Bildungsideale. Kultur und Öffentlichkeit. Historische und typologische Entwicklung in der Architektur Modul 25405 (MA)

Dozentin: Adria Daraban
 

Seminar 4 SWS
Credit Points
: 6

immer dienstags

09:30-13:00 Uhr/Atelier 2D 1.OG

Bitte schreiben Sie sich bei Moodle ein:

https://www.b-tu.de/elearning/btu/course/view.php?id=6840

Einführung: 3. November 2020 11:30

In der DDR wurden insgesamt etwa 2.000 Kulturhäuser und sogenannte Arbeiterclubs erbaut oder in bestehenden Gebäuden eingerichtet. Sie galten als kultureller Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger. In diesen Kulturhäusern, oft ‚Kulturhäuser der Arbeiter‘ genannt, waren Theatersäle, Vereins- und Gruppenräume, Werkstätten, Bibliotheken und Gastronomie untergebracht. Bekanntere Bauten dieser Art sind der Dresdener Kulturpalast und der mittlerweile abgerissene Berliner Palast der Republik. Manche dieser Häuser werden noch heute intensiv genutzt, andere kämpfen ums Überleben. In ländlichen Regionen ist die Lage dieser Häuser besonders kritisch, da sie in Relation zur Bevölkerungszahl überdimensioniert geplant und umgesetzt worden sind. Das Missverhältnis wird durch die seit vielen Jahren herrschende Abwanderung weiter verschärft. Diese Art Kulturhaus oder -zentrum ist allerdings nicht nur aus der DDR bekannt. In „People’s Palaces. Architecture culture and democracy in post-war Western Europe“ (2014) untersucht Christoph Grafe die Entwicklung des Kunstzentrums als Gebäudetypus der Nachkriegszeit, dem nicht weniger als die Aufgabe der Repräsentation demokratischer gesellschaftlicher Prozesse durch kulturelle Leistung zugekommen sei.

Ideengeschichtlich reicht das Konzept der Kulturhäuser allerdings sehr viel weiter zurück als in die deutsche Nachkriegszeit: Es hat seinen Ursprung im Bildungsideal der Aufklärung und Romantik, nach dem sowohl das individuelle als auch das gesellschaftliche Fortkommen nur unter der Voraussetzung der kulturellen Bildung möglich ist. Im Rahmen des Seminars Bildungsideale wollen wir uns einerseits ideengeschichtlich mit der Genese und den Auswirkungen dieses formulierten Imperativs auseinandersetzen. Verschiedene Gebäude­typen, die den Imperativ der Bildung abbildeten und umsetzten, werden untersucht. Vom Deutschen Idealismus über das Verantwortungsbewusstsein der Philanthropen angesichts der Auswirkungen der industriellen Revolution bis hin zu den reformerischen Ideen an der Schwelle zum 20. Jahrhundert und schließlich den Grundsätzen der Wohlfahrtsgesellschaft begegnen uns in den letzten 200 Jahren unterschiedliche Konzepte für eine Gesellschaft, die sich nur unter der Voraussetzung eines Zugangs zu Bildung und Kultur weiterentwickeln kann. Die im Lichte dieser Konzepte entwickelten Gebäudetypen spielten für die Entfaltung des modernen öffentlichen Lebens eine entscheidende Rolle. Anhand der Kulturhäuser und ähnlicher Einrichtungen fokussiert das Seminar Dynamiken des öffentlichen Lebens bis in die heutige Zeit und versucht neue Konzepte zu erschließen.

Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem FG Entwerfen und Bauen im Bestand, Prof. Per Pedersen und begleitet das Master-Projekt „KulturRAUM – future living in Cottbus“

Die Bewertung der Studienleistung für das Modul Theorie der Architektur 25405 (MA) erfolgt auf der Grundlage eines Referats (Wertungsanteil 30 %) und einer schriftlichen, individuellen Hausarbeit (Wertungsanteil 70 %).

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