
HIDDEN TRACKS - unerzählte Geschichten aus und über die Platte Seminar
Wahlpflicht Bachelor + Master
Zu zehntausenden in den Nachkriegsjahren gebaut, werden Plattenbauten und ganze sogenannte “Neubaugebiete” seit den Nachwende-Jahren wieder im großen Maßstab abgerissen. Auch heute, wo die Wohnungsfrage erneut großmaßstäbliche Lösungen fordert, schauen Planer*innen auf die Großwohnsiedlungen der DDR. Im Diskurs darüber fallen häufig die Schlagworte des Um- und Rückbaus. Mit der großflächigen Demontage des baulichen Erbes erfolgt auch eine Demolage einer gesellschaftlichen Identität.
Doch während Planer*innen darüber nachdenken, wie mit den riesigen Strukturen kostengünstig und ressourcenschonend umzugehen sei, bleiben einzelne Biographien dazu unbeachtet. In “Hidden Tracks” nähern wir uns der individuellen und narrativen Bedeutung “der Platte” und wollen die unerzählten Geschichten aus und über Platten sichtbar machen. Wir suchen individuelle und biographische Geschichten rund um “die Platte”: Von der Bewohnung als Kleinfamilie in der DDR oder als Wohngemeinschaft in der Gegenwart bis hin zu Geschichten aus dem Betonwerk im Volkseigenen Betrieb. Wie war es, als diese riesigen Strukturen in die Peripherien der Städte gesetzt wurden? Welche Hausgemeinschaften haben sich gebildet? Wie hat es sich angefühlt, als dieses Zuhause in den Nachwende Jahren abgerissen wurde? Was ist aus dem Versprechen geworden, dass alles allen gehört? Dazu werden wir im Laufe des Semesters Interviews konzipieren und durchführen, die auf Schallplatten gepresst werden. Ergänzt um selbst gestaltete Cover und Booklets, werden so die individuellen Geschichten der “Platte” festgehalten und erzählt.
