Seminar: The World of Economics

Portables Dokumentenformat Seminarbeschreibung

Übersicht
Ziel dieses Seminars ist es, den teilnehmenden Studierenden mikroökonomisch fundierte Einblicke in ein breites Themenspektrum zu geben. Dazu sollen Beiträge der Ökonomik zu verschiedenen Forschungsbereichen analysiert werden. Die Studierenden sollen ihr bereits erworbenes mikroökonomisches Handwerkzeugs erweitern und auf die vorgegebenen Fragestellungen anwenden. Komplexe Problematiken werden so durch die Ökonomik erklärt und zugänglich gemacht.

Schwerpunkt des Seminars ist es, das breite und interessante Beschäftigungsfeld der Ökonomik vorzustellen sowie Interesse an Fragen der Wirtschaftswissenschaft zu wecken. Darüber hinaus soll der in der mikroökonomischen Grundveranstaltungen vorgestellte ökonomische Denkansatz vertieft werden.

Das Seminar richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bachelor. Aufgrund des Aufbaus eignet es sich auch für Studierende, die vorher noch keine wissenschaftliche Arbeit geschrieben haben, da die einzelnen Essays umgehend im Verlauf des Semesters besprochen und so Verbesserungen direkt umgesetzt werden können.

Ablauf
In diesem Semester sollen durch die Teilnehmenden wieder Kurzessays (3 Stück mit jeweils ca. 5 Seiten) erstellt und diese in Kurzvorträgen (ca. 10 Minuten) vorgestellt werden. Zusätzlich müssen wieder insgesamt drei Koreferate zu dem Vortrag eines anderen Teilnehmenden gehalten werden (max. 5 Minuten). Darüber hinaus ist die Teilnahme an den Diskussionen zu den Vorträgen der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer notwendig.

Jede Teilnehmerin bzw. jeder Teilnehmer sucht sich einen Themenkomplex aus, der aus insgesamt drei wissenschaftlichen Veröffentlichungen besteht. Zu jeder Veröffentlichung muss nun ein Essay geschrieben werden, in dem der wissenschaftliche Beitrag analysiert wird. Der Kurzessay sollte u.a. folgende Punkte beinhalten:

  • Was wird in der Arbeit behandelt? (Kurze Wiedergabe des Inhalts)
  • Wie geht die Autorin/der Autor vor?
  • Zu welchem Ergebnis kommt sie/er?
  • Wie wurde die Idee der Arbeit in der (wissenschaftlichen) Öffentlichkeit aufgenommen? Hat sie einen bleibenden Einfluss entwickelt?
  • Kurze (!) eigene Beurteilung der Vorgehensweise.

Im Essay soll die/der Teilnehmende also zeigen, dass sie/er die analysierte Arbeit verstanden hat. Der Vortrag soll sich darauf konzentrieren, den anderen Teilnehmenden den Inhalt der analysierten Arbeit zu vermitteln. Das Koreferat soll sich nicht (!) mit formalen Punkten auseinandersetzen, sondern mit der Frage, ob die Thematik verständlich und vollständig dargestellt wurde.

Themenvergabe
Seit dem Sommersemester 2015 gelten am Institut für Wirtschaftswissenschaften einheitliche Vorgaben für die Vergabe von Seminar- und Abschlussarbeiten. Diese finden Sie hier.

Es werden insgesamt 11 Themenbereiche vorgegeben. Bei mehr als 11 Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden Themenbereiche auch doppelt vergeben. Die Ausarbeitung ist trotzdem in jedem Fall als Einzelleistung zu erbringen. Die Vergabe der Themenbereiche erfolgt nach dem

„Windhundverfahren“. Aus diesem Grund sollten Sie das gewünschte Thema umgehend bei E-Mail Herrn Schwuchow per Mail blocken, da im Zweifelsfall die frühere Anmeldung zum Zuge kommt.

