|
Modulnummer:
| 14679
|
| Modultitel: | Neurologisches System I |
| |
Neurological System I
|
| Einrichtung: |
Fakultät 4 - Humanwissenschaften
|
| Verantwortlich: | -
Prof. Dr. rer. medic. Kopkow, Christian
|
| Lehr- und Prüfungssprache: | Deutsch |
| Dauer: | 1 Semester |
| Angebotsturnus: |
jedes Wintersemester
|
| Leistungspunkte: |
10
|
| Lernziele: | Praktisches Handeln
Die Studierenden sind in der Lage: - eine strukturierte, personenzentrierte physiotherapeutische Diagnostik bei zentralen und peripheren neurologischen Krankheitsbildern unter Berücksichtigung von ICF, Phasenmodell und biopsycho-sozialen Aspekten zu planen und durchzuführen
- neurologische Assessments und standardisierte Tests zur Erfassung Sensibilitätsstörungen sowie von Aktivitäts- und Partizipationseinschränkungen indikationsbezogen anzuwenden und ICF-orientiert zu dokumentieren
- physiotherapeutische Befunde bei ausgewählten zentralnervösen neurologischen Erkrankungen fallbezogen zu analysieren, neuroanatomisch-neurophysiologischen Korrelaten (z. B. Upper- und Lower-Motor-Neuron-Symptomatik) zuzuordnen und daraus geeignete Behandlungsansätze abzuleiten
- neurophysiotherapeutische Interventionen wie Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF), Bobath, Vojta und evidenzbasierte Verfahren zur Funktionsrestitution selektiver (part durchzuführen, anzupassen und zu evaluieren
- Belastungssteuerung, Sekundär- und Tertiärprävention sicher und unter Berücksichtigung. der individuellen Situation (Umwelt und Personenbezogen) sowie Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit in akuten, subakuten und rehabilitativen Versorgungssituationen sowie übersektoral einzusetzen
Wissenschaft und Forschung
Die Studierenden sind in der Lage: - neuroanatomische, neurophysiologische und pathophysiologische Grundlagen zentraler neurologischer Erkrankungen zu erklären und für Diagnostik, Therapieplanung und Clinical Reasoning abzuleiten
- evidenzbasierte Empfehlungen, Leitlinien und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Versorgung zentraler neurologischer Krankheitsbilder zu recherchieren, kritisch einzuordnen und fallbezogen auf physiotherapeutische Entscheidungen im Sinne der evidence based Practice zu übertragen
- Ergebnisse neurologischer diagnostischer Verfahren und funktioneller Outcome-Parameter im Hinblick auf Aussagekraft, Gütekriterien, klinische Relevanz und patient*innenbezogene Zielsetzungen zu reflektieren
Professionalität
Die Studierenden sind in der Lage:
- physiotherapeutische Entscheidungen begründet, sicherheitsorientiert und unter Berücksichtigung von Indikationen, Kontraindikationen, Warnzeichen und professionellen Grenzen zu treffen
- Patient*innen und deren Zu- und Angehörige ressourcenorientiert zu informieren und dabei eine respektvolle, personenzentrierte und autonomiefördernde therapeutische Haltung einzunehmen
- interprofessionelle Zusammenarbeit im neurologischen Versorgungskontext (Continuum of Care) rollenbewusst und auf Augenhöhe zu gestalten und die physiotherapeutische Perspektive fachlich begründet einzubringen
Management & Leadership
Die Studierenden sind in der Lage:
- physiotherapeutische Untersuchungs- und Behandlungsprozesse bei neurologischen Fallbeispielen strukturiert, zielorientiert, sicher und ressourcenschonend zu organisieren
- einzel- und gruppentherapeutische Interventionen unter Berücksichtigung von Sicherheit, Monitoring, Belastungssteuerung und individuellen Anpassungsbedarfen zu planen und anzuleiten
- Befund- und Therapieverläufe nachvollziehbar zu dokumentieren und Versorgungsprozesse phasen- und sektorenübergreifend interprofessionell abgestimmt mitzugestalten
Lernen & Entwicklung
Die Studierenden sind in der Lage:
- eigene Lernbedarfe in Bezug auf neurologische Untersuchung, Clinical Reasoning, neurophysiologische Behandlungskonzepte und Belastungssteuerung zu identifizieren
- Feedback aus Übungs-, Fall- und Prüfungssituationen zur Weiterentwicklung ihres physiotherapeutischen Handelns in neurologischen Versorgungskontexten zu nutzen
- evidenzbasiertes Wissen zu neurologischen Krankheitsbildern, Neuroplastizität und Motor Relearning verständlich aufzubereiten und in patient*innenorientierte Beratungs-, Übungs- und Edukationsprozesse zu übertragen
|
| Inhalte: | Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie - Einführung in die Grundlagen der Neurologie
- Neuroanatomie und Neurophysiologie des zentralen Nervensystems
- Neuroanatomische/neurophysiologische Korrelate klinischer Symptome, insbesondere Plus- und Minus-Symptomatik des Upper- und Lower-Motor-Neuron-Syndroms (Schädigung des ersten und Zweiten motorischen sowie sensorischen Neurons)
