Neue Kooperation zur Erforschung von Bergbaulandschaften

Fachleute aus Brandenburg und Berlin wollen Rekultivierungsmaßnahmen optimieren

Bergbaulandschaften funktionieren anders als die unbeeinflussten Gebiete in ihrer direkten Umgebung. Dieser Beobachtung will das neu eingerichtete Cluster »Signaturen stark gestörter Landschaften – am Fallbeispiel von Bergbaulandschaften« am Zentrum für Nachhaltige Landschaftsentwicklung (ZfNL) an der BTU Cottbus-Senftenberg in den kommenden drei Jahren nachgehen. Signaturen stehen in Kartenwerken für bestimmte Eigenschaften von Landschaften. Inzwischen ist eigentlich nahezu die gesamte Erdoberfläche vollständig auf Landkarten abgebildet. Die Forscherinnen und Forscher des neu eingerichteten Clusters der BTU Graduate Research School (GRS) gehen jedoch davon aus, dass es noch »weiße Flecken« auf der Landkarte gibt – nämlich Bergbaugebiete und andere ähnlich stark ge- oder zerstörte Landschaften. Welche speziellen Eigenschaften eine »Bergbau-Signatur« darstellen müsste, wird Gegenstand dieses Forschungsprojekts sein. Geleitet wird es von Prof. Klaus Birkhofer vom Fachgebiet Ökologie und Prof. Brigitte Nixdorf vom Fachgebiet Gewässerschutz. Die Forscherinnen und Forscher erwarten unter anderem Erkenntnisse zur Optimierung von Rekultivierungsmaßnahmen für derartige vom Mensch veränderte Landschaften.

Den Ansatzpunkt der Forschungsbemühungen bildet der Kohlenstoffhaushalt von Bergbaulandschaften, sowohl im Land- wie im Gewässerbereich. Dahinter steht die Annahme, dass gestörte Landschaftsausschnitte andere räumliche und zeitliche Muster zum Beispiel bei der Abgabe von Kohlendioxid aus dem Boden oder Gewässer als Folge von veränderten Stoffwechselprozessen erkennen lassen. Um dies zu überprüfen, haben sich die BTU-Fachgebiete Ökologie, Bodenschutz und Rekultivierung, Hydrologie und Wasserressourcenbewirtschaftung sowie Gewässerschutz mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ und Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin zusammengeschlossen. Das Forschungsprojekt bietet Themen für insgesamt 5 Doktorandinnen und Doktoranden an den drei Einrichtungen. BTU, GFZ und IGB tragen zusammen das ZfNL, das damit eine zentrale Empfehlung des Wissenschaftsrates zu einer intensivierten Vernetzung mit außeruniversitären Partnern umsetzt.

Hintergrund:

Das Zentrum für Nachhaltige Landschaftsentwicklung (ZfNL) wurde im Herbst 2015 als gemeinsame Kooperationseinrichtung von BTU Cottbus-Senftenberg, GFZ Potsdam und IGB Berlin gegründet. Es steht für grundlagen- und anwendungsorientierte interdisziplinäre Forschung mit dem Ziel, das Prozess- und Systemverständnis für stark gestörte Landschaften zu verbessern und Bewirtschaftungsmaßnahmen für derartige Standorte zu optimieren. Gerade die Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz sind Gegenstand verschiedener Forschungsvorhaben in den am Zentrum beteiligten Einrichtungen.

Die Graduate Research School der BTU schreibt Forschungsvorhaben innerhalb thematischer Cluster aus. Die Bewilligung von neuen Clustern erfolgt nach einer fachlichen Begutachtung durch externe Gutachter. Nach einer ersten Ausschreibungsrunde nahmen 2016 vier erste Cluster ihre Arbeit auf. 2017 werden zusätzliche Cluster eingerichtet.

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Vogelperspektive auf ehemalige Bergbaulandschaft
Fünf Promotionsstellen werden im neuen GRS-Cluster geschaffen um unter anderem die Optimierung von Rekultivierungsmaßnahmen zu erforschen.