Inhaltsstoffe

Nährstoffe

Der Fruchtkörper besteht aus mindestens 10.000 verschiedenen Stoffen. Der Hauptteil dieser Stoffe ist nur in geringen Mengen enthalten, sodass das genutzte Analyseverfahren eine große Rolle bei der Bestimmung der Inhaltsstoffe spielt.

Überwiegend besteht der Fruchtkörper aus Wasser (92 %). Der Gehalt an Proteinen (Eiweiß) ist mit 3 g pro 100 g gering. Bezüglich des Eiweisses, aber auch des Inhalts an Ionen und Vitaminen, ist der Shii-Take Pilz am ehesten mit Gemüse vergleichbar. Die Trockenmasse liegt bei etwa 8 %.

Tab.1: Durchschnittliche Nährwerte

pro 100 gvergleichbar mit
Protein3 gKartoffel
Kohlenhydrate3 gSpinat
Kalium0,5 gSpinat
Phosphat0,1 gFleisch
Vitamin B20,0004 gSpinat
Brennwert20 kcalSpinat

Aroma- und Wirkstoffe

Einzigartig ist allerdings der würzige Geschmack. Dafür sind Aromastoffe verantwortlich.

Gesundheitsfördernde Wirkungen von Fruchtkörper oder Extrakten sind überwiegend in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der aus Asien stammenden wissenschaftlichen Literatur beschrieben. Stofflich charakterisiert und daher dominant ist das Lentinan. Dies ist ein Makromolekül, vergleichbar mit Stärke oder Cellulose. Die Bausteine, Traubenzucker, sind über beta-1,3 und -1,6- Bindungen glykosidisch verknüpft. 

Extraktion von Lentinan

Das Lentinan kann sowohl aus dem Fruchtkörper als auch aus dem Myzel isoliert werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. An der BTU Cottbus-Senftenberg werden die Fruchtkörper zunächst gefriergetrocknet und pulverisiert. Das Lentinan, zusammen mit anderen wasserlöslichen Bestandteilen, wird dann durch Heißwasserextraktion aus dem Pulver herausgelöst und anschließend durch Fällung mit Ethanol isoliert. Zur weiteren Untersuchung, wie z.B. der Bestimmung des Lentinangehalts, wird das Produkt erneut gefriergetrocknet und in dieser Form gelagert. Auf diese Weise können aus einem Kilogramm frischen Shii-Take 4,5 g des Produktes Lentinan gewonnen werden.

Wirkmechanismus des Lentinan

Im Immunsystem gibt es Freßzellen, sogenannte Makrophagen, die auf der Oberfläche Bindungsstellen besitzen. Diese Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, erkennen spezifisch körperfremde Moleküle. Dectin-1, so wird der Rezeptor für die vom Pilz stammenden beta-Glucane genannt, wurde im Jahr 2001 nachgewiesen. Es konnte gezeigt werden, dass Makrophagen über Dectin-1 mit beta-Glucan-Partikeln Kontakt aufnehmen und diese in die Zelle aufgenommen werden. Dies widerum führt zu einer Aktivierung und Stimulierung der Fresszellen. Diese unspezifische Reaktion des Immunsystems kann dazu führen, dass der Körper besser und schneller auf Infektionen reagieren kann (Brown und Gordon, 2001).