Hochschulen generieren fast in Milliardenhöhe wirtschaftlichen Nutzen für das Land

Jeder Euro, den das Land in die Hochschulen investiert, verdoppelt sich

Die Brandenburgische Landesrektorenkonferenz (BLRK), in der sich die acht Brandenburger Hochschulen über gemeinsame Themen abstimmen, stellen am Freitag, 20. April 2018 in Potsdam die Ergebnisse einer Studie vor, die die Bedeutung der Hochschulen für die Wirtschaft des Landes hervorhebt. Die von der DIW Econ GmbH erstellte 86-seitige Studie kommt zu dem Schluss, dass jeder Euro, den das Land in die Hochschulen investiert, einen weiteren Euro durch Wertschöpfung generiert.
    
Die 400 Millionen Euro Landesmittel zur Finanzierung der acht Hochschulen verdoppeln sich durch Bruttowertschöpfung auf rund 800 Millionen Euro. Die regionale Wirtschaftsleistung wird von den Hochschulen vor allem dadurch ausgelöst, dass die vier Universitäten und vier Fachhochschulen Arbeitskräfte benötigen, Güter und Dienstleistungen einkaufen. Hierfür stellt das Land rund 400 Millionen Euro zur Verfügung. Die Hochschulen produzieren mit diesem Geld zusätzlich über 100 Millionen Drittmittel und allein die Ausgaben der Studierenden generieren nochmals 317 Millionen Euro. In Summe erwirken die Hochschulen über 800 Millionen Euro Bruttowertschöpfung, sie beschäftigen über 18.400 Erwerbstätige und generieren 61 Millionen Euro Steuereinnahmen im Land.

Die acht Hochschulen wirken zudem langfristig positiv auf die Produktivität und das Wirtschaftswachstum. Dies geschieht durch Lehre, Forschung sowie Wissens- und Technologietransfer. Indem die Absolventinnen und Absolventen in den Arbeitsmarkt eintreten, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in die Prozesse mit einbringen wurde im Jahr 2015 eine Wertschöpfung von 68 Millionen Euro erzielt.

Die Studie vermerkt auch, dass Absolventinnen und Absolventen oftmals in anderen Regionen eine Beschäftigung aufnehmen, da in Brandenburg nur wenige hochbezahlte und karriereversprechende Arbeitsplätze zur Verfügung stünden. Um dies zu verändern sei es aber wichtig, dass ein großes Angebot an gut qualifizierten HochschulabsolventInnen vorhanden ist. Sie stellen einen wichtigen Standort- und Wachstumsfaktor dar, der für die Entwicklung einer leistungsfähigen Wirtschaftsstruktur von entscheidender Bedeutung ist.

Durch die Tatsache, dass Unternehmen ihre Produkte oder Abläufe aufgrund von Forschungsergebnissen optimieren, generiert das Forschungskapital 959 Millionen Euro zusätzlich für das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2016. Damit wird der große wirtschaftliche Stellenwert der brandenburgischen Hochschulen deutlich: sie geben die Investitionen des Landes direkt in die Volkswirtschaft und regionale Wirtschaftsstruktur zurück.

Hintergrund
Auftraggeber der DIW Studie sind folgende Hochschulen:
Universität Potsdam, Europa Universität Viadrina, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Technische Hochschule Wildau, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, die Fachhochschule Potsdam, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die Technische Hochschule Brandenburg.
Die DIW Econ GmbH mit Sitz in Berlin ist ein Beratungsunternehmen, das sich auf ökonomische Analysen und Consulting spezialisiert hat. Die 2007 gegründete GmbH arbeitet überwiegend für Unternehmen, aber auch für internationale Institutionen und öffentliche Auftraggeber wie Ministerien und Bildungseinrichtungen.

Kontakt

Dr. phil. Marita Müller
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
T 3206
marita.mueller(at)b-tu.de