Hygienekonzept für Einsätze des mobilen Schülerlabors „Science on Tour“ in weiterführenden Schulen im Land Brandenburg

0. Vorbemerkung

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der geltenden Verordnung über befristete Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 im Land Brandenburg vom 30.10.2020 sowie u. a. dem „Infektions- und Arbeitsschutz in den Schulen in Brandenburg im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-21COVID-1“ (Anlage 1) können bis auf Weiteres die vereinbarten Schülerkurse an Ihrer Schule nur unter Kenntnisnahme und Zustimmung zu unserem Hygienekonzept durchgeführt werden. Das an dieser Stelle veröffentlichte Hygienekonzept senden wir Ihnen ca. drei bis vier Wochen vor dem geplanten Termin mit diesem Anschreiben per E-Mail zu.

Vielen Dank für Ihr Mitwirken.

Herzliche Grüße

Ihr Team von Science on Tour

1. Geltungsbereich

a) Das folgende Hygienekonzept gilt ausschließlich für die Einsätze des mobilen Schülerlabors “Science on Tour” der BTU Cottbus-Senftenberg in weiterführenden allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Land Brandenburg.

2. Gesetzliche Grundlage

a) Die Wiederaufnahme des Schülerlaborbetriebs ist mit der Erteilung des Präsenzunterrichts (Regelbetrieb) unter Einhaltung hygienischer Mindeststandards und unter Beachtung getroffener Festlegungen in den Hygieneplänen der Schulen seit dem 10. August 2020 wieder möglich. Mit der Verordnung über befristete Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des SARS-CoV-2-Virus [im Folgenden als „Coronavirus“ bezeichnet] und COVID-19 in Brandenburg (SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung –SARS-CoV-2-EindV) vom 30.10.2020 sind vormalige Einschränkungen insoweit spezifiziert, dass nach § 1 Absatz 2 Punkt 3 SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung Abstandsregeln zur Einhaltung eines Mindestabstandes zwischen Lehrkräften untereinander und dem sonstigen Schulpersonal gelten sowie nach Kapitel 2 Infektions-und Arbeitsschutz in den Schulen in Brandenburg im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2/COVID-19 (Ergänzung zum Hygieneplan) (Stand vom 02.11.2020; mbjs.brandenburg.de/kinder-und-jugend/weitere-themen/corona-aktuell.html) eine Mund-Nasen-Bedeckung in Innenbereichen von Schulen außerhalb des Unterrichts für Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr zu tragen ist. Nach § 7 Abs.7 BbgSchulG unterstützt die BTU Cottbus-Senftenberg als Anbieter außerschulischer Angebote die Schulen in der Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags. Für die Durchführung der mobilen Schülerlaborangebote ist die Nutzung schulischer Räumlichkeiten und Infrastrukturen zwingend erforderlich. Somit gelten die Abstandsreglungen nach § 1 Absatz 4 (SARS-CoV-2-UmgV) mit Bezug zum § 68 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs.7 (BbgSchulG) auch für die Mitarbeitenden des mobilen Schülerlabors „Science on Tour“. Weiterhin gelten die Ergänzungen zum Hygieneplan „Infektions- und Arbeitsschutz in den Schulen in Brandenburg im Zusammenhang mit dem  Corona-Virus SARS-CoV-21 COVID-1“ (Anlage 1) vom 16.07.2020.

3. Zielstellung

a) Mit Vorlage dieses Hygienekonzeptes werden unter Beachtung bestehender gesetzlicher Verordnungen und zur Eindämmung der Ausbreitung des Coranavirus grundlegende Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln bekannt gegeben, die für die Durchführung außerschulischer Schülerlaborangebote des mobilen Schülerlabors „Science on Tour“ in den Räumlichkeiten der jeweiligen Schulen notwendig und bindend sind.

b) Das mobile Schülerlabor ist landesweit – in einem täglichen/wöchentlichen Wechsel - an wechselnden Einsatzorten tätig. Hierdurch treten die Mitarbeitenden in engen zeitlichen Etappen mit weitreichenden Personenkreisen in Kontakt. Sowohl zur Reduzierung eines Ansteckungsrisikos mit dem Coranavirus über Personenkontakte als auch über Kontaktflächen durch Schmierinfektionen sind in diesem Hygienekonzept Maßnahmen beschrieben, die über die derzeitigen gesetzlichen Anforderungen darüber hinausgehen können.

