Gewässeruntersuchung Branitzer Badesee Algenmatten auf der Wasseroberfläche verunsichern

Anfang März erhielten das Umweltamt, das Maerker-Portal und das Ordnungsamt mehrere Hinweise von aufmerksamen Bürgern über die Beobachtung von schwimmenden Algenmatten, Faulschlamm und toten Fischen im Branitzer Badesee. Daraufhin führten am 12. März 2026 Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde sowie Dr. Jörg Böllmann von der BTU Cottbus-Senftenberg eine Begehung und Probenahme durch.

Vor Ort Begehung, Probenahme und Wasseranalyse

Eine Wasseranalyse im Bereich der Algenmatten am nordwestlichen Ufer ergab einen neutralen pH-Wert, unauffällige Leitfähigkeitswerte und eine leichte Übersättigung mit Sauerstoff. Wasser- und Biomasseproben wurden im Labor des Lehrstuhls Biotechnologie der Wasseraufbereitung umfangreich auf Ammonium, Nitrat und Phosphatgehalt sowie mikroskopisch untersucht. Die Analysewerte zeigen eine gute Wasserqualität (NH4: 0,08 mg/L, NO3: 3,7 mg/L, PO4: 0,03 mg/L). Diese Werte ähneln früheren Messungen vor einer Entschlammungsmaßnahme im Jahr 2025. Tote Fische konnten nicht gesichtet werden.

Entstehung der Algenmatten

Die Algenmatten bestehen hauptsächlich aus fädigen Cyanobakterien der Gruppe Oscillatoria, die bekannt dafür sind, auf Oberflächen wie Steinen oder Sedimenten zu wachsen und dünne filzige Matten zu bilden. Dies stellt einen natürlichen saisonalen Prozess dar. Durch die starke Sonneneinstrahlung der letzten Wochen konnten die Algen durch Fotosynthese viel Sauerstoff zu produzieren, der teilweise als Luftblasen in den Algenmatten hängen bleibt. Eine gemessene leichte Sauerstoffübersättigung unterstützt den Befund. Unter bestimmten Bedingungen lösen sich die Matten vom Grund, treiben auf und schwimmen an der Wasseroberfläche. Es handelt sich dabei also nicht um Faulschlamm, der tatsächlich ähnlich aussieht.

Mit Veränderungen der Umweltbedingungen (z.B. bewölkter Himmel, Wind und folgende Wellenbewegungen) lösen sich die Matten in der Regel wieder auf oder sinken zu Boden. Tatsächlich konnten in den darauffolgenden Tagen kaum noch aufschwimmende Matten beobachtet werden. Von den Algen geht keine Gefahr für Mensch und Tier aus. „Ich würde aber nicht unbedingt da durchschwimmen“, meint Dr. Böllmann.

Biomasseanalyse und Mikroskopie

Weitere Untersuchungen ergaben relativ hohe Gehalte an Phosphor und Stickstoff in der Biomasse: 0,8 mg P/g Trockenmasse und fast 300 mg P je Liter Frischmasse sowie 1,6 mg N/g Trockenmasse und 560 mg N je Liter Frischmasse. Grob überschlagen entspricht dies dem Nährstoffgehalt von 8 Kubikmetern Seewasser. In diesem Zusammenhang äußert Dr. Böllmann: „Hätte ich dort einen Garten, ich würde ein bis zwei Eimer von dem Zeug auf meinen Kompost werfen. Das wäre Dünger für meinen Garten und gut für den See.“ Tatsächlich sollte eine Entnahme der Biomasse im Rahmen der langfristigen Seesanierung in Betracht gezogen werden. Günstiger und effektiver, als die Entfernung solcher Biomasse, kann man vor allem Phosphor kaum aus dem See entfernen. Gerade die Phosphorentfernung könnte zukünftige Algenblüten reduzieren. 

Wie sich die Wasserqualität in den nächsten Monaten entwickelt, ist derzeit jedoch schwer abzuschätzen. Generell sind derart flache Seen immer problematisch