Der Ablauf wird sich im einzelnen wie folgt strukturieren. Eine Anmeldung ist möglich, sobald die Themen veröffentlicht wurden. Bitte melden Sie sich per E-Mail bei Herrn Schwuchow an. Mit der Anmeldung sollten Sie in priorisierter Reihenfolge mindestens drei (3) Wunschthemenbereiche angeben. Sie erhalten dann umgehend eine Bestätigung, welches der Themen Sie erhalten.

Es besteht die Möglichkeit, den erhaltenen Themenbereich zurückzugeben bzw. zu tauschen. Eine Abmeldung vom Seminar ist aber nur innerhalb der ersten 3 Wochen nach Anmeldung (= der ersten Themenbestätigung) möglich, jedoch nicht nach dem 22.04.2015 - 10:45 Uhr. Andere Fristen für die Abmeldung von Veranstaltungen gelten an dieser Stelle nicht! Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die danach noch ein Thema bearbeiten, werden bei Nichtabgabe mit „nicht bestanden“ bewertet.

Die Teilnahme an allen Blockterminen ist für einen erfolgreichen Abschluss des Seminars Pflicht. Ausnahmen sind nur in begründeten Fällen nach Absprache mit dem Lehrstuhl möglich. Zur Einleitung in die Diskussion wird zu jedem Vortrag durch einen anderen Teilnehmenden ein Koreferat gehalten. Die Einteilung der Koreferate erfolgt durch den Lehrstuhl nach Abgabe der Essays.

Zur Bereitstellung von Unterlagen und zum Austausch von Fragen etc. wird bei Moodle eine Maßnahme „Mikroökonomisches Seminar“ eingerichtet werden. Eine Anmeldung bei dieser ist nur für angemeldete TeilnehmerInnen möglich. Die Literatur wird den Studierenden in Form eines Kopierordners am Lehrstuhl zur Verfügung gestellt.

Themenbereiche
Die einzelnen Arbeiten pro Themenbereich sollten in der vorgebenen Reihenfolge bearbeitet werden, da der Erkenntnisfortschritt in den jeweiligen Arbeiten teilweise aufeinander aufbaut.


  1. Ronald Coase
    • The Nature of the Firm. Economica. 4 (16), 1937, 386–405.
    • The Problem of Social Cost. Journal of Law and Economics. 3, 1960, 1–44.
    • The Lighthouse in Economics, Journal of Law and Economics, 17, 1974, 357–376

  2. Gary Becker (bereits vergeben) 
    • Crime and Punishment: An Economic Approach. Journal of Political Economy, 76(2), 1968, 169–217.
    • A Theory of Marriage: Part I. Journal of Political Economy, 81(4), 1973, 813–46.
    • An Economic Analysis of Marital Instability. Journal of Political Economy, 85(6), 1977, 1141–1188 (gemeinsam mit E.M. Landes und R.T. Michael).

  3. Regulierung von Marktmacht (bereits vergeben)
    • Averch, H. und Johnson, L.L. (1962): Behavior of the Firm Under Regulatory Constraint. American Economic Review, 52(5): 1052–1069.
    • Posner, R.A. (1975): The Social Costs of Monopoly and Regulation. Journal of Political Economy 83(4): 807–27.
    • Vogelsang, I. und Finsinger, J. (1979): A Regulatory Adjustment Process for Optimal Pricing by Multiproduct Monopoly Firms. The Bell Journal of Economics 10(1): 157– 171.

  4. Rent-Seeking (bereits vergeben)
    • Tullock, G. (1967): The Welfare Costs of Tariffs, Monopolies and Theft. Western Economic Journal 5: 224–232.
    • Krueger, A. (1974): The Political Economy of the Rent-Seeking Society. American Economic Review 64(3): 291–303.
    • Peltzman, S. (1976): Towards a More General Theory of Regulation. Journal of Law and Economics, 19: 211–40.

