Bau- und Stadtbaugeschichte von der Renaissance bis zum Klassizismus

Die italienische Renaissance wird im 16. Jh. zum Leitstil für die europäische Architektur und Stadtplanung. Immer theatralischer und pathetischer weiterentwickelt, mündet die freie Anwendung antiker Formen im Barock und Rokoko in eine wahre Meisterschaft der Architekten bei der Erfindung illusionistischer Kleinräume und absolutistischer Monumentalanlagen. Die Entdeckung und Kolonisierung Amerikas führt zu einem regelrechten Export europäischer Vorstellungen von Architektur und Stadt.

Auch die Baukunst des osmanischen Reiches ist nicht frei von Renaissanceelementen. Sie wird später mehr und mehr vom europäischen Barock beeinflusst und von Formen der europäischen Herrschaftsarchitektur geprägt. Als Gegenbewegung zum Barock und Rokoko entsteht in der 2. Hälfte des 18. Jhs. der Klassizismus, dessen Architektur sich erneut an klassischen Vorbildern der griechischen und römischen Antike orientiert. Im 19. Jh. werden auch die übrigen historischen Baustile als Vorbilder 'wiederentdeckt', und das Zeitalter des Historismus ist von zunehmendem Stilpluralismus geprägt. Parallel dazu führt die Entwicklung der Glas-/Eisenkonstruktionen zu einer neuen Architektursprache. In der Stadtplanung werden die dirigistischen Konzepte des Absolutismus zunehmend von sozialutopistischen Vorstellungen abgelöst.

Lehrender: Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt

Zeit: Dienstag, 17:15 - 18:45 Uhr (wöchentlich)

Beginn: 15.10.2019

Ort: Großer Hörsaal - Zentralcampus

Lehrmethoden und Lernziele

Kompetenz in der Verwendung bau- und stadtbaugeschichtlichen Grundwissens. Mittels der Vorlesung werden die Studierenden befähigt, die antiken und mittelalterlichen Grundlagen der neuzeitlichen Architektur und des Städtebaus zu erkennen. Sie erhalten Grundkenntnisse über antike und mittelalterliche Bauweisen, über Entwicklung der Baustile und Proportionen sowie über Stadtplanung und können historische Gebäude und Städte typologisch und zeitlich einordnen.

Leistungsnachweis: Klausur

Vorlesungsinhalte und Literaturhinweise

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