Bachelor-Studium

Da ist man nun frisch immatrikuliert, hat die Einführungsveranstaltungen gehört und weiß trotzdem nicht, wie man das alles organisieren soll und was auf einen zukommt.

Zuallererst: Es ist halb so wild. Es gibt nichts, was man großartig verpassen könnte. Da Cottbus eine sehr kleine Universität ist, wird man auch gut an die Hand genommen und da man ja einige Kommilitonen hat, denen es genauso geht, ist man auch nicht auf sich allein gestellt.

Kurswahl und Stundenplan

Stundenplan Anleitung für die Studenten im ersten Semester

In der Einführungsveranstaltung bekommt man ein Blatt mit dem Stundenplan in die Hand gedrückt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um einen Ausdruck des auch online zu bekommenden Stundenplanes, welcher auf den ersten Blick recht voll aussieht. Aber auch das ist halb so wild. Die meisten Veranstaltungen sind Übungen, welche in kleineren Gruppen durchgeführt werden und darum doppelt vorhanden sind. Hier sucht man sich in der Regel nur genau eine aus. Da ihr Module oftmals mit Kommilitonen aus anderen Studiengängen belegt müssen einfach nur ausreichend Übungen angeboten werden. Für einen Großteil der Module gilt die Faustregel:

  • Vorlesungen in der 1. Woche, Übungen ab der 2. Woche

Allerdings gibt es gerade im ersten Semester dort viele Ausnahmen, wie Mathe-IT 1 und Elektrotechnik. Auf diese Besonderheiten weisen wir euch in der Einführungsveranstaltung hin.

Man sollte im ersten Semester auch nicht unbedingt mehr Veranstaltungen belegen, als vorgesehen. Viel zu leicht unterschätzt man, wieviel Zeit Entwicklung von Softwaresystemen und E-Technik 1 in Anspruch nehmen. Im zweiten Semester bleibt eher etwas Raum noch eine Veranstaltung mehr zu belegen. Digitaltechnik bei Herrn Vierhaus, Statistik oder irgendeine fächerübergreifende Veranstaltung wäre hier ein Kandidat. Nur im Ausnahmefall sollte man Betriebssysteme oder Web-Documents vorziehen, da diese Veranstaltungen recht zeitintensiv sind und eigentlich auch erst im späteren Studiumsverlauf (in der Regel 5./6. Semester) relevant sind. Am besten ist aber sich an den vorgegebenen Stundenplan zu halten, wenn man noch etwas Freizeit haben möchte. Er ist recht ausgewogen und verhindert, dass ihr Probleme bekommt, weil einige Module nur semester-spezifisch angeboten werden.

Sollte man E-Technik I oder Info nicht bestehen, so ist das erst einmal kein Grund zur Panik. So etwas passiert vielen Studenten. Man sollte sich aber klar machen, dass es dann sehr schwierig wird, sein Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Gerade diese beiden Fächer haben hohe Durchfallquoten. Dies liegt vor allem daran, dass man sich vieles selbst aneignen muss und auch außerhalb der Vorlesungen und Übungen etwas für die Module tun sollte. Gerade Anwesenheit in den Übungen ist wichtig um die Beispielaufgaben zur Prüfungsvorbereitung nutzen zu können.

In einem Fach durchzufallen sollte man aber unbedingt als Anlass sehen, selbst zu reflektieren, wo die Ursachen zu suchen sind. Liegt es an der eigenen Studiendisziplin oder liegt es womöglich daran, dass einem das Fach oder gar die Studienrichtung doch nicht so liegt. Ein Studium nach zwei Semestern abzubrechen und etwas anderes neu zu beginnen ist überhaupt nicht schlimm. Es bringt nichts, sich lang mit Fächern zu quälen, wenn man eigentlich doch etwas anderes machen möchte.

Dieser Studiengang heißt übrigens Informations- und Medientechnik. Eine ehrlichere Bezeichnung wäre Informationssystemtechnik mit Medienzusatz gewesen, da der Teil Medien im Bachelorstudium eher ein kleines Bonbon darstellt, als einen wirklich ernstzunehmenden Studieninhalt. Im Großen und Ganzen handelt es sich eben um eine Mischung aus Informatik, Elektronik und Kommunikationstechnik.

