Winter School | Technisch.Kritisch.Digital. Interdisziplinäre Explorationen

Das Digital Humanities Lab, die Graduiertenschule G3S und das Projekt „Verhandeln, verdaten, verschalten“ im SNF Digital Lives-Programm am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie an der Universität Basel bieten gemeinsam eine Winter School im Januar 2020 an.

Diese Winter School widmet sich aus der Perspektive verschiedener Disziplinen der Frage, welche Rolle der kritisch-analytische Blick der Geistes- und Sozialwissenschaften bei der Implementierung und dem Verstehen der Prozesse spielt, die mit digitalen Technologien verflochten sind. Der Begriff Digitalisierung wird gegenwärtig sehr unterschiedlich gebraucht. Einerseits wird damit ein Prozess beschrieben, der allgegenwärtig in Gang ist und vielerorts vertraute Denkgewohnheiten und Kategorisierungen irritiert oder umschreibt. Andererseits ist sie ein politisches und wirtschaftliches Zukunftsprojekt, das Versprechen der Moderne einlösen soll, in dem alles schneller, effizienter und von der Fehlerhaftigkeit menschlichen Handelns befreit, möglich werden soll.

Wie wissen Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen digitale Technologien? Wie sollten sie sie wissen? Was sind die Herausforderungen für ein geistes- und sozialwissenschaftliches, kritisches Denken? Digitale Technologien verändern Machtverhältnisse, in denen Bedeutungen ermöglicht und festgesetzt werden. Welche angemessenen theoretischen und methodischen Zugänge werden praktiziert, um diese sichtbar bzw. greifbar zu machen? Können wir aus anderen technologischen Transformationen lernen? Wie können langjährige Interventionen aus Feministischer Technikkritik, STS-Forschung, (Post-)ANT, Posthumanismus etc. aufgenommen und weitergedacht werden? Was bedeuten diese Konzepte für eine konkrete Forschungspraxis?

Wie kann gesellschaftliches Bewusstsein für ökonomische Vereinnahmungen ebenso wie für unsichtbar gemachte Ausschlüsse innerhalb der komplexen Strukturen von biotechnologischem oder kognitivem Kapitalismus aufrechterhalten werden? Wie kann sich bspw. professionell für verantwortliche Digitalisierung jenseits von Machbarkeit eingesetzt werden? Was genau braucht es dazu?

Besonderes Augenmerk soll dabei auch auf Sprache und Übersetzungsprozessen liegen (die Sprache von Bildern eingeschlossen). Wie lassen sich die oft philosophischen Ideen und das analytische Vokabular mit aktuellen Forschungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften verbinden? Was passiert, wenn wir die englischsprachigen Begriffe ins Deutsche übersetzen oder eben auch gerade nicht? Welche Erkenntnisse ermöglicht das Mäandern zwischen den Sprachen?

Mit der Veranstaltung soll eine Plattform geboten werden, sich in Workshops mit Expert*innen auszutauschen, gemeinsam über die Operationalisierung verschiedener theoretischer Zugänge zu diskutieren, die in verschiedenen Disziplinen verankert sind, sowie eigene Projekte vorzustellen und zu diskutieren.

Für die Winter School konnten Expertinnen zum Thema aus unterschiedlichen Disziplinen gewonnen werden:

  • Dr. Anne Dippel, Kulturanthropologin an der Uni Jena
  • Prof. Inge Hinterwaldner, Kunsthistorikerin am KIT in Karlsruhe
  • Dr. Janina Loh, Philosophin an der Uni Wien
  • Prof. Astrid Schwarz, Technikphilosophie und STS an der BTU C-S

Anmeldung

Anmelden können sich Nachwuchswissenschaftler*innen, die sich im Rahmen ihrer eigenen Arbeit für eine wissenskritische Theoriediskussion interessieren oder sich empirisch mit Themen oder mit methodologischen bzw. theoretischen Konzepten um digitale Technologien beschäftigen bzw. in ihren Themen mit ähnlichen Entwicklungen beschäftigt sind, z. B.: Visualisierungen und Transformationen von Bildern; Algorithmuskulturen; Mensch-Nichtmensch-Interaktion; digitale Methodologien; diffraction und quantum entanglements; Programmieren als Kulturtechnik; neue biopolitische Subjektivierungen und digital personhood; verteilte Handlungsträgerschaft; Legitimations- und Rechtsdiskurse ...

Bitte senden Sie ein kurzes Motivationsschreiben mit Projektskizze (max. 2 Seiten) und einen nicht eigenen Text, der sowohl für das Thema der eigenen Arbeit bedeutsam ist, als auch passend zum Thema der Winter School (ca. 30-50 Seiten), an Magdalena Bucher (magdalena.bucher(at)unibas.ch). Bitte benennen Sie die Dokumente folgendermaßen: Motiv_NameVorname.doc; Autorin_Jahr_eignName.pdf – mit bibliographischer Angabe im .pdf

Teilnahmemodalitäten

Kosten:

Die Teilnahmegebühr beträgt 500.- CHF. Sie deckt Übernachtung, Halbpension und Anreise im Gebiet des Schweizerischen Öffentlichen Nahverkehrs ab. Sollten Sie nicht einer Institution angehören, die eine Kostenübernahme ermöglicht, wird um entsprechende Information gebeten. Es steht in diesem Fall ein begrenztes Budget zur Finanzierung der Teilnahme zur Verfügung.

Eigener Beitrag:

Voraussetzung ist die Teilnahme während der gesamten Woche, ein Poster zum eigenen Projekt sowie der oben erwähnte Text. Mit der Bestätigungsmail für Ihre Teilnahme ist diese verbindlich.

Weitere Informationen wie Details zur Anmeldung, ausführliches Programm und Abstracts zu den einzelnen Vorträgen und Workshops werden in den nächsten Wochen auf den Webseiten der G3S, des Seminars für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie und dem Digital Humanities Lab veröffentlicht.

https://unibaswinterschool20.wixsite.com/2020

Bemerkung zum Termin:
Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte Magdalena Bucher unter der folgenden Adresse: magdalena.bucher@unibas.ch

Anmeldeschluss ist der 16.10.2019.

Ort:
Seminarhotel Lihn | Panoramastrasse 28 | 8757 Filzbach am Walensee | Glarus Nord | Schweiz

Kontakt

Prof. Dr. rer. nat. phil. habil. Astrid Schwarz
Allgemeine Technikwissenschaft
T +49 (0) 355 69-3162
schwarza(at)b-tu.de