4. Information der an einer Veranstaltung teilnehmenden/beteiligten Personen

a) Die an einer Veranstaltung teilnehmenden Schülerinnen und Schüler (SuS) und Lehrkräfte sowie das – an logistischen Prozessen – beteiligte sonstige Schulpersonal sind über den Inhalt dieses Hygiene­konzepts und die daraus resultierenden Maßnahmen zum Infektionsschutz im Vorfeld des Einsatzes durch die verantwortlichen schulischen Vertreter ausreichend zu sensibilisieren und zu informieren.

b) Die teilnehmenden Personen werden vor/zu Beginn der jeweiligen Veranstaltung über ein Roll-Up mit Piktogrammen und prägnanten Hinweisen im Eingangsbereich der Räumlichkeit über die für die Dauer der Veranstaltung geltenden Hygiene- und Abstandsgebote informiert. Das Roll-Up sowie eine Hygienestation werden durch die Mitarbeitenden des mobilen Schülerlabors als erstes nach dem Eintreffen aufgebaut.

c) Mit Beginn der Veranstaltung informieren die Mitarbeitenden weiterführend über Hygiene-, Abstands- und Verhaltensregeln für die Dauer der Veranstaltung.

5. Dokumentation und Auskunft über Kontaktdaten von teilnehmenden/beteiligten Personen

a) Die schulischen Vertreter verantworten die Dokumentation mit vollständigen Kontaktdaten der teilnehmenden/beteiligten Personen und geben – im Fall einer notwendigen Nachverfolgung – Auskunft gegenüber öffentlichen Stellen, Behörden und Gesundheitsämtern. Die schulischen Vertreter verpflichten sich zur Aufbewahrung der Kontaktinformationen für einen Zeitraum von 30 Tagen ab dem Datum der Durchführung der Veranstaltung.

6. Regeln zur Abstandswahrung zwischen den Mitarbeitenden, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und sonstigem Schulpersonal

a) Für die Dauer der Vor- und Nachbereitung sowie für die Dauer der Durchführung einer Veranstaltung gilt die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen den Mitarbeitenden des mobilen Schülerlabors und den teilnehmenden SuS, Lehrkräften und sonstigem Schulpersonal.

b) Mit Betreten der jeweiligen Fachräume verpflichten sich alle anwesenden Personen zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, auch wenn dies lt. Punkt 2 aktuell in Unterrichtsräumen nicht notwendig ist.

c) Personen, die beim Tragen der Materialien vom Fahrzeug in den Fachraum und vom Fachraum zum Fahrzeug bzw. bei der Wegweisung (auch auf dem Schulgelände) behilflich sind, verpflichten sich zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

d) Das Team des Schülerlabors trägt von vornherein eine Mund-Nasen-Bedeckung und in den Fach- und Veranstaltungsräumen ggf. zusätzlich Schutzvisiere.

e) Die BTU Cottbus-Senftenberg stellt Mund-Nasen-Masken zur Einmalbenutzung zur Verfügung, sofern die SuS, Lehrkräfte und sonstiges Schulpersonal keine eigene Mund-Nasen-Bedeckung haben.

7. Desinfektion der Hände, Husten- und Niesetikette sowie sonstige Standards

a) Mit Betreten und Verlassen der jeweiligen Fachräume verpflichten sich die anwesenden Personen zur Desinfektion der Hände an der bereitstehenden Hygienestation und/oder zum Waschen der Hände an den Waschbecken.

b) Die Schule verpflichtet sich, Seife und Einmal-Papierhandtücher an den Waschbecken bereitzustellen.

c) Das Husten und Niesen muss in die Armbeuge oder in ein Einmal-Taschentuch erfolgen, welches sofort – mit anschließender Desinfektion der Hände – entsorgt werden muss.

d) Das Berühren von Auge, Nase und Mund ist zu vermeiden.

e) Personen, die beim Tragen der Materialien behilflich sind, verpflichten sich zur vorausgehenden Händehygiene. Eine Hygienestation befindet sich jeweils im Fachraum und im Fahrzeug.

