Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt erfolgreiche BTU-Forschungen zum Thema »Kulturelle und technische Werte historischer Bauten« mit weiteren 5,2 Mio. €

Die DFG hat den Antrag der BTU auf Verlängerung des Graduiertenkollegs »Kulturelle und technische Werte historischer Bauten« um weitere 4,5 Jahre bewilligt. Dies hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft in ihrer Sitzung am 4. Mai 2018 beschlossen. Die BTU profiliert sich damit weiter auf dem Gebiet der Historischen Bauforschung und der Erforschung des Weltkulturerbes

Für BTU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach ist die Verlängerung ein großer Erfolg: »Wir sind stolz, dass wir uns auf dem Gebiet der Historischen Bauforschung, der Bautechnikgeschichte und der Denkmalpflege wie auch im Bereich des Weltkulturerbes so profiliert haben, dass wir im hart umkämpften Wettbewerb der DFG-Mittel erneut punkten konnten. Ich freue mich für das Team der Professorinnen und Professoren sowie unserer Nachwuchsforscherinnen und –forscher und gratuliere herzlich!«

Das Graduiertenkolleg 1913 »Kulturelle und technische Werte historischer Bauten« hat das Ziel, Nachwuchsforscherinnen und –forscher in den oben genannten Gebieten weiter zu qualifizieren. Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt, Sprecher des DFG-Kollegs formuliert das so: »Wir analysieren das Spannungsfeld zwischen Kunst, Technik und Gesellschaft in unterschiedlichen Zeithorizonten und Kulturkreisen. Grundlage hierfür sind Einzeluntersuchungen zu Bauwerken und den Prozessen ihrer Entstehung und Veränderung von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Die geographische Spanne der Promotionsprojekte reicht von Russland und England über die Lausitz bis hin zum Vorderen Orient und Indien. Die Doktorandinnen und Doktoranden untersuchen hier herausragende historische Einzelbauten, Bauwerksgruppen und Siedlungen mit dem Ziel, ihre kultur- und technikgeschichtliche Bedeutung bewusst zu machen und Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Erbe zu schaffen.«

Während die erste Gruppe von zehn Doktorandinnen und Doktoranden ihre Arbeiten inzwischen weitgehend abgeschlossen hat oder kurz vor der Fertigstellung steht, finanziert das Kolleg derzeit die zweite Gruppe sowie zwei Postdoktorandinnen. Sie alle forschen zusammen mit zahlreichen assoziierten Promovierenden, den Antragstellerinnen und Antragstellern, assoziierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern namhafter Forschungsinstitutionen und Universitäten zu historischen Bauwerken und ihrer kulturellen wie technischen Bewertung. Die BTU gehört dank zahlreicher, erfolgreich durchgeführter Forschungsprojekte und der Einrichtung und Förderung des Graduiertenkollegs durch die DFG zu den führenden universitären Einrichtungen auf dem Gebiet der Historischen Bauforschung und der Bautechnikgeschichte.

Hintergrund

Das erste DFG-Graduiertenkolleg an der BTU Cottbus-Senftenberg wurde am 20. Mai 2014 im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus in Anwesenheit der damaligen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, feierlich eröffnet. Kunst hob in ihrer Ansprache die besondere Bedeutung des Graduiertenkollegs für die weitere Entwicklung der Universität hervor.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt erläuterte das Forschungskonzept, das sich an der Schnittstelle von Kunst, Technik und Gesellschaft bewege. Er betonte besonders den interdisziplinären Charakter des Kollegs und zitierte dafür aus der Stellungnahme der DFG-Gutachter: »Als Herzstück [...] des Graduiertenkollegs [...] kann die Verbindung zweier wissenschaftlicher Welten bezeichnet werden, der Kulturwissenschaften und der Ingenieurwissenschaften«. Dieser Dialog ist seither auch von den in ‚Tandems‘ aus Geisteswissenschaftler und Ingenieur arbeitenden Post-Doktorandinnen voran getrieben worden, die jeweils eine wissenschaftliche Fragestellung aus einer gemeinsamen Perspektive bearbeiten. Dieser Dialog bildet auch die Grundlage für Querschnittskolloquien, die sich bisher mit den Themen »Großbaustellen« sowie »Migration und Baukultur von der Antike bis zur Gegenwart« befassten. Ein drittes und viertes Querschnittskolloquium, zu den Themen »Vom Wert des Weiterbauens. Konstruktive Lösungen und kulturgeschichtliche Zusammenhänge« und »Konstruktionssprachen« sind für Ende Juni und Ende September 2018 in Cottbus terminiert. Der besondere Erfolg des Kollegs liegt in der Verbindung disziplinärer Einzeluntersuchungen mit der interdisziplinären Diskussion von Querschnittsfragen. Hierdurch werden die Doktorandinnen und Doktoranden frühzeitig in den internationalen und interdisziplinären Wissenschaftsdiskurs eingebunden.

Fachkontakt

Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt
Baugeschichte
T 3116
klaus.rheidt(at)b-tu.de

Pressekontakt

Dr. phil. Marita Müller
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
T 3206
marita.mueller(at)b-tu.de
Nur eines von vielen Projekten innerhalb des Graduiertenkolleg: Die eisernen Tragwerke im Dachstuhl des Mamorpalastes in Sankt Petersburg(Foto: Aleksandra Kosykh)

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