Studienreise nach Hangzhou und Suzhou 2014

Bericht über die Konzertreise des Kammerorchesters nach China

Teilnehmer der Studienreise nach China
Teilnehmer der Studienreise nach China

Nach ausführlichen Proben und einer hochschul-öffentlichen Generalprobe in Cottbus war es dann am 13. April soweit, dass Orchester und Dirigent den voraus gereisten Pianisten Veronika und Wolfgang Glemser nach China folgen konnten. Vom Treffpunkt auf dem Flughafen Tegel ging es zum Einchecken, was wegen der mitgeführten Instrumente sorgfältig vorbereitet worden war. Es ging alles ohne Probleme ab, die Geigen und Bratschen wurden als zusätzliches Handgepäck akzeptiert und keine weiteren Zollformalitäten waren für das Aus- und wieder Einführen dieser Arbeitsgeräte von Nöten. Auch der lange Flug nach Peking, die Einreise nach China und der Weiterflug nach Hangzhou am 14. gingen ohne Verzögerungen und Schwierigkeiten über die Bühne.

Nach einer dringend benötigten Nachtruhe im sehr noblen Hotel in unmittelbarer Nähe zum Conservatory of Music der Normal University und zum Westsee, der herausragenden touristischen Attraktion von Hangzhou, ging es zum Kennenlernen in die musikalische Abteilung der Partner-Universität. Man fand sich gegenseitig symphatisch und konnte sich in Ruhe auf Proben und Konzerte vorbereiten.

Am Nachmittag war es möglich an der Seepromenade einen ausführlichen Spaziergang zu machen, ein Museum für neue Kunst zu besuchen und ein leckeres Abendessen in einem der Teehäuser am See zu genießen. Das Wetter spielte mit, so dass es möglich war im Sonnenschein auch einige Gruppenbilder zu machen. Vera Sun begann sofort damit für das Hochschulfernsehen den Aufenthalt zu dokumentieren, was im weiteren Verlauf der Reise noch reichlich Filmmaterial erbrachte.

Der folgende Tag, der 16. war dann der erste Arbeitstag, neben ersten Proben unter der Leitung der beiden Dirigenten – Prof. Dr. Tibor Istvanffy aus Cottbus und Liu Zhipei aus Hangzhou – gab es Besprechungen zum Programm und zum weiteren Ablauf des Besuchs. Da wir keine Celli und keinen Bass aus Deutschland mitgebracht hatten, mussten diese Instrumente geliehen werden, kleine Geschenke als Dank für die überlassenen Musikinstrumente wurden gerne entgegen genommen. Das Ehepaar Glemser unterrichtete währenddessen Studierende aus Hangzhou auf dem Klavier. Die nötigen Übersetzungen lagen bei Frau Sun und Herrn Jianeng Lu, der auch als Gesangssolist aktiv war in besten Händen, ansonsten wurde viel Englisch gesprochen.

Weitere Proben, Übezeiten und auch Spaziergänge in die Stadt füllten dann den Folgetag aus, an dessen Abend das erste Konzert im mit über 400 Personen gut gefüllten Konzertsaal des Conservatory stattfand. Veronika und Wolfgang Glemser spielten Werke für Klavier zu zwei und vier Händen von Bach, Couperin, Mozart, Albeniz, Wagner-Liszt und Gordon Sherwood. Die 'sonata in blue' für Klavier zu vier Händen des amerikanischen Aussteigers Sherwood mit ihren raffinierten Jazz-Elementen erlebte dabei wahrscheinlich ihre erste Aufführung in China. Der hervorragende Steinway D-Flügel tat ein Übriges um dieses Konzert zu einem Erfolg werden zu lassen.

Am 18. April dann nach guter Vorbereitung das Orchesterkonzert am gleichen Ort, vor erneut sehr gut gefüllten Rängen. Nach dem sich unser Streich-Ensemble unter der Leitung von Prof. Dr. Istvanffy mit Elgar (Streicherserenade) und Schubert (Deutsche Tänze) von seiner besten Seite gezeigt hatte, spielte Wolfgang Glemser als Klaviersolist zusammen mit den Streichern den 'Krakowiak' op. 14 von Chopin, ein genial-virtuoses Frühwerk des großen Polen. Nach zwei furios vorgetragenen Ungarischen Tänzen von Brahms ging es dann in großer Besetzung weiter: Unter der Leitung von Liu Zhipei kamen mit dem Sänger Jianeng Lu und Streichern und Bläsern der gastgebenden Hochschule viele weitere Ausführende zum Finale auf die Bühne, so dass zum Abschluss ein gemischtes Ensemble beider Universitäten den Schlussbeifall entgegennehmen konnte.