8. Räumliche Voraussetzungen, Arbeitsplatzgestaltung und Begrenzung der Teilnehmeranzahl

a) Die Schulen verpflichten sich bis spätestens 14 Tage vor der Durchführung der geplanten Veranstaltung eine Raumskizze (Handskizze ausreichend) bzw. aussagekräftige Fotos beim mobilen Schülerlabor einzureichen. In dieser Raumskizze müssen folgende Rauminformationen aufgeführt sein: Ein- und Ausgänge, Waschbecken, die Arbeitstische und Stühle der SuS in der vorhandenen Anzahl, die Position des Lehrertisches, sonstige platzeinehmende Einrichtungsgegenstände (Abzug, Rollwagen etc.) sowie die Gangbreiten bzw. Abstände der Tischreihen zueinander.

b) Aufgrund der räumlichen Voraussetzung ermittelt das mobile Schülerlabor die maximal zulässige Teilnehmeranzahl pro Schülerkurs. Sind die Gegebenheiten so, dass es den Mitarbeitenden des mobilen Schülerlabors nahezu unmöglich ist, einen Abstand einzuhalten, dann muss die geplante Teilnehmeranzahl entsprechend angepasst werden.

9. Mitwirkung von Fachlehrkräften und sonstigem Schulpersonal

a) Aufgrund des Abstandgebots zwischen den Mitarbeitenden und den SuS kann keine Betreuung/Aufsicht/Kontrolle der Schülertätigkeit direkt am Platz der SuS erfolgen. Daher verpflichtet sich die Schule eine Fachlehrkraft für die Betreuung einzusetzen, die diese Funktion – nach Einweisung – übernimmt und nah an den Schülerarbeitsplätzen Arbeitsvorgänge kontrolliert sowie bei Gefahr in Verzug eingreift.

b) Das Schülerlaborpersonal nimmt während der Veranstaltung ausschließlich eine präsentierende und moderierende Rolle ein. Für den Fall, dass Gefahr in Verzug ist, muss jedoch das Schülerlaborpersonal zur Gewährleistung von Gesundheit und Unversehrtheit eingreifen.

c) Manche Versuchsangebote erfordern spezielle Kenntnisse und ein geschultes Auge für das sichere chemisch-biologische Arbeiten und zur vorbeugenden Gefahrenabwehr. Schülerversuche aus dem Portfolio des mobilen Schülerlabors, die mit erhöhten Sicherheitsanforderungen einhergehen, werden ggf. ausgesetzt. Ein alternatives Angebot kann vereinbart werden.

10. Logistische Prozesse

a) Das Schülerlaborpersonal ist auf die Unterstützung durch SuS und Lehrkräfte beim Be- und Entladen des Fahrzeugs angewiesen. Die behilflichen SuS dürfen nur aus den Klassen/Kursen kommen, die an den Schülerlaborkursen auch selbst teilnehmen.

b) Damit die Mitarbeitenden im Schulgebäude unnötige Laufwege vermeiden können, ist ein Empfang und die Wegweisung des Teams am Entladungsort des Fahrzeugs notwendig. Das „Science on Tour“-Team meldet sich 15 min vor Ankunft telefonisch im Sekretariat oder unter einer anderen mitgeteilten Telefonnummer an.

c) Zur Kontaktvermeidung mit SuS, die nicht an den Schülerkursen teilnehmen, muss sichergestellt werden, dass der Mindestabstand von 1,5 m beim Transport der Materialien vom/zum Fahrzeug durch das Schulgebäude zu diesen SuS gewahrt bleibt.

11. Dekontamination von Arbeitsflächen und Materialien; gemeinschaftliche Nutzung von Arbeitsmitteln

a) Das mobile Schülerlabor „Science on Tour“ ermöglicht den teilnehmenden SuS ein selbstständiges Arbeiten mit einer Vielzahl an Labormaterialien und -gerätschaften. Diese Materialien werden intensiv während der Veranstaltung genutzt. Nicht alle Materialien und Gerätschaften können kurzfristig – von einem Tag auf den anderen Tag – soweit und sicher desinfiziert werden, dass eine Übertragung des Coranavirus auf Schulklassen in anderen Schulen über Schmierinfektionen ausgeschlossen werden kann. Daher werden diese Materialien für mind. 48 h kontaktlos eingelagert, sodass – nach derzeitigem Kenntnisstand – keine Viruslast auf den Oberflächen mehr vorhanden ist.

b) Durch diese unter 11a) erläuterte Dekontaminationsphase, können evtl. nicht alle Angebote wie geplant durchgeführt werden. In diesem Fall wird die Durchführung eines alternativen Angebots besprochen und anvisiert.

c) Ausgenommen von Punkt 11a/b sind Materialien und Geräte, die aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit gut desinfiziert werden können.

d) Laut Anlage 1 als Ergänzung zum Hygieneplan (vgl. Internetseiten des MBJS) „Infektions- und Arbeitsschutz in den Schulen in Brandenburg im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-21COVID-19“ sind den SuS die notwendigen Arbeitsmittel – soweit möglich – persönlich zuzuweisen. Weiterhin sind technische Arbeitsmittel nach Benutzung zu reinigen.
In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, dass die teilnehmenden SuS nur an Einzelarbeitsplätzen arbeiten können, womit eine erhebliche Reduzierung bezüglich der Anzahl der teilnehmenden SuS und der durchführbaren Schülerkurse einhergeht.

