Lausitzer WissenschaftsTransferpreis geht an eine BTU-Kooperation

Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt das Projekt „Realisierung fortschrittlicher Mikrogasturbinen-Hochtechnologie-Produkte für die Lausitz mittels integralem Technologietransfer“, eingereicht vom Inhaber des Lehrstuhls Verbrennungskraftmaschinen der BTU Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr.-Ing. Heinz Peter Berg in Kooperation mit der Euro-K GmbH Cottbus, der Babcock Borsig Steinmüller GmbH Peitz und der WankelSuperTec GmbH Cottbus. Von 2009 bis 2013 haben die Partner sogenannte Mikrokraftwerke entwickelt und produziert. Diese Mikrogasturbinen zeichnen sich durch schadstoffarme Verbrennung, maximale Energieeffizienz bei hohem Wirkungsgrad, lange Lebensdauer und geringe Wartungskosten sowie durch eine hohe Anzahl möglicher Brennstoffe aus. Die Minikraftwerke eignen sich beispielsweise für den Einsatz in Fahrzeugen (E-Mobilität) und in dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Durch das Kooperationsprojekt haben die beteiligten Unternehmen und der Lehrstuhl mehr als 25 Arbeitsplätze in Produktion und Entwicklung geschaffen. Zudem wurden die Rahmenbedingungen für das geplante Cottbuser Innovationszentrum für Antriebstechnologie gelegt.

"Das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Projekt überzeugt auf mehreren Ebenen durch eine beispielhafte Zusammenarbeit: Alle beteiligten Partner wurden überzeugend in den Entwicklungsprozess einbezogen und haben von den Transferprozessen profitiert. Dabei wurde das formierte Team, organisationsübergreifend aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammengesetzt. Es bildet so die Basis für das zukünftige Cottbuser Innovationszentrum für Antriebstechnik mit Schwerpunkt Mikrogasturbinen. Das sind genau die Kooperationen, mit denen sich die Lausitz leistungsfähig positionieren kann“, erläuterte Dr. Karl Heinz Tebel, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH und LWTP-Jury-Vorsitzender.

 

Statt eines zweiten und eines dritten Platzes hat die WiL in diesem Jahr zwei zweite Preise vergeben, die beide mit je 3.000 Euro dotiert sind:

 

- Bildbasiertes Analysesystem zur Bewertung von Glasschmelzprozessen

Die Herausforderung bei modernen Glasschmelzöfen besteht darin, den Schmelzprozess so zu kontrollieren, dass eine gleichbleibend gute Glasqualität bei möglichst geringem Energieverbrauch gewährleistet ist. Ziel des Kooperationsprojektes zwischen der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik der BTU und der STG Combustion Control GmbH & Co. KG aus Cottbus war es, ein Bildanalysesystem zu entwickeln, das die Aufnahmen aus dem Ofeninnenraum in Echtzeit erfasst und die sichtbaren Objekte klassifiziert. Unter Leitung von Prof. Dr. Barbara Priwitzer von der BTU wurde eine innovative Software entwickelt, die mittels Kameraaufnahmen des Ofeninneren den Schmelzprozess qualitativ und quantitativ beurteilen und so den Schmelzprozess steuern kann. Das neue Verfahren ermöglicht eine Energieeinsparung bei gleichbleibender Glasqualität.

 

- eteoBoard - Das digitale Scrum Board

Als Ergebnis der zweijährigen Zusammenarbeit der Softwarefabrik Görlitz GmbH mit der Hochschule Zittau/Görlitz entstand die digitale Aufgabenwand eteoBoard. Sie ist eine Weiterentwicklung der beim Softwareentwicklungsprozess Scrum verwendeten Zettelwand. Das eteoBoard vernetzt die Teamaufgaben von Softwareentwicklungsteams an mehreren Standorten. Mittels Kamera und Touchscreen werden Anpassungen auf der Aufgabenwand ohne Verzögerung auf die vernetzten Standorte übertragen. Im Rahmen der praxisbezogenen Ausbildung im Fach Softwareengineering unter Leitung von Prof. Dr. Wilfried Honekamp haben Studierende der Hochschule Zittau/Görlitz ab 2011 einen Prototypen entwickelt, unterstützt von Dr. Bernd Grams von der Software Fabrik Görlitz. Mittlerweile ist das eteoBoard am Markt erhältlich.

 

Insgesamt hatten sich 14 Lausitzer Unternehmen und drei wissenschaftliche Einrichtungen aus der Lausitz mit sieben Projekten um den LWTP 2014 beworben. Eine prominent besetzte Jury, bestehend aus Lausitzer Professoren, Unternehmern und Landräten, hat über die Gewinner entschieden.

Die Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V. hat den mit 10.000 Euro dotierten Lausitzer WissenschaftsTransferpreis erstmals 2011 ausgeschrieben, mit dem Ziel, die Vernetzung zwischen Lausitzer Unternehmen, insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen in Brandenburg und Sachsen mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu verbessern und weiter auszubauen. Für den LWTP 2015 können sich Lausitzer Unternehmen, Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen ab dem Herbst dieses Jahres bewerben.