BTU Cottbus–Senftenberg unterzeichnet Brandenburger Erklärung für mehr Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung

Der Gründungsbeauftragte, Dr. Birger Hendriks hat die Brandenburger Erklärung für mehr Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschulen am 31. März 2014 in Potsdam mit unterzeichnet. Brandenburgerinnen und Brandenburger sollen sich nach einer Ausbildung auch ohne Abitur leichter akademisch weiterbilden können. Und umgekehrt sollen an Hochschulen erworbene Kompetenzen stärker für eine Ausbildung im Lehrbetrieb anerkannt werden. Dr. Birger Hendriks: „Die BTU Cottbus–Senftenberg leistet mit dem College, dem Zentrum zur Studienvorbereitung und Studierendengewinnung, einen wichtigen Beitrag, um diese Durchlässigkeit zu befördern. Mit unserem Pilotvorhaben im Land Brandenburg wollen wir beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Studium ermöglichen. Insbesondere für diejenigen, die noch Nachholbedarf in technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen haben. Das College schlägt damit die entscheidende Brücke zwischen Schule, Ausbildung und Berufstätigkeit.“ Für dieses Ziel haben Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, Hochschulen, Kammern, Gewerkschaften, Arbeitgeber und Verbände in der Potsdamer Staatskanzlei die „Brandenburger Erklärung zur Stärkung der Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschule als Beitrag zur Fachkräftesicherung“ unterzeichnet. Die Erklärung hat fünf Handlungsfelder: „Passgenaue Informations- und Begleitangebote“, „Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen und Qualifikationen auf Hochschulstudiengänge“, „Analyse der Bedarfe beruflich Qualifizierter“, „Durchlässigkeit in beide Richtungen“ und „Vertrauensbildende Maßnahmen zwischen der Berufs- und Hochschulbildung“.

Zur Förderung der Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsbereichen soll ein umfassendes Informationsnetzwerk geschaffen werden. Schulen, Arbeitsagenturen und Jobcenter, die Kammern und Unternehmen sollen dadurch die vorhandenen beruflichen und akademischen Weiterbildungs- und Anrechnungsmöglichkeiten genau kennen und Interessierte besser vermitteln können.

Detaillierte Lernergebnisbeschreibungen aller Bildungsabschlüsse sollen die Entwicklung pauschaler und individueller Anrechnungsverfahren erleichtern. So sollen beruflich erworbene Qualifikationen einfacher für ein späteres Studium angerechnet werden. Auch berufsbegleitende Weiterbildungsangebote an Hochschulen sollen ausgebaut und flexibler gestaltet werden.

 

Hintergrund:

Das Land Brandenburg steht vor großen demografischen Herausforderungen. Im Jahr 2030 wird es zu den zehn Regionen Europas gehören, deren Bevölkerung im Durchschnitt älter als 53 Jahre ist. Die erwerbsfähige Bevölkerung geht um mehr als ein Drittel zurück.

Minister Günter Baaske sagte dazu: „Betriebe finden immer schwieriger Fachkräfte. Schon heute erleben wir einen harten Wettbewerb um die besten Köpfe. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Potentiale und Talente bestmöglich zu nutzen und zu fördern. In einer immer älter werdenden Gesellschaft sind lebenslanges Lernen und regelmäßige Weiterbildungen notwendig, um sich für die durch permanenten technischen Fortschritt geprägte Arbeitswelt fit zu halten. Und Betriebe müssen noch stärker in die berufliche Weiterbildung der Beschäftigten investieren und dafür Sorge tragen, dass Beschäftigte sich in ihrem Berufsleben ständig weiter qualifizieren.“

Zu den Erstunterzeichnern gehören Wissenschaftsministerin Sabine Kunst, Bildungsministerin Martina Münch, Arbeitsminister Günter Baaske, Christian Hoßbach, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, Dieter Wagon, Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, sowie Vertreterinnen und Vertreter von allen Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg, die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, der Fachhochschule Brandenburg, der Brandenburgische Technische Universität Cott-bus-Senftenberg, der Technischen Hochschule Wildau, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ und der Verein Deutscher Ingenieure Berlin-Brandenburg.