Ausnahme:
Sofern durch den Schulträger/die Schulleitung in Bezug auf Punkt 11d Abweichungen mit einrichtungs­bezogenen Modifikationen getroffen wurden, sind diese im Zuge der Übermittlung der Kenntnisnahme des vorliegenden Hygienekonzeptes bekannt zu geben.

12. Persönliche Arbeitsschutzausrüstung

a) Zur hygienischen Prävention kann das mobile Schülerlabor nicht wie gewohnt die erforderliche Arbeitsschutzausrüstung (langärmlige Kittel, Arbeitsschutzbrillen gem. EN 166 mit integriertem Seitenschutz) zur Verfügung stellen. Die Schule verpflichtet sich zur Bereitstellung dieser Arbeitsschutzausrüstung.

b) Einmal-Schutzhandschuhe für das laborpraktische Arbeiten werden vom mobilen Schülerlabor bereitgestellt und sind von Beginn an zu tragen.

13. Minimierung des Verbreitungsrisikos

a) Für den Fall, dass nach einer PCR-Testung auf das Coronavirus ein positives Testergebnis vorliegt, werden nach behördlicher Rücksprache besuchte Schulen entsprechend informiert.

14. Raumhygiene

a) Zur Verminderung einer potentiellen Viruslast in der Raumluft, sind bei Vorhandensein von effektiven raumluft-technischen Anlagen diese zu aktivieren. Bei deren Betrieb ist zu beachten, dass keine Umluft im Einsatz ist.

b) Ein Austausch der Raumluft sollte bei Nicht-Vorhandensein technischer Raumluftsysteme durch das Öffnen gegenüberliegender Fenster und Türen gewährleistet werden.

c) Kann die Raumluft 14a oder 14b nicht ausgetauscht werden, ist der Fachraum ungeeignet und es ist ein geeigneter Fachraum bereitzustellen. Andernfalls kann die Veranstaltung nicht durchgeführt oder muss - bei Feststellung vor Ort - abgebrochen werden.

15. Sonstige Verhaltensregeln und Maßnahmen

a) Sollten teilnehmende SuS und Lehrkräfte Covid-19-typische Krankheitssymptome aufweisen, dürfen diese Personen nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

b) Werden Covid-19-typische Krankheitssymptome bei einer teilnehmenden Person vor Ort festgestellt, erfolgt ein sofortiger Abbruch der Veranstaltung.

c) Wir empfehlen nachdrücklich, die Handynutzung – mit dem Hintergrund der installierten Corona-Warn-App der Bundesregierung – durch die SuS während der Veranstaltung zuzulassen.

16. Absage der Veranstaltungen

a) Zur Absage der Veranstaltungen kann es im Vorfeld und auch vor Ort kommen, wenn

  1. keine Übermittlung von Rauminformationen (vgl. Pkt. 8) erfolgte.
  2. keine Gegenzeichnung und Zusendung dieses Hygienekonzeptes bis eine Woche vor Veranstaltungsbeginn an die E-Mail-Adresse scienceontour(at)b-tu.de erfolgte.
  3. es Indizien für eine sich verschärfende epidemiologische Lage in der Region/im Landkreis/am Veranstaltungsort bzw. in Cottbus oder Senftenberg gibt bzw. eine Risikobewertung der Situation an den Veranstaltungsorten oder an den Hochschulstandorten durch den Krisenstab der BTU Cottbus-Senftenberg und/oder durch zuständige Gesundheitsämter eine Absage der Veranstaltungen unausweichlich macht.
  4. die in den Punkten 4 –15 benannten Kriterien nicht erfüllt wurden oder nicht erfüllbar sind.
  5. sich Mitarbeitende – unabhängig einer Erkrankung an COVID-19 – krank melden.

Stand vom 02.11.2020 (Änderungen vorbehalten)

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