Internationale Konferenz in Berlin: BTU verbindet interdisziplinäre Forschung zu neuroadaptiver KI
Künstliche Intelligenz (KI) prägt bereits heute zentrale Bereiche von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft und beeinflusst zunehmend, wie Informationen gefiltert und bewertet werden. KI ist längst mehr als ein technisches Werkzeug – sie beeinflusst, wie Informationen verarbeitet, Entscheidungen getroffen und Arbeits- sowie Lernprozesse gestaltet werden. Auf der diesjährigen Konferenz für Neuroadaptive Technologien (NAT’26) im ABION Spreebogen Waterside Hotel in Berlin diskutieren 120 Expert*innen aus neun Ländern von Mittwoch bis Freitag, 22. bis 24. April 2026, wie sich Systeme entwickeln lassen, die stärker auf den Menschen reagieren und seine kognitiven Zustände berücksichtigen. Im Mittelpunkt steht der interdisziplinäre Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und neue Ansätze für eine menschenzentrierte Gestaltung intelligenter Technologien.
Organisiert wird die Konferenz von Wissenschaftler*innen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) im Fachgebiet Neuroadaptive Mensch-Technik-Interaktion unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten O. Zander.
“Die Konferenz macht deutlich, welche strategische Bedeutung neuroadaptive Forschung für die Zukunft intelligenter Systeme hat”, sagt Prof. Dr.-Ing. Michael Hübner, BTU-Vizepräsident für Forschung und Transfer. “Sie stärkt die internationale Sichtbarkeit der Universität und zeigt, dass wir aktiv an der Schnittstelle von KI und Neurowissenschaften forschen und Verantwortung für deren gesellschaftliche Gestaltung übernehmen.”
Künstliche Intelligenz und der Mensch
Ein zentrales Thema der NAT’26 ist die Frage, wie Künstliche Intelligenz künftig stärker auf menschliche Zustände reagieren kann. Dabei geht es nicht um das Auslesen von Gedanken, sondern um die Erkennung mentaler Zustände wie Aufmerksamkeit, Überforderung oder Unsicherheit auf Basis neurophysiologischer Signale. Ziel ist eine kontextsensitiv agierende KI, die Interaktionen und Entscheidungen stärker am Menschen ausrichtet.
Genau hier setzt auch der wissenschaftliche Ansatz von Prof. Thorsten O. Zander an: Passive Brain-Computer-Interfaces könnten künftig ermöglichen, dass Systeme nicht nur Inhalte verarbeiten, sondern auch erfassen, wie diese beim Menschen ankommen. Entscheidend sei dabei eine lokale Verarbeitung der Daten, sodass keine Rohsignale das System verlassen, sondern ausschließlich interpretierte Zustände weitergegeben werden – als Grundlage für mehr Datenschutz und Privatsphäre.
Internationale Relevanz und gesellschaftliche Verantwortung
Die NAT’26 bringt Forschende, Entwickler*innen sowie Vertreterinnen aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammen und versteht sich als Plattform für den interdisziplinären Austausch sowie die Entwicklung gemeinsamer Leitlinien für eine verantwortungsvolle Nutzung neuroadaptiver Technologien.
Vor dem Hintergrund globaler Entwicklungen greift die Konferenz aktuelle internationale Forschungsansätze auf. Während insbesondere in den USA auch invasive Technologien erprobt werden, setzt die europäische Forschung bewusst auf nicht-invasive Verfahren sowie hohe Datenschutzstandards.
Im Zentrum der Diskussion stehen dabei:
- Schutz sensibler neurophysiologischer Daten
- Freiwilligkeit der Nutzung
- Datensouveränität und Kontrolle
- Regulatorische Rahmenbedingungen für neuroadaptive Technologien
Damit rückt die Frage in den Fokus, wie sich technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden lassen.
"Wir wissen nicht, was ein Mensch denkt – aber wir können erkennen, wie er Informationen verarbeitet", erklärt Prof. Zander. "Diese Fähigkeit eröffnet neue Perspektiven für Anwendungen in Bildung, Medizin und Arbeitswelt: Lernsysteme könnten Überforderung erkennen, Assistenzsysteme sich an kognitive Belastungen anpassen und Therapien individueller gestaltet werden."
Weitere Konferenzinhalte:
- Echtzeit-Signalverarbeitung
- Supervised vs. Unsupervised Machine Learning
- Passive Brain-Computer Interfaces
- Erklärbare KI (Explainable AI)
- Neuroadaptive Anwendungen in realen Szenarien
- Hybride KI-Systeme für angewandte Neurowissenschaften
- Ethik und Sicherheit neuroadaptiver Systeme
- Cloud-basierte Datenverarbeitung
Veranstaltungsort:
ABION Spreebogen Waterside Hotel Berlin
Alt-Moabit 99, 10559 Berlin
Kontakt
Neuroadaptive Mensch-Technik-Interaktion
T +49 (0) 355 5818-613
thorsten.zander(at)b-tu.de
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