  5. Krieg & Konflikt (bereits vergeben)
    • Hirshleifer, J. (1989). Conflict and rent-seeking success functions: Ratio vs. difference models of relative success. Public Choice 63(2), 101–112.
    • Fearon, J.D. (1995): Rationalist explanations for war. International Organization, 49: 379–414.
    • Grossman, H.I. und Kim, M. (1995): Swords or Plowshares? A Theory of the Security of Claims to Property. Journal of Political Economy 103(6): 1275–88.

  6. Ökonomische Analyse von Völkerrecht (bereits vergeben)
    • Goldsmith, J.L. und Posner, E.A. (1999): A Theory of Customary International Law.The University of Chicago Law Review 66(4): 1113–1177.
    • Swaine, E.T. (2002): Rational Custom. Duke Law Journal 52(3): 559–627.
    • Guzman, A.T. (2006): Reputation and international law. Georgia Journal of International and Comparative Law, 34(2): 379–392.

  7. Informationsasymmetrien (bereits vergeben)
    • Akerlof, G.A. (1970): The Market for “lemons”: Quality Uncertainty and the Market Mechanism. The Quarterly Journal of Economics 84(3): 488–500.
    • Spence, M. (1973): Job market signaling. The Quarterly Journal of Economics, 87: 255–374.
    • Jensen, M.C. und Meckling, W.H. (1976): Theory of the firm: Managerial behavior, agency costs and ownership structure. Journal of Financial Economics, 3(4): 305–360.

  8. Verhaltensökonomik I: Grundkonzepte (bereits vergeben)
    • Simon, H.A. (1978): Rationality as Process and as Product of Thought. The American Economic Review 68(2): 1–16.
    • Kahneman, D. und Tversky, A. (1979): Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk. Econometrica 47(2), 263–291.
    • Thaler, R. H. (1980): Toward a Positive Theory of Consumer Choice. Journal of Economic Behavior and Organization, 1(1), 39–60.

  9. Verhaltensökonomik II: Anomalien & Heuristiken (bereits vergeben)
    • Tversky, A. und Kahneman, D. (1974): Judgment under Uncertainty: Heuristics and Biases. Science, 185: 1124–1131.
    • Tversky, A. und Kahneman, D. (1986): Rational Choice and the Framing of Decisions.The Journal of Business 59(4): 251–278.
    • Goldstein, D.G. und Gigerenzer, G. (2002). Models of ecological rationality: The recognition heuristic. Psychological Review 109(1): 75–90.

  10. Verhaltensökonomik III: John A. List
    • The Behavioralist Meets the Market: Measuring Social Preferences and Reputation Effects in Actual Transactions. Journal of Political Economy, 114(1), 2006, 1–37.
    • On the Interpretation of Giving in Dictator Games. Journal of Political Economy, 115(3), 2007, 482–494.
    • Do Professional Traders Exhibit Myopic Loss Aversion? An Experimental Analysis.The Journal of Finance, 60, 2005, 523–534 (gemeinsam mit M.S. Haigh).

  11. Finanzmärkte*
    • Markowitz, H. (1952), Portfolio Selection. The Journal of Finance, 7: 77-91.
    • Sharpe, W. F. (1964), Capital Asset Prices: A Theory of Market Equilibrium under Conditions of Risk. The Journal of Finance, 19(3): 425–442.
    • Black, F. und Scholes, M. (1973): The Pricing of Options and Corporate Liabilities. Journal of Political Economy. 81(3): 637–654.

*Die Bearbeitung dieses Themenbereiches setzt weitreichende mathematische Kenntnisse voraus, da die Aufsätze teilweise umfangreiche mathematische Modelle enthalten. Allerdings sind alle drei Ansätze ebenfalls Inhalt zahlreicher Vorlesungen und daher existiert verhältnismäßig viel Sekundärliteratur, in der die Inhalte aufbereitet und erklärt werden.