Wenn Erbe zur Zukunftsfrage wird

Die BTU Cottbus-Senftenberg startet das Heritage Centre (HC) neu als offenes Forum für Kultur- und Naturerbeforschung. Wissenschaftler*innen widmen sich darin den drängenden Fragen unserer Zeit: Klima- und Strukturwandel, bewaffnete Konflikte und politische Polarisierung, Künstliche Intelligenz. Die Universität bündelt darin ihre vielfältige Expertise auf diesem Gebiet.

Forschende, Lehrende und Studierende erhalten so einen Ort, um Netzwerke zu knüpfen, gemeinsam Projekte zu entwickeln, Fördermittel einzuwerben und Wissen zu teilen.

Was ist uns wichtig und wertvoll, was spiegelt unsere Werte und Identitäten wider? Wie entscheiden wir, was wir aus der Vergangenheit in die Zukunft nehmen wollen? Und warum fällt es Gesellschaften so schwer, mit Veränderung und Verlust umzugehen? Mit dem Relaunch des Heritage Centre bündelt die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ihre Kultur- und Naturerbeforschung in einem neuen, offenen Forum, das sich diesen und vielen weiteren Fragen widmet. Der Auftakt fand am Mittwoch, 21. Oktober 2026, auf dem Zentralcampus Cottbus statt, in Anwesenheit zahlreicher Universitätsangehöriger aus allen Fakultäten.

Ein Zentrum für die drängenden Fragen der Gegenwart

Die Heritage-Forschung ist längst kein Randthema für Fachleute mehr; vielmehr steht sie an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen, von der Philosophie und den Künsten über die Sozial- und Geisteswissenschaften bis hin zu Physik, Chemie, Ingenieurwesen und Technologie. Sie betrifft politische Polarisierung und bewaffnete Konflikte ebenso wie soziale Ungerechtigkeit und den Klimawandel. Ihre Stärke liegt in der Interdisziplinarität und Internationalität. Genau hier verfügt die BTU über besonders breite Fachkompetenz und Engagement: Heritage-Themen werden an der Universität in fast allen Fakultäten erforscht. Das Heritage Centre führt diese Expertise zusammen. Es versteht sich als Forum für Forschende, Lehrende und Studierende. 

Ziele des Heritage Centre sind

  • Netzwerke knüpfen und Kooperationen mit Partnern innerhalb und außerhalb der Universität eingehen,
  • Projekte entwickeln und Fördermittel einwerben,
  • Veranstaltungen organisieren und gemeinsam publizieren,
  • Wissen und Ressourcen teilen.

Das Angebot richtet sich an alle, die sich mit Heritage beschäftigen – auf dem Campus und darüber hinaus. Interessierte können Mitglied werden, an vielfältigen Aktivitäten teilnehmen und den Forschungs- und Studienschwerpunkt Heritage an der BTU aktiv mitgestalten.

“Heritage ist keine Rückschau, sondern eine Zukunftsfrage. Mit dem HC schaffen wir einen Ort, an dem aus dem besonderen Reichtum an Expertise und Engagement an der BTU gemeinsame Forschung, neue Ideen und internationale Zusammenarbeit entstehen”, sagt Prof. Dr. Johanna Blokker, Leiterin des Heritage Centre und UNESCO Chair in Heritage Studies.

Hintergrund

Die BTU hat seit 2003 einen UNESCO-Lehrstuhl für Heritage Studies. Seit Dezember 2025 hat ihn Prof. Dr. Johanna Blokker (Fachgebiet Denkmalpflege) inne, die auch das Heritage Centre leitet. Unter dem Dach des UNESCO-Lehrstuhls wollen sie und ihr Team das HC zu einem lebendigen Ort des Austausches ausbauen. Damit wird eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte in Forschung und Lehre zum Thema Heritage an der BTU fortgeschrieben, die im DFG-geförderten Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ (2014–2023) gipfelte und Anlass für die Gründung des ursprünglichen Cultural Heritage Centre gab. 

Heute lassen sich Heritage-Themen und -Ansätze in mehreren BTU-Studiengängen vertiefen: Neben den internationalen Masterstudiengängen World Heritage Studies (M.A.) und Heritage Conservation and Site Management (M.A.) sowie dem Promotionsprogramm Heritage Studies (Ph.D.) sind Fragestellungen und Methoden aus dem breiten Feld des Heritage auch in den Studiengängen Bau- und Kunstgeschichte (M.A.), Urban Design and Sustainable Revitalization (M.Sc.), Transformation Studies (M.A.), Architektur (M.Sc.) und Technology, Science and Society / TeSS (D.A.S.) voll integriert.

Fachliche Ansprechpartnerin
Prof. Dr. phil. habil. Johanna Blokker
Heritage Centre, UNESCO Chair in Heritage Studies
BTU Cottbus-Senftenberg
T +49 (0) 355 69 3992 | heritage-centre(at)b-tu.de
Instagram: @heritage_centre_btu

Pressekontakt

Kristin Ebert
Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 355 69-2115
kristin.ebert(at)b-tu.de
Von Links nach rechts: Dr. Frank Rochow (Akad. Mitarbeiter am FG Denkmalpflege); Roya Karimi (Studierende im Master World Heritage Studies); Baris Altan MSc (Akad. Mitarbeiter am FG Denkmalpflege); Teodora Stevanovic (Studierende im Master Heritage Conservation and Site Management); Prof. Dr. Johanna Blokker (Leiterin des FG Denkmalpflege, Inhaberin des UNESCO-Lehrstuhls Heritage Studies und Direktorin des Heritage Centre). (Foto: BTU)