- Grundlagen von Neuroplastizität und motorischem Lernen (Motor Relearning)
Spezifische und versorgungsrelevante Pathologien - Erkrankungen des zentralen Nervensystems mit kardiovaskulärer, traumatischer, hypoxischer, entzündlicher, degenerativer und genetischer Genese
- Typische Verläufe, Symptome und Komplikationen der Erkrankungen
- Konservative, operative, rehabilitative und palliative Versorgung der Betroffenen
- Zentralnervöse Erkrankungen: Schlaganfall, Demenzerkrankungen, Morbus Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Schädel-Hirn-Trauma, Querschnittlähmung, Hirntumore, Morbus Huntington, amyotrophe Lateralsklerose
Versorgungsstrategien und physiotherapeutische Maßnahmen
- Continuum of Care (Sektorüberführung)
- Klinische neurologische Untersuchung, apparative Diagnostik und Differentialdiagnostik
- Physiotherapeutische Untersuchung und Assessments zur Erfassung von Vigilanz- und Bewusstseinsstörungen, Delir, sensomotorischen Störungen (Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Tonus-, Reflex- und Sensibilitätsstörungen, Spastik) auf Struktur- und Funktionsebene
- Erfassung von Aktivitätslimitierungen (Lokomotions- und posturale Störungen, Lagewechsel und Transfer, Manipulationsfähigkeit, psychomotorische Störungen) sowie von Partizipationseinschränkungen unter Berücksichtigung von Umwelt- und personenbezogenen Faktoren
- Patientenzentrierte Zielformulierung, Diagnostik und Monitoring Sekundär- und Tertiärprävention sowie Reduktion von Exazerbation und Sekundärschäden
- Einzel- und gruppentherapeutische
- Interventionen Interprofessionelle Zusammenarbeit
- Hilfsmittelversorgung und deren Anwendung
- Interprofessionelles Simulationstraining zur Erprobung neurologischer Versorgungssituationen in realitätsnahen Szenarien, einschließlich Rollenklärung, Übergaben und gemeinsamer Entscheidungsfindung im Team
Neurophysiologische Behandlungsverfahren
- Grundlagen der neurophysiologischen Behandlungsverfahren in der physiotherapeutischen Versorgung neurologischer Patient*innen wie Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF), Behandlung nach Bobath, Behandlung nach Vojta sowie weitere evidenzbasierte neurophysiologische Verfahren
- Grundlegende Prinzipien Tonusregulation, Lagerung und Handling, Rumpf- und Haltungskontrolle, posturale Kontrolle und Koordinationsförderung, Restitution selektiver (part practice) und komplexer (task practice) Bewegung sowie die Übertragung in alltagsrelevante Aktivitäten und funktionelle Bewegungsmuster.
- Motorisches Lernen und Neuroplastizität. Anwendung der Prinzipien von Neuroplastizität und motorischem Lernen bei der Planung und Progression physiotherapeutischer Interventionen über die Krankheitsphasen hinweg, einschließlich Übertragung in Alltag und Teilhabe.
Evidenzbasierte Behandlungsplanung.
- Erarbeiten und Demonstrieren physiotherapeutischer epidemiologisch häufigsten und versorgungsrelevantesten zentralnervösen Krankheitsbilder (orientiert an RKI und Gesundheitsberichterstattung), z. B. Schlaganfall, Multiple Sklerose und Morbus Parkinson, Schädel Hirn Traumata, Querschnittsyndrome, Morbus Huntington und Amyotrophe Lateralsklerose.
|
| Empfohlene Voraussetzungen: | keine |
| Zwingende Voraussetzungen: | Bestanden Modulprüfung von: - 14676 Muskuloskelettales System II
- 14677 Kardiovaskuläres und kardiorepiratorisches System
|
| Lehrformen und Arbeitsumfang: | -
Vorlesung
/ 5 SWS
-
Übung
/ 5 SWS
-
Selbststudium
/ 150 Stunden
|
| Unterrichtsmaterialien und Literaturhinweise: | - Pott, C., Thieme, H., Bergmann, J., González Blum, C., & Böttger, T. (2024). Physiotherapie in der Neurologie. Stuttgart: Thieme Verlag. ISBN 978-3-13-244446-1.
Weitere für das Modul erforderliche Fachliteratur sowie Literaturempfehlungen, werden in der ersten Veranstaltung des Semesters durch die*den Lehrende*n bekannt gegeben. |
| Modulprüfung: | Modulabschlussprüfung (MAP) |
| Prüfungsleistung/en für Modulprüfung: | - Performanzprüfung, 60 min
|
| Bewertung der Modulprüfung: | Prüfungsleistung - benotet |
| Teilnehmerbeschränkung: | keine |
| Zuordnung zu Studiengängen: | -
Bachelor (universitär) - Duales Studium, ausbildungsintegrierend /
Physiotherapie /
PO 2026
|
| Bemerkungen: | keine |
| Veranstaltungen zum Modul: | V: Neuroanatomie, Physiologie und Pathologie des zentralen Nervensystems (3 SWS) V: Physiotherapeutische Versorgung im Handlungsfeld (2 SWS) Ü: Diagnostik und Therapie (2 SWS) Ü: Simulationstraining - disziplinär (1 SWS) Ü: Simulationstraining - interdisziplinär (1 SWS) Ü: Trainings- & Sportwissenschaft in der Neurologie (1 SWS) |
| Veranstaltungen im aktuellen Semester: | - keine Zuordnung vorhanden
|