Coal-for-Water Adaptation Booster (CfW)

gefördert durch:

Hintergrund und Zielstellung des Projekts

Verschiedene organische Stoffe werden als hilfreich zur Förderung der Humusbildung in Böden diskutiert. Das Unternehmen NOVIHUM bietet ein Granulat aus Braunkohle an, das in großen und homogenen Mengen produziert werden kann ohne auf zusätzliche Vernetzer angewiesen zu sein. Ergebnisse von Gewächshausversuchen haben 2015 gezeigt, dass die Anwendung von NOVIHUM Granulat und Biokohle zu einer Zunahme der Ernteerträge im Vergleich zu Pflanzen, die lediglich konventionellen Dünger erhalten haben, führt. Anders als bei Biokohle blieben die Erntezuwächse schon bei geringen Anwendungsmengen von NOVIHUM gleich, was auf eine Verbesserung der Wassernutzungseffizienz der Pflanzen und damit auf eine verbesserte Resilienz gegenüber Trockenheit durcdh NOVIHUM hinweist. Das Ziel dieses Projektes ist der Nachweis dieser Ergebnisse unter Geländebedingungen. Geplante Feldversuche werden die Messung von Bodeneigenschaften, Ernteerträgen und der Bodenwasserkapazität für verschiedene Aufwendungsmengen beinhalten. Dies soll dazu beitragen, datenbasierte Methoden zur Einschätzung der Wassernutzungseffizienz herauszuarbeiten.

Arbeitspakete

Arbeitspaket 1: Das Zentrum für Nachhaltige Landschaftsentwicklung der BTU Cottbus-Senftenberg (BTU) unterstützt die Einrichtung eines Feldversuchs und führt die Untersuchung von Versuchsflächen in enger Kooperation mit dem Unternehmen NOVIHUM und örtlichen Landwirten aus. Die Arbeiten werden auf Parameter wie Ernterertag, Wasserhaltekapazität, Nährstoffgehalt des Bodens und der Pflanzen, Transpirationsraten, Humusgehalt und lokaler Niederschlag gerichtet sein, die alle von Bedeutung für das Vorhaben sind. Die erhobenen Daten werden die Grundlage bilden, um die Wasser- und verbunden damit die Nährstoffnutzungseffizienz schätzen zu können.

Arbeitspaket 2: Deltares und dr Unterauftragnehmer werden eine Methodik entwickeln, um die Wassernutzungseffizienz und Trockenheitsresilienz von mit NOVIHUM behandelten Systemen zu bewerten und zu beobachten. Zusätzlich wird eine Schätzung (und ggf. Monetarisierung) möglicher Vorteile der NOVIHUM-Anwendung erfolgen. Die zuentwickelnde Methodik wird wird die folgenden Punkte umfassen:

  • Identifizierung eines geeigneten Standards (oder Rahmens) zur Entwicklung der Methodik
  • Anpassungsentwurf an Klimawandel Ausgangsbasis und Entwicklung einer Beobachtungsmethode

Arbeitspaket 3: Das Helmhotz-Zentrum Postdam – GFZ Deutsches GeoForschungsZentrum wird spezielle Analyse- und Modellierungswerkzeugen beisteuern. Das GFZ wird ein Vorhersagemodell für Kurzzeitwirkungen auf den Humus im Boden entwicklen, um einzuschätzen, welchen Beitrag NOVIHUM zur Verbesserung der Wasserhaltekapazität des Bodens kurz- und mittelfristig leisten kann.

Arbeitspaket 4:NOVIHUM wird die Ergebnisse der Arbeitspakete 1 bis 3 für die weitere Entwicklung ihrer Geschäftstrategie einsetzen. Ergebnisse aus dem Feldversuch, der Modellierung sowie aus weiteren analytischen Studien werden dazu genutzt, Möglichkeiten zur Anpassung des Produkts an verschiedene Klimaszenarien, Bodenverhältnisse sowie Landnutzungen anzupassen. Während der Projektlaufzeit wird das Produkt NOVIHUM auf der Basis der Ergebnisse der Arbeitspakete 1 und 3 weiter verbessert und eine Ausgangsbasis und Monitoringmethodik zur Einschätzung der Effektivität für die Wassernutzung in mit NOVIHUM behandelten Systemen basierend auf Arbeitspaket 2 angewendet.

Feldversuch

Der Feldversuch wird auf einem Grenzertragsstandort von 1,58 ha Größe bei Heinersbrück (Brandenburg) der örtlichen Agrargenossenschaft eG Heinersbrück durchgeführt und startete im Frühjahr 2017. Verschiedene Versuchsvarianten ohne NOVIHUM sowie mit NOVIHUM-Anwendungsmengen in Höhe von 2,5, 5, 7,5, 11 und 15 t/ha wurden eingerichtet mit jeweils 6 Wiederholungen. Die erste Feldfrucht in der Fruchtfolge ist Sommerweizen.