialog. Ich denke, wenn dieser Dialog mittels bestimmter Signale die ich aussende unter den Studierenden befördert wird, entsteht die Honung, dass dann die Seminargespräche und die Diskussionen auch davon protieren würden. Für mich ist das eine Art Beitrag, zu dem was mir vorschwebt, was Studium eigentlich sein soll. Wenn das gelingt, wenn sozusagen Kommunikation zwischen den Studierenden gelänge, dann ginge es mir besser.

Tobias Falke: Gibt es Probleme oder Fallstricke beim Einsatz solcher Wikis? Haben dich die Studierenden oft gefragt: „Wie gehe ich damit um?“

Prof. Kirstin Bromberg: Also ich musste mich ja selbst erstmal damit auseinandersetzen, ich glaube technisch gab es nur kleine Unsicherheiten, dass bestimmte Ordner nicht so sichtbar waren wie wir uns das überlegt hatten oder das die Studierenden an bestimmter Stelle nichts hochladen oder einstellen konnten. Das waren jedoch kleinere Geschichten. Eine große Hilfe für mich war jedoch auch die kurzfristig erarbeitete Anleitung vom E-Learning Team, da ich mich selbst erstmal damit beschäftigen muss. Hierbei bin ich froh über die Unterstützung des eLearning Teams.