Studie Entwicklung eines Digitalen Parkinson Diseases Assessments

Motivation

Innerhalb der nächsten Jahre ist eine erhebliche Risikozunahme für degenerative und vaskuläre Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) zu erwarten, denn ein schleichender Beginn dieser Erkrankungen setzt zumeist zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr ein [[i],[ii]] und die Anzahl der 60- bis 80-Jährigen wird bis 2030 um 50% und die der über 80-Jährigen um 20% zunehmen. Die Verbesserung der pharmakotherapeutischen Möglichkeiten und die Erweiterung des sonstigen Therapiespektrums, einschließlich der noch in den Anfängen steckenden Trainingstherapien, wird somit zum dringenden Anliegen. Störungen des Nerv-Muskel-Systems bei degenerativen und vaskulären Erkrankungen des ZNS werden bisher qualitativ und quantitativ für Verlaufsuntersuchungen und für die Entwicklung und Effizienzbeurteilung neuer Therapien nicht ausreichend beschrieben. Vor allem im klinischen Vorfeld und in den Anfangsphasen der Erkrankungen fehlen häufig objektive und metrisch zu erfassende Parameter. Dies betrifft auch den international in der Parkinson-Behandlung eingeführten Standard Unified Parkinson Disease Rating Scale (UPDRS), mehr noch verschiedene andere Scales, die grundsätzlich bei jeder stationären Aufnahme von Patienten zur Abschätzung ihres Sturzrisikos durchgeführt werden. Die Studie Digitales Parkinson Disease Assessment soll es durch anwenderfreundliche technische Lösungen ermöglichen, den motorischen Teil des UPDRS (18-32) und ausgewählter anderer Ratings durch Messtechnik und computergestützte Analyse zu objektivieren und damit auch den Effekt therapeutischer Interventionen besser zu erfassen. Die Therapien sollen über den gesamten Verlauf messtechnisch aufgenommen und kontrolliert werden.

[i] E.B. Ringelstein, "Degenerative zerebrale Mikroangiopathie", Der Schlaganfall, Hrsg. A. Hartmann, W.D. Heiss. 2001, p. 497.
[ii] H.H. Kornhuber, "Die häufigsten Ursachen der Alzheinmer-Demenz: Zerebrale Mikroangiopathie und chronische Enzephalitis. 50 Jahre Psychatrie", Gisela Gross, 1999, p. 66.

Ziele

Das Klinikum Niederlausitz, Hauptpartner des Projektes, betreut in Kooperation mit seinen zwei neurologischen Facharztsitzen etwa 400 Parkinson-Patienten pro Jahr auf standardisierten Pathways und führt im Rahmen stationärer Behandlungen die "multimodale Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson" (OPS 8-97d) durch. Dies stellt eine sehr gute Grundlage für die klinische Forschung dar.
Die Studie Digitales Parkinson Disease Assessment ermöglicht durch eine systematische, entsprechend UPDRS standardisierte digitale Erfassung und Analyse der Symptom-, der Krankheitsverlaufs-, der Therapie-Daten eine fundierte wissenschaftliche Evaluation und Steuerung der Therapieverfahren bei dem idiopathischen Parkinsonsyndrom.
Ziel der Studie ist die Erstellung von Klassifizierungsmodellen für Bewegungen und Bewegungsphasen nach UPDRS. Es werden handelsübliche Sensoren und Tablets verwendet, um die Systemkosten zu reduzieren.
Wir wollen mit der Studie eine Objektivierung für die folgenden Standard-Untersuchungen nach UPDRS erreichen:

8. [1] Handschrift
15. Laufen
16. Tremor
20. Ruhetremor
21. Aktions- oder Haltungstremor der Hände
26. Agilität der Beine
28. Haltung
29. Gang
31. Bradykinesie und Hypokinesie des Körpers

Mit Hilfe von Klassifizierungsalgorithmen sollen normale von nicht-normalen Bewegungen unterschieden werden können. Außerdem sollen entsprechend des Standards UPDRS die Stärke der Erkrankung (0: keine, 1: leichte, 2: mittlere, 3: schwere, 4: sehr schwere Beeinträchtigung) klassifiziert sowie Verlauf und Effekt der Therapie objektiv dargestellt werden.
Neben den typischen Symptomen des idiopathischen Parkinsonsyndromes, der Hypo- und Bradykinese, dem Rigor, dem Tremor und den posturalen Störungen kommt dabei der medikamentösen Überkompensation der primär hypokinetisch rigiden Bewegungsstörung durch die relative Überdosierung und die Wirkungsfluktuation dopaminerg wirkender Medikamente (Levodopa-induced dyskinesia - LID) eine besondere Bedeutung zu: Gerade in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung kommt es zu einem oft raschen Wechsel zwischen hypokinetischen und hyperkinetischen Phasen; eine zeitlich exakte und quantitative Registrierung dieser Phasen im Tagesverlauf ist die Voraussetzung für eine zielführende Steuerung und Optimierung der medikamentösen Behandlung.
Neben der Darstellung und Überwachung medikamentöser Therapieeffekte soll das zu entwickelnde Verfahren helfen, gerade im Rahmen von multimodalen Therapieprozeduren den Effekt der verschiedenen Therapiekomponenten (Hippotherapie, Physiotherapie, Sport, Kunsttherapie) zu evaluieren.

[1] Die Nummerierung entspricht der Unified Parkinson Disease Rating Scale

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