Handlungsempfehlungen

Studierende motivieren

Kontext:

„Aus didaktischer Sicht ist die Motivation von Studierenden, sich mit einem bestimmten Lehrthema zu befassen, ein wesentlicher Faktor für den Lernerfolg. Idealerweise sollte jedoch nicht nur Demotivation vermieden, sondern Begeisterung für das Thema geweckt werden“ (Heinemann, 2018)[1].

Problem:

Studierende sind oft von der Menge des (oft theoriebasierten) Lernstoffes überfordert und finden keinen Einstieg in das Thema. Fehlende motivierende Gestaltungselemente, praktische Verbindungen zum Wissen und anderweitige, externe Ablenkungen führen dazu, dass Lerninhalte nicht ausreichend rezipiert werden.

Lösung: 

Digitale Medien können im Lernprozess die gewünschte intrinsische Motivation fördern und darüber hinaus in ihrer didaktischen Gestaltung extrinsisch motivieren. Den Lernenden werden weitere Lernarrangements angeboten, die es ihnen ermöglichen, personen- sowie orts- und zeitunabhängig zu lernen und zu üben.

Wie wünschen weitere Informationen, um Ihre Lehre motivierend zu gestalten? Informieren Sie sich hier und erhalten Sie Tipps und Anregungen.


[1] Heinemann, F. (19. September 2018). Studierende zum Lernen motivieren. TU Darmstadt. Abgerufen von:
https://blog.e-learning.tu-darmstadt.de/2018/09/19/studierende-zum-lernen-motivieren/ [24.10.2019]

Online-Zusammenarbeit

Kontext:

Kleine-mittelgroße Lehrveranstaltungen sollen an verschiedenen Standorten möglich sein. Als Gruppen sollen Inhalte erstellt, diskutiert, gesammelt oder zusammengestellt werden, so dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema, eine Anwendung von Wissen und eine gemeinsame Produktion entsteht.

Problem:

Der Überblick über Termine, Dateien und Versionen eines Dokuments kann schnell verloren gehen. Gruppenorganisation und Kommunikation sind online meist unübersichtlich und erschwert. Auch Teile eines Gruppenwerks zusammenzubringen, kann zu einem komplizierten Unterfangen werden.

Lösung:

Durch Werkzeuge zur Online-Zusammenarbeit, wie Foren, Chat oder eine Audio-Video-Übertragung kann die Gruppenorganisation unterstützt werden. Die gemeinsame Erarbeitung von Inhalten, wie Mindmaps, Hypertexte oder einzelne Dokumente und Grafiken, ist auf vereinfachte Weise zeitgleich oder zeitversetzt möglich.

Die Versionierung von Inhalten und eine gemeinsame Dateiablage helfen, den Überblick zu behalten, und die Kommunikationswerkzeuge machen Diskussionen nachvollziehbar und offen.

Feedback geben

Kontext:

In jedem Fachbereich benötigen Lernende in ihrem Lernprozess Rückmeldung zu ihren Handlungen und ihrem Leistungstand. Aus dieser Rückmeldung können sie abschätzen, was sie bereits erfolgreich gelernt haben und Rückschlüsse für ihr weiteres Vorgehen im Lernprozess ziehen. Feedback ist während und nach Lernphasen sowie im Anschluss an Lernergebnisse von großem Wert für die Lernenden.

Problem:

Häufig sind die Rückmeldungen nicht konkret oder konstruktiv genug, sodass die Lernenden nicht in der Lage ist, aus den Anmerkungen zu ihrer geleisteten Arbeit neue Handlungsimpulse abzuleiten. Der Lernende weiß nicht, woran er arbeiten und wie er sich verbessern kann. Oftmals fehlt es im Feedback zudem an Motivation und positivem Ausblick.

Lösung:

Durch gut reflektiertes, individuelles Feedback können Lernende ihre Stärken und Schwächen erkennen und motiviert werden, sich weiter mit einem Lerninhalt auseinander zu setzen und Anregungen in Bezug auf ihre Arbeitsweise umzusetzen. Mithilfe des Feedbacks setzen sich die Lernenden erneut mit den Lerninhalten auseinander, ziehen eigene Schlussfolgerungen und speichern durch den erneuten, reflektierten Lernprozess dieses Wissen langfristig in ihrem Gedächtnis ab.

Informieren Sie sich hier und erhalten Sie Tipps und Anregungen zur Gestaltung von (Online-)Feedback.

Online-Materialien als Ergänzung von Skripten und Lehrbüchern

Kontext:

Lehrbücher oder gedruckte Skripte sind die Grundlage für viele Lehrveranstaltungen.

Problem:

In gedruckter Form ist es kaum möglich mehr als nur Text und Bild zu zeigen (z.B. Animationen). Änderungen und Verweise sind ebenfalls schwer durchzuführen und mit hohem Aufwand und Druckkosten verbunden.

