Denk-Räume. Eremitagen, Einsiedeleien und andere Rückzugsräume Modul 25405 (MA)

Dozenten: Adria Daraban in Kooperation mit Dr. Andreas Buss (Universität Kassel)

Veranstaltungs-Nr.623101

2 SWS (Voraussetzung ist die Teilnahme am Seminar „HEIMgebungen“)
Credit Points: 3 (+ 3 CP)

Zeit: 21.–22. Mai 2020

Online-Workshop, veranstaltet in Kooperation mit Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen, Universität Kassel

Online-Einführung: 21. April 2020

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Eremitagen, Einsiedeleien und andere Rückzugsräume der selbstgewählten Isolation zeugen von unserer ungebrochenen Sehnsucht nach Innerlichkeit, Reflexion und Kontemplation. In der Kunst- und Architekturgeschichte, in Literatur und Dichtung finden diese Orte der Innerlichkeit im Außen unterschiedlichste Deutungen. Man denke an die verschiedenen Repräsentationen des Heiligen Hieronymus – wie in dem Gemälde des italienischen Malers Antonello da Messina vom Heiligen Hieronymus im Gehäuse (1474) oder in Dürers Kupferstich Hieronymus im Gehäus aus dem Jahr 1514. In beiden Darstellungen befindet sich die Figur des Gelehrten Hieronymus in einem mit einfachen Mitteln gezimmerten „Gehäuse“. Oft haben wir es hier mit einer Art einfachem Studierzimmer zu tun, das in einen anderen Raum hineingebaut wurde und einen Denk-Raum symbolisiert.

In der Architekturgeschichte begegnen uns im Typus der Eremitage Klein-Architekturen, die sich durch die isolierte Lage und durch die Einfachheit der verwendeten Bautechniken und Materialien auszeichnen. Eremitagen waren künstliche Einsiedeleien, platziert in Garten- und Parkanlagen, die sich am Vorbild echter Einsiedeleien orientierten. Letztere dienten ursprünglich Geistlichen oder gläubigen Laien als Zufluchtsorte für ein der Andacht gewidmetes, asketisches Leben fernab der Welt. Biografien moderner Philosophen des 20. Jahrhunderts zeugen vom lebenslangen Bedürfnis dieser Denker nach geistiger Isolation: Martin Heidegger verbrachte lange Zeit seines Lebens in einer abgelegenen Hütte im Dorf Todtnauberg im Schwarzwald; Ludwig Wittgenstein zog sich gelegentlich in eine kleine Berghütte an einem norwegischen Fjord zurück. Henri David Thoreaus autobiografisches Buch Walden ist die narrative Umsetzung dieses Reflexes. In Walden beschreibt Thoreau das Leben in einer Blockhütte, die er sich 1845 in den Wäldern von Concord (Massachusetts) baute, um für mehr als zwei Jahre der industrialisierten Massengesellschaft der jungen USA den Rücken zu kehren.

Vor dem Hintergrund unserer Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff aus der Ich-Perspektive im Hauptseminar und angesichts der aktuellen besonderen Lebenslage stellen wir uns unter dem Titel „Denk-Räume. Eremitagen, Einsiedeleien und andere Rückzugsräume“ die Frage nach einer architektonischen Interpretation dieser Räume der selbstgewählten Isolation und wagen ein individuelles Bauexperiment. Diese Lehrveranstaltung findet in Kooperation mit der Universität Kassel statt. Die Kasseler Studierenden werden sich im Vorfeld mit räumlichen Strukturen zur Sicherung der Existenz unter Verwendung einfachster Mittel beschäftigen – mit Notunterkünften, Schutzbauten von Obdachlosen und weiteren ephemeren Bautechniken – und uns an ihrem Wissen teilhaben lassen. Die Lehrveranstaltung wird als Kompaktveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen der Uni Kassel (Dr. Andreas Buss) durchgeführt. Es handelt sich um ein digitales Lehrformat, das klassische Referate beinhaltet, aber ohne physische Nutzung der Bibliothek auskommt. Im Anschluss findet ein zweitägiger Bauworkshop mit praktischer Arbeit statt. Dieser kann leider nicht wie ursprünglich vorgesehen im Wachsenden Haus in Dessau stattfinden, dem letztjährigen design/build-Projekt des Kasseler Fachgebiets für Architekturtheorie und Entwerfen. Stattdessen wird allein in Heimarbeit bzw. im Außenraum gebaut und währenddessen per Video Call kommuniziert.

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