Erfahrungsberichte

Rahel Stegele 2019

Meine Motivation, am deutsch-rumänischen Studiengang für Soziale Arbeit teilzunehmen, war meine Begeisterung für Rumänien und das Interesse daran, wie Soziale Arbeit in internationalen
Zusammenhängen und in Rumänien ausschaut. Jedem, der Interesse an Rumänien und an Sozialer Arbeit im internationalen Kontext hat, kann ich diesen Studiengang nur empfehlen.
Durch unsere kleine Anzahl von Studierenden sind wir über die Zeit als Gruppe eng zusammengewachsen und werden von unserer Studiengangskoordinatorin sehr gut in allen Fragen und Herausforderungen des Studiums unterstützt.
Unsere Exkursion im ersten Semester nach Timisoara gab uns einen interessanten Einblick in viele verschiedene rumänische Einrichtungen der Sozialen Arbeit und einen ersten Eindruck von der
Universität.
Die Exkursion im zweiten Semester nach Hamburg war sehr eindrücklich und lehrreich. Wir durften dort mehrere Einrichtungen im Bereich der Migrationsberatung und Obdachlosenhilfe anschauen,
was uns allen viel zu denken gab.
Ein Highlight war auch, dass wir jetzt als drittes Semester die jetzigen Erstsemestler am Ende ihrer Exkursion in Bukarest treffen und einander kennenlernen konnten.
Eine weitere Erfahrung war, neben dem regelmäßigen Sprachkurs an der BTU, der zweiwöchige Intensiv-Sprachkurs in Timisoara, der im wahrsten Sinne des Wortes intensiv war. Wir hatten eine
hervorragende Lehrerin, die uns sehr herausgefordert und uns eine solide Grundlage der rumänischen Grammatik mitgegeben hat, auf die wir aufbauen konnten.
Mich haben diese Erfahrungen persönlich in meiner Haltung und meinem Verständnis der Rolle von Sozialer Arbeit und Sozialarbeitern geprägt.

Dinge, die für mich den deutsch-rumänischen Studiengang ausmachen:
1. Reflektion: Allein und in der Gruppe – das A und O professioneller Sozialarbeit – und guter Selbstfürsorge.
2. Diversitätsbewusstsein/ Verständnis für transnationale, bzw transkulturelle Zusammenhänge
3. Neue Perspektiven: Eine neue Perspektive auf das gewohnte (deutsche) Umfeld, eine
Insiderperspektive auf eine vorher fremde Umgebung/Kultur. In diesem Zusammenhang besonders
im Bereich der Sozialen Arbeit und dem Studium an den verschiedenen Universitäten.
4. Geduld, Gelassenheit, Dankbarkeit: Sind bei mir durch die Herausforderungen, aber auch die schönen Momente im Praktikum und durch den vielen Papierkram, durch den wir uns durcharbeiten müssen, gewachsen.
5. Kampfgeist: Durch die wiederholte Entscheidung, in frustrierenden und herausfordernden Situationen nicht aufzugeben.
6. Und zuletzt: Zusammenhalt in der Gruppe! Durch regelmäßigen persönlichen Kontakt und Besuche während unseres Praxissemesters und durch enge Zusammenarbeit in offiziellen
Studiumsangelegenheiten können wir uns untereinander ermutigen, ähnliche Erlebnisse teilen und einander mit wichtigen Informationen weiterhelfen.

Ein kleiner Einblick in mein Praktikum:
Meine Praktikumsstelle ist das Tageszentrum für Kinder der Organisation Prison Fellowship
Romania in Cluj. Dort helfe ich beim Programm für die Nachmittagsbetreuung mit, die
Unterstützung bei den Hausaufgaben, Nachhilfe, psychologische Gruppen- und Einzelarbeit
und verschiedene andere kreative und rekreative Aktionen beinhaltet.
Ein Projekt, dass ich dort mit den älteren Kindern durchgeführt habe, hatte zum Ziel, die Kinder
empathischer zu machen, indem sie ihren Mitmenschen in die Augen schauen und so
aufmerksamer für die Gefühle anderer sind. Die Umsetzung dieses Projektziels war sehr kreativ
und die Kinder haben so verschiedene Zeichen- und Maltechniken kennengelernt, die sie dann
selbst anwenden konnten, um in verschiedenen Stilen Augen zu malen.
Die Durchführung dieses Projekts war sehr herausfordernd, aber auch lehrreich und nicht ohne Erfolg.

Anne Günther 2019

„Mein Praktikum und ein Semester meines Studiums in Rumänien absolvieren zu können, gibt mir
die Möglichkeit über mich hinauswachsen zu können, und in die rumänische Kultur einzutauchen.
Ich absolviere derzeit mein Praxissemester in einer Einrichtung für Obdachlose in Bukarest. Hier
können obdachlose bzw. wohnungslose Menschen Hilfen der Sozialarbeiter*innen hinsichtlich der
Beantragung eines Ausweises, der Arbeits- und Wohnungssuche, aber auch psychologische und
ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Sowohl auf Arbeit als auch Privat lerne ich viel über das Leben in Rumänien. So erfahre ich zum
Beispiel viel über die Sozialpolitik und das Gesundheitssystem in Rumänien, aber auch über
Traditionen und Bräuche.
Die Menschen hier in Rumänien sind sehr herzlich und gastfreundlich und begegnen Neuem
positiv und neugierig. Aufgrund der derzeitigen politischen und sozialen Situation in Rumänien,
müssen die Sozialarbeiter*innen häufig über die aktuelle rechtliche Lage informieren, um den
Klienten optimal zu helfen. Auch für mich haben meine Kollegen immer ein offenes Ohr und helfen
mir, mich in Bukarest zurechtzufinden, oder mehr über das Land zu lernen.
Auch im Praktikum zeigen sie mir genau, was man als Sozialarbeiter*in in der Obdachlosenhilfe zu
tun hat und geben mir Raum, mich auch selbst ausprobieren zu dürfen. Hier lerne ich, mein
theoretisches Wissen aus dem Studium auch in der Praxis anzuwenden.
Ich empfinde dieses Studium als wichtig, da es uns die Möglichkeit gibt, ein anderes Land
kennenzulernen und zu verstehen. Dadurch lernen wir, zu verstehen, warum einige Rumänen hier
in Deutschland Schwierigkeiten haben, aber auch, wie wir ihnen effektiv zur Seite stehen können.
Ich hoffe, dass sich Deutschland und Rumänien in den kommenden Jahren weiter vernetzen und
gemeinsam soziale Themen wie Obdachlosigkeit und Menschhandel angehen.“

Lena Rothe 2019

Ich habe mich für den deutsch-rumänischen Studiengang entschieden, weil es die tolle Möglichkeit
bietet, ein Studienjahr im Ausland zu verbringen. Zurzeit bin ich im 3. Semester und mache mein
Praktikum in einem Tageszentrum für Roma-Kinder in einem kleinen Dorf bei Sibiu (Hermannstadt).
Mir macht die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß und es ist spannend die Unterschiede und
Gemeinsamkeiten der Sozialen Arbeit in Deutschland und Rumänien kennenzulernen.