Sophie Thorak, M.A.

Lehrgebäude 2B, Raum 0.03
Konrad-Wachsmann-Allee 4
03046 Cottbus

T +49 (0) 355 69 2383
sophie.thorak(at)b-tu.de

Kurzlebenslauf

Sophie Thorak hat von 2009 bis 2015 Kunstgeschichte und Klassische Archäologie in Leipzig, Berlin und Paris studiert. Das Masterstudium an der Freien Universität Berlin schloss sie mit einer Masterarbeit zum Thema Vor Art brut. Zur „Kunstwerdung“ von Bildwerken psychisch Kranker ab. Von 2016 bis 2018 wirkte sie als wissenschaftliche Volontärin am Lindenau-Museum Altenburg, wo sie mit der Inventarisation einer umfänglichen Grafiksammlung betraut war und mehrere Ausstellungen kuratierte. Im Anschluss war Sophie Thorak als freiberufliche Kunsthistorikerin und am Lindenau-Museum als Referentin für Presse und Kommunikation tätig. Seit August 2019 ist sie akademische Mitarbeiterin im Fachgebiet Kunstgeschichte der BTU Cottbus-Senftenberg und forscht für ihre Dissertation mit Schwerpunkt in der Kunstgeschichte der DDR.

Forschungsschwerpunkte

Patientenkunst und deren Rezeption in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Kunst in der DDR, insbesondere aktionistisches Kunstschaffen und das Verhältnis von Kunst und Politik

Forschungsprojekt

Zwischen staatlicher Doktrin und persönlicher Stellungnahme. Internationale Konflikte in der bildenden Kunst der DDR

Der bildenden Kunst kam in der DDR der gesellschaftliche Auftrag zu, sich dem Volk anzunähern und mit den ihr eigenen Mitteln verbindliche Werte zu formulieren. Staatlich beauftragte Werke inszenierten mit großer Geste den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft und antizipierten deren Vollendung im Kommunismus. Zahlreiche Künstler*innen entwarfen utopische Zukunftsszenarien teils monumentalen Ausmaßes und richteten ihre Aufmerksamkeit auf „den Arbeiter“ als vermeintlichen Protagonisten dieser Entwicklung, deren Legitimität und Folgerichtigkeit vielgestaltig aus der Geschichte heraus begründet wurde. Die allgegenwärtige Beschwörung des proletarisch-revolutionären Erbes verband sich auch in der visuellen Kultur mit den Prinzipien des Antiimperialismus, Humanismus und Internationalismus, welche wiederholt vehemente Solidaritätsbewegungen zeitigten. Seit den frühen 50er-Jahren kamen vermehrt Werke auf, deren Augenmerk auf aktuellen weltpolitischen Vorgängen lag. Im Kontext des Kalten Krieges wurden solche Darstellungen zu den Ereignissen des „internationalen Klassenkampfes“ gezielt staatlich gefördert und eingepasst in das ideologische Narrativ einer moralischen Überlegenheit des sozialistischen Systems. In entschiedener Kriegsgegnerschaft und Verteidigung der Menschlichkeit als universalem Wert entstanden die Gemälde, Plastiken und Grafikzyklen andererseits vielfach als persönliche Stellungnahme der Künstler*innen.

Das Dissertationsprojekt will erstmals einen Überblick über diesen für die Kunstgeschichte der DDR bezeichnenden Themenkomplex schaffen. Untersucht werden soll, wie die Künstler*innen sich den unterschiedlichen Ereignissen angenähert haben und wie die Werke in ihrem Gesamtschaffen zu verorten sind. Die eingehende Erforschung der jeweiligen inneren und äußeren Entstehungsumstände wird die Kenntnisse über das staatliche Auftrags- und Ankaufswesen entscheidend erweitern und dabei helfen, das Verhältnis von staatlicher Direktive und individueller Haltung zu ergründen.

Publikationen

Bad Practice. Fatalität in drei Sätzen, in: Merkel, Michael: Koganecho Symphony, Künstlerbuch, o. S. (Drucklegung Frühjahr 2020)

Mappe V – Deutsche Künstler, in: Das Bauhaus – Grafische Meisterwerke von Klee bis Kandinsky, Ausst.-Kat. Lindenau-Museum Altenburg, Dresden 2019, S. 107-110.

SERIE A, № 4, in: Karl-Heinz Bernhardt. SERIE A, № 1-5. Bernhard-von-Lindenau-Stipendium, Ausst.-Kat. Lindenau-Museum Altenburg, Altenburg 2018, S. 45-54.

mit Michael Merkel: Altenburger Trialog. Ein Gastspiel junger Kunst, Ausst.-Kat. Lindenau-Museum Altenburg, Altenburg 2017.

Berliner Blätter. Die Grafiksammlung von Volker Sachse im Lindenau-Museum Altenburg, in: Thüringer Museumshefte, 2/2017, S. 66-69.

mit Melanie Katharina Weber: Linie und Fläche im Duett, in: Die Kuh verstecken. Arbeiten auf Papier von Dieter Goltzsche, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Ahrenshoop, Ahrenshoop 2014, S. 26-31.

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