Lösung:

Multimediale Lernmaterialen auf einer Lehr-/Lernplattform ermöglichen kreative Ergänzungen zu den Präsenzveranstaltungen. Zur schnellen und niederschwelligen Erstellung solcher Materialien können Autorenwerkzeuge (Rapid-Authoring-Tools) genutzt werden.

Beispiel:

In nahezu allen Lehrveranstaltungen der BTU Cottbus-Senftenberg dient die Lernplattform moodle als Ablageort für virtuelle Lern- und Vorlesungsmaterialien. Das MMZ bietet zudem verschiedene Autorenwerkzeuge zur Erstellung der Materialien an.

eTests

Kontext:

Vorlesungen mit eher hoher Teilnehmerzahl und Abschlussklausur.

Problem:

Bei Frontalunterricht besteht für Studierende kaum die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ihr Wissen zu reflektieren und zu vertiefen, oder gar Feedback zu erhalten.

Lösung:

Auf einer Lernplattform können interaktive Selbsttests und Übungsklausuren mit differenzierten Feedback-Funktionen bereitgestellt werden. Die Tests können zur Bearbeitung auf freiwilliger Basis angeboten werden, oder um semesterbegleitend Zwischenprüfungen durchzuführen und den Wissensstand der Studierenden zu überprüfen.

Beispiel:

In den Veranstaltungen im Betrieblichen Rechnungswesen für die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaftslehre stehen semesterbegleitende eTests zur Verfügung, die ortsunabhängig von Studierenden online bearbeitet werden und mindestens beim dritten Versuch bestanden werden müssen.

Blended Learning

Kontext:

Seminare, Workshops, Übungen und Tutorien.

Problem:

Im klassischen Präsenzunterricht kommen individuelle Bedürfnisse oft zu kurz, denn es muss immer ein Kompromiss mit allen Vorlesungsteilnehmern gefunden werden, z.B. beim Tempo beim Lösen von Aufgaben oder bei Erklärungen. Manche Studierende können den Präsenzunterricht nicht besuchen, da eine Parallelveranstaltung zur selben Zeit stattfindet.

Lösung:

Die Vorteile des Präsenzunterrichts werden mit den Vorteilen vom digitalen Lernen verbunden, indem eine Reihe von Präsenzterminen durch digitale Lerneinheiten und Online-Aufgaben ersetzt wird, die in Kleingruppen zu bearbeiten sind.

Beispiel:

In dem Modul „Programmieren mit C und C++“, das in einigen MINT-Studiengängen angeboten wird (Mathematik, Informatik, Physik, Elektro- und Informationstechnik), handelt es sich um ein Blended-Learning-Modul, bei dem es ein Einführungstreffen sowie zwei Prüfungstermine gibt. Ansonsten wird das Modul im Selbststudium mit Hilfe eines Lernmanagementsystems und Online-Interaktionen mit dem Tutor sowie den anderen Teilnehmenden absolviert.

Studienbegleitendes Portfolio

Kontext:

In manchen Studiengängen gehört neben dem Erwerb von Kompetenzen auch eine veränderte professionelle Haltung. Dies betrifft vor allem Studiengänge, deren Lehrangebote nur lose miteinander verknüpft sind.

Problem:

Studierende werden an der Hochschule mit sich widersprechenden, wissenschaftlichen akademischen Denkstilen und Handlungsmustern konfrontiert. Mit dem Studium sollen verschiedene gesellschaftliche und individuelle Ziele erreicht werden, was bei manchen Studierenden zu Desorientierung und einem nicht ausgeprägten wissenschaftlichen, kritischen Denken und Reflektieren führt.

Lösung:

Ein elektronisches Portfolio, das von den Studierenden anzulegen ist, hilft bei der Selbsterforschung. Eigene Anforderungen, Haltungen und Überzeugungen werden reflektiert.

Open Course

Kontext:

Es gibt Kurse für jeden, die ohne Zulassungsbedingen zugänglich sind und als Bildungs- und Weiterbildungsangebot anzusehen sind.

Problem:

Oft ist Interesse vorhanden, aber die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen ist nicht möglich, da diese meist sehr kostenintensiv sind und zu festen Zeiten stattfinden. Auch persönliche Einflussfaktoren, wie Beruf oder Familie, spielen eine Rolle.

Zudem wollen Interessenten auch einen Austausch mit anderen Lernenden, und nicht alles nur aus Büchern lernen.

Lösung:

Durch einen webbasierten Kurs ohne Zulassungsbeschränkung, einen sogenannten „Open Course“, ist die Teilnahme orts- und zeitungebunden möglich. Der Kurs dauert mehrere Wochen oder sogar Monate, und verschiedene Kommunikationswerkzeuge bieten Interaktion mit anderen Lernenden über das Internet. Teilweise kann ein Leistungsnachweis nach Kursabschluss erhalten werden.

