Ein aufblasbares Forschungszelt für den Mond

Architektur-Studierende der BTU entwickeln eine flexible und leichte Kuppelkonstruktion, die als Lebensraum und Modul für wissenschaftliche Expeditionen dienen soll.

Wie lebt es sich auf dem Mond? Eine Frage, die nicht nur Astronaut*innen und Physiker*innen beschäftigt, sondern auch angehende Architekt*innen der BTU. Das internationale Studierendenprojekt IGLUNA 2020 untersucht, welche Methoden und Konstruktionen einen längeren Aufenthalt auf dem Mond ermöglichen. Im Team der BTU wurde ein Prototyp für ein aufblasbares Weltraum-Habitat – eine Behausung, die das Überleben in einer extremen Umwelt sichern soll – entwickelt. Mit dabei ist Lyubov Dimova: „Wir wollten ein leichtes und einfach zu transportierendes Habitat konzipieren, das zum einen den extremen Bedingungen durch Wind und Sonneneinstrahlung auf dem Pilatus in der Schweiz trotzt. Das gleiche Design, in leicht abgewandelter Form, ist unsere Vision für die Behausung, die auf dem Mond in den Lava Tubes eines Tages errichtet werden kann. Durch die Konstruktion auf der Basis von Luft, haben wir den Vorteil, dass das Gewicht und damit auch die Transportkosten im Weltall enorm reduziert werden“, berichtet die 26-jährige Studentin aus Bulgarien.

Eigentlich war geplant, einen richtigen Prototypen für das Mondhabitat im Maßstab 1 : 1 zu bauen, auf Grund der Corona-Pandemie war dies am Ende leider nicht möglich. Für die virtuelle Feldkampagne im Sommer 2020 erstellte das BTU-Team stattdessen ein 3D-Modell der terrestrischen sowie der Mondvariante und bereitete verschiedene Perspektiven, wie beispielsweise ein 360-Grad-Panorama vor.
Während der technischen Entwicklung des Projektes mussten die Studierenden erörtern, wie sie das Design und die Konstruktion gestalten und welche Materialen sie verwenden. „Dabei war es wichtig zu ermitteln, was sowohl auf der Erde (Pilatus) als auch in den Lava Tubes des Mondes funktioniert. Das war keine leichte Aufgabe, da die Witterungsbedingungen an den beiden Orten sehr unterschiedlich sind. Eine noch größere Herausforderung war jedoch die Suche nach und die Zusammenarbeit mit Sponsoren,“ so Lyubov Dimova.

Nach der virtuellen Feldkampagne hat sich das Team der BTU für IGLUNA 2021 beworben und wurde zusammen mit 12 anderen Projektteams ausgewählt. Nun besteht die Hauptaufgabe zunächst einmal darin, finanzielle Mitte zu akquirieren sowie Studierende aus weiteren Fachgebieten für das Projekt zu begeistern. „Wir wollen unseren Prototypen verbessern – sowohl das Design als auch die Materialien, aus denen er gebaut wird. So benötigen wir zum Beispiel eine Klimaanlage und wollen Sensoren einsetzen, mit denen wir Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Druck aus der Ferne überwachen können. Glücklicherweise haben wir bei diesen Aufgaben bereits Unterstützung der Fachgebiete Bauphysik und Gebäudetechnik, Polymerbasierter Leichtbau und Elektrotechnik und Messtechnik sowie der FMPA erhalten. Außerdem haben Lehrende des Fachgebiets Digitale Entwurfsmethoden uns bei den Computersimulationen geholfen. Herzlichen Dank dafür an alle Beteiligten!“ Im Sommer 2021 wird es ernst: Die Feldkampagne auf dem Pilatus ist vom 16. bis 25. Juli 2021 geplant. Läuft alles glatt, wird der Prototyp des BTU-Teams dann im Maßstab 1 : 1 hoch oben in den Schweizer Alpen thronen.

Wenn sie die Möglichkeit hätte, würde Lyubov Dimova ihr Modell auf dem Mond auch gern selbst ausprobieren. „Es wäre für mich total spannend, bei der Montage dabei zu sein und zu sehen, wo vielleicht Probleme auftauchen und wie man diese dann vor Ort lösen kann. Das wäre natürlich ein großartiger Projektabschluss“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Den Mut für solch eine abenteuerliche Mission hätte die junge Frau in jedem Fall. Als sie aus Bulgarien nach Deutschland an die BTU kam, war Lyubov Dimova gerade mal 18 Jahre alt. Das war beängstigend und spannend zugleich. Mittlerweile absolviert sie ihren 2. Master-Abschluss und schreibt an der BTU ihre Doktorarbeit. Mit dem Studium hier in Cottbus ist sie sehr zufrieden. „Was mir am meisten gefällt, ist die Vielfalt im Architektur-Bereich: Dieser umfasst nicht nur Design, sondern auch Konstruktionen, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Mechanik, Klimatechnik, Visualisierungen, Baurecht und –ökonomie und Management. Die Universität ist relativ klein, hat aber viele unterschiedliche Fachgebiete, so dass man Spezialisten für die verschiedensten Fragen findet. Dies führt meiner Meinung nach zu einer besseren Ausbildung.“ Lyubov Dimova fühlt sich gut gerüstet für ihren weiteren Weg und möchte nach der Promotion als unabhängige Architektin in ihre Heimat zurückkehren und dort ihr eigenes Architekturbüro leiten – das auch auf dem Gebiet der Raumarchitektur arbeiten soll.

Kontakt

Prof. Dipl.-Ing. Dominik Lengyel
Architektur und Visualisierung
T +49 (0) 355 69-4114
Dominik.Lengyel(at)b-tu.de

Lyubov Dimova
Architektur und Visualisierung
T +49 (0) 355 69-4565
Lyubov.Dimova(at)b-tu.de
Leicht und einfach zu transportieren: Diese Kuppelkonstruktion soll zukünftig als aufblasbares Weltraum-Habitat dienen. Entwickelt von Studierenden der BTU Cottbus-Senftenberg.

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