Der nächste Tag begann bereits recht früh mit der Busfahrt zu unserem zweiten Ziel der Gartenstadt Suzhou. Dort angekommen wurden wir von eine englisch-sprachigen Führerin durch eine historische Siedlung TongLi geführt, einer Wasserstadt mit Kanälen und Brücken, wo wir dann auch noch sehr gut essen konnten, nach dem Bezug des komfortablen Hotels ging es dann gegen Abend durch die Stadt zur Universität (University of Science and Technology, also einer Art Technischer Universität) zur ersten Probe des Orchesters mit dem sehr gut vorbereiteten Chor der Gastgeber.

Der 20. April war - abgesehen von einem sehr netten abendlichen Shopping-Bummel durch die Altstadt von Suzhou und der nächtlichen Besichtigung eines der vielen schönen Gärten – ausschließlich sehr intensiver Probenarbeit gewidmet. Prof. Dr. Chen von der gastgebenden Universität und der weltberühmte und weitgereiste Cellist Martti Rousi von der Sibelius-Akademie in Hesinki, der renommiertesten Musikuniversität Finnlands, verlangten von unseren Streichern anhaltende Aufmerksamkeit und konzentrierteste Arbeit. Herr Rousi (immerhin Preisträger des Tschaikowski Wettbewerbs in Moskau!) lobte unsere Streicher und ihren Dirigenten Prof. Dr. Istvanffy wiederholt für ihre gute Arbeit bei der Erarbeitung eines Cello Konzertes von Vivaldi. Eine unserer ehemaligen Studentinnen Frau Wanning Hu half bei der Organisation und mit Übersetzungen.

Das Konzert am folgenden Tag unter dem Titel 'Chang Xiang in Spring' war mit seinem Programm bestehend aus Werken von Vivaldi (Cello-Konzert c-Moll), Elgar, Schubert (als Geschenk für die Gastgeber außerhalb des gedruckten Programmes), 'Krakowiak' von Chopin, 2 Ungarischen Tänzen von Brahms und einigen Chorstücken mit dem Chor der University for Science and Technology Suzhou, ein rauschender Erfolg für alle Beteiligten; das folgende Dinner war an Opulenz kaum zu übertreffen. Dass es wegen einer Fehlbuchung nötig war, am Konzerttag das Hotel zu wechseln, und dass die Bootstour durch die Kanäle von Suzhou am Vormittag des Konzerttages im Regen stattfand, waren dann nur noch amüsante Fußnoten eines rundum gelungenen Aufenthaltes in Suzhou. Leider mussten geplante Master-classes mit Veronika und Wolfgang Glemser in Suzhou wegen der angespannten Raum-Situation (die Universität baut gerade neue Räumlichkeiten) entfallen.

Am Folgetag dem 22. April durften wir dann noch unter fachkundiger Führung eines der wichtigsten Museen Chinas besuchen: das von M. Pei geplante Suzhou Museum, ein kurzer Termin bei einem wichtigen Sponsor unseres Aufenthaltes in Suzhou der Zahnklinik 'Mayo Dental' mit einem delikaten Essen rundete den Besuch in Suzhou ab, der Bus brachte uns zum Flughafen nach Hangzhou und über Peking kehrten wir dann nach Berlin zurück.

Es ist hier auch der Ort auf die Hilfe hinzuweisen, die wir in Deutschland für dieses erfolgreiche Projekt entgegennehmen durften: ideelle Hilfen von großer Bedeutung kamen von Dr. Hendriks, dem Gründungsbeauftragten der BTU und dem akademischen Auslandsamt mit seiner Leiterin Frau Dr. Wolfeil. Ideelle und finanzielle Hilfen kamen vom Sileigh Reisebüro in Berlin (Organisation der Flüge und der Visa), Hainan Airlines (sehr günstige Vorzugstickets und großzügige Regelung des Instrumenten-Transportes), der Sparkasse Niederlausitz in Senftenberg, dem Förder-Verein der Hochschule Lausitz, Vattenfall und weiteren Einzelpersonen! Ohne die Unterstützung durch den DAAD (deutscher akademischer Austauschdienst) wäre das ganze Unternehmen nicht möglich gewesen!