Hat der Kurs eine hohe Teilnehmerzahl, wird er als „Massive Open Online Course“ (MOOC) bezeichnet.

Classroom Response Systeme (CRS bzw. ARS)

Kontext:

Vorlesungen und Seminare.

Problem:

Die Konzentration und Aktivität von Studierenden lässt bei längeren, frontalen Vorträgen oft nach, da die Teilnehmer wenig beteiligt sind.

Lösung:

Durch Voting-Systeme wird eine Aktivierung und Partizipation der Lernenden erreicht. Durch den Einsatz eines Abstimmungssystems können die Teilnehmenden aktiv in die Veranstaltung einbezogen werden. Dabei stellt der Lehrende Fragen und die Anwesenden antworten gleichzeitig und meist anonym mit Hilfe von elektronischen Geräten.

Beispiel:

An der BTU Cottbus-Senftenberg empfehlen und unterstützen wir die Nutzung der kostenlosten browserbasierten Software ARSnova (https://arsnova.app).

Gamification

Kontext:

Lernende stehen in neuesten Lernmodellen im Fokus der Betrachtung. Aktivierung und Motivationssteigerung der Lernenden ist daher ein zentraler Teil moderner Bildung.

Problem:

Studierenden fehlt oft die Motivation, sich zeitintensiv und umfassend mit dem Studienmaterial zu befassen.

Lösung:

Der Einsatz spielerischer Elemente in den Lernprozess stellt eine dezente Art der Partizipation Lernender dar, durch welche die Motivation durch Abwechslung, Spannung und Abgrenzung gesteigert wird. Zudem wird die kognitive und zeitliche Intensität der Beschäftigung mit den Lerninhalten erhöht.

Spielerische Elemente können Auszeichnungen, Bewertungen, Rangfolgen, Anreize/Geschenke, Level/Ebenen, Aufgaben/Aufträge und Wettkämpfe/Herausforderungen sein.

Lehr-/Lernvideos

Kontext:

College und Grundlagenfächer in Studiengängen, die eine eher hohe Teilnehmerzahl aufweisen.

Problem:

Das Basiswissen der Lernenden variiert sehr stark.

Lösung:

In einer Selbstlernphase mit Tutorials, welche aus Anleitungen und Erklärungen in Form einer Filmsequenz bestehen, lernen Studierende sich theoretische Inhalte eigenständig zu erarbeiten. Bei den Lehr-/Lernvideos handelt es sich um multimedial aufbereitete, kurze Lektionen.

Online-Sprechstunden

Kontext:

Viele Lehrveranstaltungen haben den Bedarf von Sprechstunden, um inhaltliche Fragen zu klären und das soziale, pädagogische Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden aufzubauen.

Problem:

Die Interaktivität in Vorlesungen ist meist begrenzt. Es gibt nur wenig Raum für einen direkten Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden. Sprechstunden werden zu eingeschränkten Zeiten und Orten angeboten, die eventuell nicht jeder Student besuchen kann.

Lösung:

Über Präsenzsprechstunden hinweg, ist es möglich, Online-Sprechstunden zur Entlastung der Studierenden anzubieten und so Ortsunabhängigkeit zu schaffen. Mögliche digitale Medien für die elektronischen, webbasierten Sprechstunden sind E-Mail, Chat und Videokonferenz.

Beispiel:

An der BTU Cottbus-Senftenberg bietet das MMZ über die Lernplattform moodle oder über die direkte Einwahl die kostenlose Nutzung der Videokonferenz-Software Adobe Connect an.

Live-Übertragung

Kontext:

Eine Lehrveranstaltung soll über verschiedene Räumlichkeiten stattfinden.

Problem:

Nicht immer können alle Lehrenden und Studierenden zum selben Ort kommen, da die Anreise zu weit oder zu kostenintensiv sein kann. Dadurch können wichtige Inhalte verpasst oder nicht vorgetragen werden.

Lösung:

Die synchrone Bild- und Tonübertragung (Live-Streaming) ermöglicht eine präsenznahe Kommunikation. Weitere Möglichkeiten sind Chats und Bildschirmübertragungen.

Beispiel:

Das Curriculum des englischsprachigen Masterstudienganges „Heritage Conservation and Site Management“ an der BTU Cottbus-Senftenberg sieht eine enge Zusammenarbeit und sogar ein Auslandssemester mit der Helwan Universität in Kairo vor. Das Modul „Einführung in Kulturerbemanagement“ wird mittels einer Video-Konferenz in Echtzeit von Cottbus nach Kairo übertragen. Dafür bietet das MMZ über die Lernplattform moodle oder über die direkte Einwahl die kostenlose Nutzung der Videokonferenz-Software Adobe Connect an.