  • Alle Module, die man im Bachelor belegen muss um mind. 180 Credits zu erreichen.
  • Um herauszufinden wann die Module angeboten werden (Sommer- oder Wintersemester)
  • aktuelle Modulkataloge für das Fächerübergreifende Studium und Wahlpflichtmodule

Diszipliniert studieren

Es heißt ja, Studenten hätten immer Zeit. So alt dieses Vorurteil auch sein mag, auf IMTler trifft es garantiert nicht zu. Der Stoff ist nicht unbedingt einfach und erfordert einiges an Nacharbeit oder Selbststudium, wenn man über wenig Vorwissen verfügt. Darum ist es auch umso wichtiger, dass man in den ersten Semestern (und darüber natürlich auch), immer die Übungsaufgaben ordentlich erledigt. Sie sind essentiell zum Verständnis des Stoffes, meist sogar über die Vorlesungsinhalte hinaus. Lässt man dort etwas schleifen hat man sehr viel vor der Prüfung nachzuarbeiten und vielfach auch fehlende Unterlagen, die man sich dann kurzfristig heranorganisieren muss. In Info I/II und den Mathemodulen sind sie sogar Pflicht.

Die Vorlesungen sind (mit Ausnahmen) keine Pflicht, auch wenn irgendwelche Anwesenheitslisten herumgehen sollten. Dort sollte man selbst entscheiden, ob man sie besucht. Aus Erfahrung weiß der Autor dieses Textes aber, dass es von Vorteil ist, sich trotzdem auch zu zeitigen oder langweiligen Vorlesungen zu begeben und aufzupassen. Eine Klausur muss man ja in jedem Fall schreiben und den Stoff arbeitet man freiwillig und selbstständig kaum nach, gerade weil vielfach in der Vorlesung Theorie vermittelt wird.

Wichtig: Sollte man im dritten Semester weniger als 30 Kreditpunkte (Credits) erwirtschaftet haben, wird man zu einer Studienberatung eingeladen, um eine vorzeitige Exmatrikulation abzuwenden. Sollte man dann trotz des Beratungsgespräches im vierten Semester weniger als 40 Kreditpunkte haben, wird man exmatrikuliert und kann nicht weiter studieren. Angepasste Regelungen gelten auch im fünften, siebenten und neunten Semester. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmeregelungen bei Härtefällen wie Krankheit oder Schwangerschaft. Genaueres regelt die jeweilige Prüfungsordnung (zu finden unter Dokumente) unter § 8 Abs. 3 und § 10 Abs. 3. Die Semestergrenzen für Kreditpunkte sind selbstverständlich abhängig vom aktuellen Stand der PO.

Bachelorarbeit

Der erfolgreiche Abschluss der Bachelorarbeit ist mit einigen Hürden verbunden. Erst einmal grundlegend ist die Bachelorarbeit eure erste wirklich wissenschaftliche Arbeit und kann frühestens mit Abschluss des Grundstudiums (also alle Prüfungen aus den ersten 4 Semestern bestanden) begonnen werden. Laut der aktuellen Prüfungsordnung (in PO 2008 nicht spezifiziert, daher in Rahmenordnung) werden für die Bearbeitung der Bachelorarbeit 4 Monate gewährt. Dieser Zeitraum gilt mit Einreichung des Anmeldebogens im Studierendensekretariat bis zur Abgabe der Arbeit beim Lehrstuhl. Es ist möglich, dass ihr dieses Formular aber gar nicht braucht, da ihr vom Lehrstuhl bereits ein solches mit euer Aufgabenstellung bekommen habt. Dann bringt ihr dieses einfach von Betreuer und Prüfungsausschussvorsitzendem unterschrieben ins Studierendensekretariat.

Thema: Möchtet ihr eure Bachelorarbeit beginnen so solltet ihr euch sehr frühzeitig (bis 4 Monate vor Anmeldung) um ein Thema bemühen. Nichts ist so tragisch wie ein Student, der gerne anfangen möchte aber partout kein Thema findet. Oftmals werden von diversen Lehrstühlen, die am Studiengang IMT beteiligt sind verschiedene Themen vorgegeben. Die häufigsten Anlaufstellen sind die Lehrstühle:

Hier werden teilweise bereits auf den Lehrstuhlseiten einige interessante Themen angeboten. Ihr könnt euch natürlich auch am Lehrstuhl direkt melden und nachfragen oder einen eigenen Themenvorschlag bringen. Euch steht natürlich auch die Möglichkeit offen einen gänzlich anderen Lehrstuhl zu suchen. Bedenkt aber, dass das Thema auch vom Studiengangsleiter (Vierhaus) abgesegnet werden muss.

