12,6 Millionen Euro für Tüftler: In Cottbus startet die Lausitz ihr größtes Lernlabor

Am Samstag, 10. Oktober 2026 starten die LausitzLabs im Startblock B2 in Cottbus. Die BTU erforscht von Tag eins, wie das Konzept den Strukturwandel voranbringt. Mit den LausitzLabs entsteht in der Lausitz ein zusammenhängendes und skalierbares Bildungsökosystem für MINT-, Medien- und digitale Bildung sowie demokratische Teilhabe.

Ein Zwölfjähriger hält zum ersten Mal einen Lötkolben in der Hand. Neben ihm baut seine Mutter eine Schaltung, am Nachbartisch tüftelt eine Schülerin an ihrer eigenen Erfindung. Alles kostenfrei, mitten in Cottbus. Das ist die Idee der LausitzLabs, die am Samstag, 10. Oktober 2026, im Startblock B2 im Siemens-Halske-Ring 2 in Cottbus offiziell in die Praxis starten. Der Termin ist kein Zufall, denn am selben Abend öffnet die Cottbuser Nacht der kreativen Köpfe an 19 Orten der Stadt. Die LausitzLabs sind eine der Stationen.

Die Wissenschaft schaut von Anfang an hin

Die Forschung läuft von Beginn an mit. Das Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie der BTU Cottbus-Senftenberg unter der Leitung von Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben untersucht, ob und wie solche Lernorte eine Region im Wandel stärken. Die Fragen dazu:

  • Wie entstehen Zugänge zum MINKT Bildungsökosystem?
  • Wie vernetzen sich die Schulen, Jugendzentren, Hochschulen und Unternehmen?
  • Wie können die LausitzLabs auf Teilhabe und Innovationsfähigkeit im Strukturwandel wirken?

Die Forschenden arbeiten mit Interviews, Netzwerk- und Fallstudien und Workshops vor Ort. Sie betrachten, wie sich regionale Institutionen und ihre Zusammenarbeit verändern, um den Beitrag der LausitzLabs zum Strukturwandel zu bestimmen. Die Universität Potsdam misst, wie sich die Kompetenzen junger Menschen entwickeln. Sie untersucht dabei, wie sich die Angebote auf Interessen, Einstellungen und Fertigkeiten auswirken. Die Ergebnisse fließen fortlaufend in die Weiterentwicklung der Bildungsangebote ein. Sie sollen deren langfristige Verankerung in der Region unterstützen. Die Erkenntnisse sollen auch anderen Regionen helfen.

Netzwerk statt Insellösung

Der Makerspace in Cottbus ist die Zentrale. Dazu kommen vier kleinere Labs auf dem Land und zwei mobile Labs, die auch entlegene Orte erreichen. Damit ergänzen und vernetzen die LausitzLabs bestehende Bildungsräume in der Region. Schulen, Bibliotheken, Jugendzentren, soziale Einrichtungen und Unternehmen können die Angebote gemeinsam nutzen und ergänzen.

Kostenlos und für alle: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien probieren Zukunftstechnologien aus und setzen eigene Projekte um. Die Angebote sind niedrigschwellig und richten sich unter anderem an Schulen, Jugend- und Sozialarbeit sowie Menschen mit erschwertem Zugang zu Bildungsangeboten. Auch Menschen, die sonst schwer Zugang zu Bildung finden, sind gemeint. Das Projekt will besonders Mädchen und junge Frauen für Technik und Naturwissenschaften gewinnen.

Lernen mit Abzeichen

Eine Moodle-basierte Lernplattform verbindet die analogen und digitalen Angebote. Sie macht Fortschritte sichtbar, ermöglicht individuelles Lernen und unterstützt die Vergabe von Open Educational Badges, also digitalen Abzeichen. Pädagogische Fachkräfte können sich weiterbilden, damit die Methoden dauerhaft in Schulen und Jugendeinrichtungen ankommen.

Das Angebot kombiniert mehrere Lernformate:

  • Workshops und praxisorientierte Lernangebote
  • offene Maker-Angebote und Werkstätten
  • Lernreisen und Projektarbeit
  • digitale Selbstlernphasen
  • digitale Lernpfade und ein modulares Curriculum

Das Prinzip heißt Making: Man lernt, indem man etwas selbst baut. Lernen findet dabei nicht nur über Bücher oder Bildschirme statt, sondern durch eigenes Ausprobieren, Gestalten und gemeinsames Entwickeln. Teilnehmende arbeiten mit digitalen Technologien, technischen Systemen und kreativen Werkzeugen und erfahren, wie aus einer Idee ein konkretes Produkt oder eine Lösung entsteht. Die LausitzLabs verbinden das mit Medienbildung und demokratischer Teilhabe.

Zahlen und Partner

Das Projekt hat ein Volumen von 12,6 Millionen Euro, gefördert aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Es läuft vom 1. Mai 2026 bis Ende 2030. Das Verbundprojekt tragen der Landesfachverband Medienbildung Brandenburg, mediale pfade, Junge Tüftler, matrix, die BTU Cottbus-Senftenberg und die Universität Potsdam.
Das Leitmotiv: Bildung soll dort stattfinden, wo die Menschen leben. Die LausitzLabs sollen zeigen, wie Bildungsangebote in Regionen im Wandel organisiert werden können: regional verankert, offen zugänglich, digital unterstützt, wissenschaftlich begleitet und auf andere Orte übertragbar.

Ab 18 Uhr öffnen die LausitzLabs ihre Türen für die Nacht der kreativen Köpfe und für die Öffentlichkeit 

Die Nacht der kreativen Köpfe findet am 10. Oktober 2026 zum 18. Mal statt, von 18 bis 24 Uhr. In diesem Jahr sind 19 Unternehmen und Einrichtungen in Cottbus dabei. Das Motto lautet „Energie & Wandel“. Besucher erwarten Einblicke hinter Kulissen, die im Alltag verschlossen bleiben, etwa ein Hybrid-OP, ein VR-Flug ins All oder ein Blackout-Szenario der Feuerwehr. Veranstalter ist die Cottbuser Agentur pool production. Das Ticket gilt für alle Stationen und zugleich für die Nacht-Shuttles sowie den Nahverkehr in Cottbus. Es ist im Vorverkauf unter anderem im CottbusService in der Stadthalle, im Medienhaus der Lausitzer Rundschau und im Dieselkraftwerk erhältlich. Ermäßigte Tickets kosten 10 Euro im Vorverkauf und 12 Euro an der Abendkasse. Die Abendkasse im Startblock B2 öffnet am 10. Oktober um 17:45 Uhr. Weitere Informationen: www.ndkk.de

Pressekontakt

Vivian Hagedorn, Fachstelle Medienbildung
Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e. V.
Dennis-Gabor-Str. 2, 
14469 Potsdam

T +49 1514 3337952
E hagedorn(at)medienbildung-brandenburg.de
www.medienbildung-brandenburg.de 

Kontakt

Janina Klose
Technik- und Umweltsoziologie
klosej(at)b-tu.de

Pressekontakt BTU

Susett Tanneberger
Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 355 69-3126
susett.tanneberger(at)b-tu.de
Das Prinzip der LausitzLabs heißt Making: Junge Tüftler lernen, indem sie etwas selbst bauen. Lernen findet dabei nicht nur über Bücher oder Bildschirme statt, sondern durch eigenes Ausprobieren, Gestalten und gemeinsames Entwickeln. (Foto: BTU, Sascha Thor)