Übersicht

In der Lehre werden sowohl Präsenzstudiengänge (Bauingenieurwesen, Architektur, Stadt- und Regionalplanung, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Informatik, Informations- und Medientechnik) bedient als auch komplexe Berufliche Weiterbildungsprogramme (Baumanagement und Verkehrsanlagen, Leit- und Sicherungstechnik für Bahnsysteme) und separate Weiterbildungskurse (Einführung LST, Relaisstellwerk Gs II DR, Eisenbahnrecht für Ingenieure und Planer) angeboten. Weiterbildungsprogramme werden auch vor Ort am Sitz von Unternehmen und Behörden durchgeführt.

In den Studiengängen des Bauingenieurwesens sind in einer der alternativen Vertiefungsrichtungsrichtungen die Lehrveranstaltungen des Eisenbahnwesens konzentriert. So wird im Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen sichergestellt, dass auf dieses Qualifikationsniveau zugeschnittene Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Planung, den Bau und die Vorhaltung von Bahnanlagen herausgebildet werden (Lehrveranstaltungen im 5. und 6. Semester, Projektbeispiel), wobei Bezug auf das einschlägige Regelwerk genommen wird. Es ist selbstverständlich, dass für dieses Gebiet des Verkehrsbaus Pflichtveranstaltungen in Bodenmechanik und Grundbau, Bauwirtschaft und Baubetrieb, Bauinformatik und die Grundlagen des Straßenbaus und des Konstruktiven Ingenieurbaus erfolgreich zu absolvieren sind. Im Master-Studiengang des Bauingenieurwesens wird das bahnbezogene Spektrum auf alle Schienenbahnen mit Schwerpunkt Bahnanlagen und digitale Methoden im Verkehrsbauwesen erweitert.

Der berufsqualifizierte Schwerpunkt der Leit- und Sicherungstechnik (LST) für Bahnsysteme ist an der BTU in Kooperation mit der Deutschen Bahn AG etabliert. In Gegensatz zu anderen Universitäten, wo diese fachliche Ausrichtung im Verkehrsingenieurwesen bzw. bei der Automatisierungstechnik platziert ist, werden an der BTU Cottbus zukünftigen Fachingenieure der LST aus dem Studiengang Elektrotechnik herangezogen. Bei gleichem methodischen Ansatz wie im Bauingenieurwesen werden im Bachelor-Studiengang Elektrotechnik im 5. und 6. Semester die konkreten fachlichen Spezifika behandelt. Mit Bezug auf verkehrliche und eisenbahnbetriebliche Prozesse steht das Kennenlernen der System- und der wesentlichen Bauteiltechnik der LST-Anlagen der Eisenbahnen sowie die Erkenntnisvermittlung zu wesentlichen Prozessen des Planens, des Baus und der Erhaltung von LST-Anlagen im Vordergrund. Ergänzt wird dies mit den Grundlagen der Telekommunikationsanlagen und der Bahnstromversorgung. Neben der fachbezogenen Bachelorarbeit wird von den Studenten als Fallbeispiel die sicherungs- und signaltechnische Planung eines kleinen Bahnhofskopfes (PT1) behandelt und zur Dokumentations- und Präsentationsreife gebracht. Im Master-Studiengang Elektrotechnik wird im Schwerpunkt der LST das Spektrum auf das Kennenlernen und Anwenden wissenschaftlicher Methoden der Risikoanalyse und des Sicherheitsnachweises, insbesondere für Netzleit- und Informationssysteme der Bahnen erweitert, einschließlich der Konsequenzen für die Vorhaltung bzw. Instandhaltung dieser Systeme. Technologische, methodische und strukturelle Aspekte verschiedener Netzleit- und Informationssysteme werden exemplarisch behandelt, ebenso rechtliche, planerische und finanzielle Grundlagen und Verfahren für die Erstellung und das Betreiben dieser Systeme. In Fallbeispielen der Studienprojekte sind Lösungen der LST für ein komplexes Vorhabens unter Anwendung der vermittelten wissenschaftlichen Methoden und ausgewählter technologischer, technischer und rechtlicher Randbedingungen sowie des Handlings von Ressourcen zu erarbeiten und zu verteidigen.

Mit der fachübergreifenden Lehrveranstaltung "Eisenbahnrecht für Planer und Ingenieure" wird das ingeneiurwissenschaftliche Studium um fachbezogene juristische Inhalte ergänzt.

Die Fallbeispiele der Studienprojekte sind - wie an der BTU Cottbus grundsätzlich üblich - studiengangsübergreifend eingebettet und forcieren bei den angehenden Fachingenieuren die Zusammenarbeit und Abstimmung im Team anderen Ingenieurdisziplinen. Wie in allen Master-Studiengängen der BTU Cottbus steht für die fachbezogene Abschlussarbeit ein komplettes Semester zur Verfügung.

Das Studium in den Ingenieurwissenschaften, vor allem im Bauingenieurwesen und in der Elektrotechnik, ist unter anderem auf den sicheren Umgang mit computergestützten Entwurfs- und Dokumentationsverfahren sowie modernen Methoden des Ressourcenmanagements ausgerichtet.
Von den Studenten der eingangs bereits erwähnten Studiengänge Architektur, Stadt- und Regionalplanung, Wirtschaftsingenieurwesen (Vertiefung Baubetrieb), Maschinenbau, Informatik und Informations- und Medientechnik werden die Lehrangebote des Lehrstuhls Eisenbahn- und Straßenwesen entweder im Wahlpflichtbereich der technischen Fachgebiete oder im so genannten fachübergreifenden Studium nachgefragt.

Der Lehrstuhl kontaktiert Studentinnen und Studenten mit namhaften Unternehmen und Behörden und empfiehlt Praktika.

Für die eisenbahnbetriebliche Ausbildung der Ingenieurstudiengänge steht ein Eisenbahnbetriebsfeld zur Verfügung, das an insgesamt acht Arbeitsplätzen (Fahrdienstleiter, Wärter, Zugmelder) der fünf örtlichen Betriebsstellen das Verständnis und die fahrdienstlichen Prozesse des Eisenbahnbetriebs vermitteln und soweit trainieren lässt, wie es für Prozesse der Vorhaltung der Eisenbahninfrastruktur vom Ingenieurpersonal beherrscht werden muss.