Aktuelle Publikationen

Neuerscheinung: Operative Porträts. Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit von Lavater bis Facebook

Autor: Roland Meyer
Konstanz University Press, Konstanz 2019
468 Seiten, 85 Abbildungen
ISBN 978-3-8353-9113-0

Gesichter hinterlassen heute digitale Spuren: Von allgegenwärtigen Kameras erfasst und algorithmisch ausgewertet, werden sie massenhaft zu Datenprofilen verknüpft. Operative Porträts geht den verstreuten Anfängen dieser Entwicklung nach.
Wie wurden Gesichter zu Objekten eines Blicks, der in ihnen nach lesbaren Informationen sucht? Wann wurde es vorstellbar, dass von jedem Individuum endlose Bilderserien zirkulieren? Und welche Konzepte von Individualität sind in die Verfahren algorithmischer Erkennung eingeflossen?
Das Buch von Roland Meyer verfolgt diese Fragen entlang einer Bildgeschichte der Identifizierbarkeit, die eine Geschichte privater wie künstlerischer Porträtpraktiken mit einer Medienarchäologie erkennungsdienstlicher Identifizierung verschränkt. So macht es einen fundamentalen Funktionswandel des Porträts in der Moderne sichtbar: vom repräsentativen zum operativen Porträt.

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Rezension von V. Groebner in H-Soz-Kult

Neuerscheinung: Entwurfsdinge. Vom Sammeln als Werkzeug moderner Architektur

Autorin: Eva Maria Froschauer
Birkhäuser Verlag, Basel 2019
507 Seiten, 296 Abb. in s/w und Farbe
ISBN 978-3-0356-1611-8

Das Sammeln ist als produktives Werkzeug des Entwerfens in der Architektur bislang kaum erforscht worden. Dabei kennt die Architekturgeschichte zahlreiche Formen wie Muster-, Vorbild- oder Objektsammlungen, die immer neue Wissens- und Materialgrundlagen zugänglich machten.
In diesem Buch gelingt erstmals eine fundierte Aufarbeitung dieses besonderen Entwurfswerkzeugs und seiner Operativität, theoretisch begründet und an Fallbeispielen der Geschichte und der Gegenwart belegt. Im Zentrum stehen dingliche Sammlungsgegenstände, die auf jeweils eigene Weise zu Referenzobjekten werden. Die Einzeldarstellungen widmen sich dem Sammeln im Entwurfsvorgang bei Ernö Goldfinger, Renaat Braem, Rudolf Olgiati und Aldo Rossi sowie bei AFF Architekten und Vogt Landschaftsarchitekten.
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Neuerscheinung: Vom Baumeister zum Master. Formen der Architekturlehre vom 19. bis ins 21. Jahrhundert

Hrsg.: Carola Ebert, Eva Maria Froschauer, Christiane Salge
3. Band in der Reihe Form Architekturwissenschaft
Universitätsverlag der TU Berlin, 2019

446 Seiten, Print- und Online-Publikation
ISBN 978-3-7983-3066-5 (print)
ISBN 978-3-7983-3067-2 (online)
Der Tagungsband versammelt Beiträge des 3. Forums Architekturwissenschaft (November 2016) zum Thema der historischen und gegenwärtigen Architekturausbildung – vom Baumeister zum Master. Die Aufsätze verhandeln Fallbeispiele der Architekturlehre vom 19. bis ins 21. Jahrhundert entlang von konstant bedenkenswerten Querschnittsfragen – wie jenen nach Akteursperspektiven, nach Lehrformatem oder auch Institutionenpolitiken. Dabei werden Geschichte, Gegenwart und Zukunft der besonderen Ausbildungsdisziplin Architektur in einen Austausch gebracht. Es stehen auf diese Weise wissenschaftlich reflektierende Stimmen neben jenen, die aus der Unterrichtspraxis berichten.
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Neuerscheinung: Städtebau als politische Kultur. Der Architekt und Theoretiker Hans Bernoulli (1876–1959)

Hrsg.: Sylvia Claus, Lukas Zurfluh
Gestaltung: Philippe Mouthon
gta Verlag, Zürich 2018

Beiträge: Hubertus Adam, Sylvia Claus, Katia Frey und Eliana Perotti, Bettina Held, Dorothee Huber, Jörg Kuhn, Bruno Maurer, Riccardo Rossi, Lukas Zurfluh
sowie Alumni des Master of Advanced Studies-Programms in Geschichte und Theorie der Architektur, ETH Zürich

384 Seiten, 356 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-353-4


Architektur ist kein Selbstzweck! So könnte die Maxime lauten, nach der Hans Bernoulli (1876–1959) sein Leben und Wirken ausgerichtet hat. Ob als Städtebauer, Hochschullehrer, Theoretiker, Publizist, Vertreter der Freiwirtschaftsbewegung, Unternehmer oder Nationalrat – der international aktive, brillante wie streitbare Basler Architekt sah in seinem facettenreichen, komplexen Schaffen stets einen Beitrag zum gesellschaftlichen Ganzen.
Indem er politisches Ethos mit architektonischer Qualität verband, avancierte er zu einem Pionier des Kleinwohnungs- und Siedlungsbaus. Er verurteilte die renditeorientierte Spekulation mit Grund und Boden und warnte vor deren sozialen Folgen, ein immer noch brisantes und heute mehr denn je aktuelles Problem. Die Lösung lag für ihn in der Kommunalisierung des Bodens und einer genossenschaftlichen Struktur des Zusammenlebens.
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Rezension in Archithese