Erste Schritte: Habt ihr ein Bachelorarbeitsthema gefunden und könnt mit der Arbeit beginnen so bestehen die ersten Schritte darin sich in den Themenkomplex einzuarbeiten. Hierzu ist es unabdingbar mit dem euch als Betreuer zugeteilten Lehrstuhlmitarbeiter oder Professor die Anforderungen zu klären. Missverständnisse in der Kommunikation fallen meistens auf euch zurück. Ihr solltet also innerhalb der ersten Wochen genau wissen was ihr zu tun habt, was von euch erwartet wird und was für ein Arbeitsaufwand auf euch zukommt.

Anmeldeformalitäten: Nach einer gewissen Einarbeitungszeit, die euch vom Lehrstuhl gewährt wird und sobald ihr euch sicher seid, dass die BA innerhalb der kommenden 4 Monate geschafft werden kann solltet ihr sie anmelden. Hierzu begebt ihr euch ins Studierendensekretariat und füllt den entsprechenden Bogen aus. Als Durchschrift erhaltet ihr einen blauen Zettel, den ihr euch behalten könnt. Weiterhin erhaltet ihr den Originalbogen inkl. des gelben Blattes. Letztere werden normalerweise am Lehrstuhl abgegeben und erst zur Verteidigung wieder hervorgeholt. Ab nun läuft die Zeit. Vergesst das Schlafen und Essen aber nicht

Aktive Phase: Sind die anfänglichen Hürden gemeistert beginnt der eigentlich wichtige Teil der Bachelorarbeitsphase. Die wichtigste Frage, die ihr euch stellen müsst ist „Womit schreibe ich meine Arbeit?“. Hierzu steht euch neben Office Word und Open Office auch LaTeX zur Verfügung. Klärt vorher mit dem Lehrstuhl, ob es euch freisteht ein Tool zu wählen. Vorlagen und Anleitungen findet ihr z.B. unter:

Eine genaue Seitenanzahl für Bachelorarbeiten gibt es nicht. Manchmal wird vom Lehrstuhl eine Mindestgrenze gesetzt, vielfach obliegt es jedoch euch den wissenschaftlichen Teil prägnant zu verpacken. Unterschätzt die Arbeit jedoch nicht. Ihr solltet dran bleiben und immer wieder Treffen mit eurem Betreuer haben. Er kann euch auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Versucht möglichst schnell eine Gliederung für eure Arbeit zu entwickeln einfach auch um abschätzen zu können welcher Aufwand den einzelnen Kapiteln zukommt. Ein weiterer Punkt der frühzeitig geklärt werden sollte ist die Frage welche Tools ihr zum Erstellen von Diagrammen, Builds, Zeichnungen usw. verwendet. Wenn ihr Informationen aus anderen Quellen verwendet dann sammelt diese unbedingt und überlegt nicht erst am Ende der Arbeit welche Quellen ihr genutzt habt. Das Literaturverzeichnis bildet einen der zentralen Punkte der Arbeit und sollte nicht nur 5 Einträge beinhalten.

Praktischer Anteil: Vielfach beinhalten Bachelorarbeiten auch einen praktischen Anteil. Dies kann beispielsweise das Programmieren eines Software-Prototypen aber auch eine Evaluation sein. Plant für diesen Teil ausreichend Zeit ein. Abhängig von euren Vorkenntnissen werden ihr hier unter Umständen auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Programmiert ihr etwas so bedenkt immer, dass das Ergebnis nur ein Prototyp und kein ausgereiftes Programm wird. Letzteres ist zwar schön, kostet aber Zeit. Im Prinzip ist die entstandene Software dazu da euer eigens entwickeltes Konzept zu untermauern.

Abschluss der Arbeit: Stellt ihr fest, dass ihr trotz fortgeschrittener Zeit nicht zum Abgabetermin fertig werdet gibt es auch noch die Möglichkeit die Bearbeitungszeit zu verlängern. Beachtet aber bitte, dass die Formulare dafür fristgerecht eingereicht werden müssen. Den Antrag zur Verlängerung der Bearbeitungszeit findet ihr hier.

Habt ihr sowohl den schriftlichen als auch den praktischen Teil beendet ist es fast geschafft. Plant aber mindestens eine Woche vor Abgabetermin das Drucken, Binden und Brennen der Daten auf CD mit ein. Hierzu sucht ihr euch rechtzeitig einen Copy-Shop eures Vertrauens (am besten einen der auch gleich bindet) und vereinbart einen Drucktermin. In der Regel werden Bachelorarbeiten in 2facher Ausfertigung, gebunden am Lehrstuhl abgegeben. Der Druck mit anschließendem Binden sollte eigentlich nicht mehr als 2 - 3 Tage dauern. Erkundigt euch hierfür aber am besten nochmal. Habt ihr das alles geschafft gebt ihr die Arbeit am Lehrstuhl ab.

