"Vom Wert des Weiterbauens. Konstruktive Lösungen und kulturgeschichtliche Zusammenhänge". III. Querschnittskolloquium des DFG-Graduiertenkollegs »Kulturelle und technische Werte historischer Bauten« der BTU Cottbus-Senftenberg

Mit Beiträgen von Alexander Schwarz, Eva Maria Froschauer, Werner Lorenz, Eugen Brühwiler, Steffen Marx, Adrian von Butlar, Heinz Nagler u.a.

Transformation statt Abriss ist heute für viele Akteure im Bauwesen eine Selbstverständlichkeit. Nach Jahrzehnten der Fokussierung auf den Neubau hat in der jüngeren Gegenwart eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem Bauen im Bestand eingesetzt. Das Weiterbauen des Vorhandenen im Sinne von Adaption, von Um- und Neugestaltung bis hin zu Teilabriss und Wiederverwendung beschreibt dabei das Bauwerk als Prozess und wirft neue Fragen nach Haltbarkeit und Nachhaltigkeit historischer Bauten auf. Weiterbauen unterstützt die Kontinuität von Orten und Bauwerken und befördert Fragen nach ihrer Fertigstellung, Abgeschlossenheit und Autorenschaft. Neben den technischen Vorgängen von Umbau und Anpassung vollzieht sich mit ändernden Wertvorstellungen und Interpretationen auch eine ständige Neuausrichtung vorhandener Bausubstanz auf die Gegenwart vor dem Hintergrund einer spezifischen Sicht auf die Vergangenheit.

Unser gegenwärtiges Verständnis dieser Prozesse gründet vor allem auf einem viel genutzten, dennoch aber bislang kaum theoretisch oder historisch definierten Begriff des Weiterbauens. Zudem bleibt vielfach offen, wie ein innerhalb der Architektur entwickeltes Verständnis des Weiterbauens in andere Bereiche des Bauens (Städtebau, Ingenieurwesen, Denkmalpflege) hineinwirkt und welche möglichen Adaptionen, Chancen und Missverständnisse sich somit ergeben. So ließe sich insbesondere im Hinblick auf die institutionalisierte Denkmalpflege fragen, welche Rolle der Begriff des Weiterbauens in der Bewertung von Um- und Weiternutzungskonzepten einnimmt, die in der Regel im Widerspruch zu einem vermeintlich schätzenswerten »Originalzustand« stehen.

Im Rahmen des Querschnittskolloquiums des DFG-Graduiertenkollegs »Kulturelle und technische Werte historischer Bauten« soll diskutiert werden, welche konstruktiven Lösungen und kulturgeschichtlichen Zusammenhänge des Weiterbauens sich in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Epochen und Regionen auffinden und beschreiben lassen. Neben den disziplinär geprägten Semantiken des Weiterbauens stehen vor allem die konkreten Beispiele der ingenieurtechnischen, denkmalpflegerischen, gestalterisch-architektonischen und städtebaulichen Praxis des Weiterbauens im Vordergrund der Diskussion. Das Querschnittskolloquium verfolgt dabei einen doppelten Interpretationsansatz, in dem es einerseits unterschiedliche disziplinäre Perspektiven zusammenführt und anderseits durch die diachrone Untersuchung der Praktiken des Weiterbauens von der Antike bis in die Gegenwart neue, historisch fundierte Verständnisebenen eröffnet.

Das vollständige Konferenzprogramm findet sich in Kürze auf der Homepage des DFG-Graduiertenkollegs »Kulturelle und technische Werte historischer Bauten« unter www.b-tu.de/dfg-graduiertenkolleg-1913/veranstaltungen/querschnittskolloquien.

Die Konferenzteilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung unter der angegeben Kontaktadresse wird bis 25.6.2018 gebeten.

Ort:
Turbinensaal des Alten Elektrizitätswerks
Am Spreeufer 1, 03044 Cottbus

Kontakt

Albrecht Wiesener
Baugeschichte
T 4915
E Albrecht.Wiesener(at)b-tu.de