Verteidigung: Jede Bachelorarbeit wird mit einer zumeist öffentlichen Verteidigung abgeschlossen. Das bedeutet ihr bereitet eine Beamer-Präsentation vor, die ihr dann vor den Betreuern und Gästen haltet. In der Regel wird euch hierbei eine Zeit von 30min vorgegeben. Auch hierbei ist eine saubere Gliederung wichtig. Der Termin wird vom Lehrstuhl vergeben und liegt häufig im Rahmen von 2 - 4 Wochen nach Abgabe der Arbeit. Seid am besten eine halbe Stunde eher da und schließt alles an und testet ob alles funktioniert, damit es nicht 5min vorher noch technische Probleme gibt. Ganz wichtig ist vor allem, dass ihr die Anmeldebögen nicht vergesst, also den blauen Zettel und sofern nicht beim Lehrstuhl abgegeben auch das Original mit dem gelben Durchschlag. Hier werden nach Ende der Verteidigung die Noten eingetragen. Im Anschluss an eure Präsentation werdet ihr noch mit Fragen zu eurer Arbeit gelöchert, die ihr nach bestem Wissen und Gewissen beantworten solltet. Direkt im Anschluss erhaltet ihr eure Noten. Diese setzen sich aus der Bewertung der Arbeit der beiden Betreuer sowie der Verteidigungsnote zusammen.

PO 2008:Die Note der Bachelorarbeit ergibt sich aus dem abgerundeten gewichteten Mittel der Bewertung der schriftlichen Arbeit mit dem Gewicht von 0,75 und der Bewertung der Verteidigung mit einem Gewicht von 0,25.

Genaue Informationen können natürlich auch der aktuellen Prüfungsordnung entnommen werden. Wir wünschen euch in diesem Sinne viel Erfolg und drücken die Daumen für eine gelungene Bachelorarbeit.

Auslandsemester

Neben der fachlichen Ausbildung gewinnt auch die soziale, sprachliche und kulturelle Ausbildung eines Studenten mehr und mehr an Bedeutung. Ein Auslandsstudium verbessert nicht nur die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sondern bietet auch für das Leben einmalige Erfahrungen. Wir als Fachschaftsrat können euch einen Auslandsaufenthalt nur wärmstens empfehlen!

Eine relativ unbürokratische Möglichkeit ist hierbei das ERASMUS-Programm der Europäischen Union. Dieses Programm ermöglicht einen unkomplizierten Auslandsaufenthalt für 1 oder 2 Semester im europäischen Ausland und garantiert die Anrechnung der erbrachten Leistungen (Credits). Zusätzlich gibt es eine monatliche Förderung und Hilfe bei der Wohnungssuche. Natürlich könnt ihr auch im Ausland weiterhin euer BAföG beziehen, meistens sind die Sätze sogar höher als in Deutschland.

Für unseren Studiengang gibt es Partneruniversitäten in Italien, Finnland, Frankreich, Schweden, Österreich, Polen und Slowenien. Die Unterrichtssprache ist entweder Englisch oder die Sprache des Gastlandes. Die Chancen, für einen Auslandaufenthalt akzeptiert zu werden, sind für IMT-Studenten sehr gut. Anmeldeformulare, Erfahrungsberichte und weitere Informationen gibt es auf der Website des Akademischen Auslandsamtes (kurz AAA) der BTU.

Auch wer gerne außerhalb von Europa studieren möchte, findet auf den Seiten des AAA viele Angebote. So gibt es für unseren Studiengang interessante Partneruniversitäten in den USA, Zentralamerika und Asien. Für Australien und Neuseeland gibt es leider (noch) keine Partnerhochschule, jedoch kann man auch dort mit ein wenig Eigeninitiative ein Auslandsstudium durchführen.

In jedem Fall sollte man frühzeitig mit der Planung beginnen, um eventuelle Komplikationen im Studienverlauf zu vermeiden. Ein Auslandsaufenthalt kann übrigens, wie häufig praktiziert, schon nach dem vierten Semester durchgeführt werden. Der Fachschaftsrat steht euch hierbei helfend zur Seite.