Identifikation

Um das dynamische Verhalten eines technischen Systems realistisch berechnen zu können, müssen geeignete Werte für die Modellparameter gefunden werden. Diese sind jedoch nicht immer einer direkten Messung zugänglich (z.B. Trägheitstensor), haben aufgrund von Idealisierungen keine direkte physikalische Entsprechung (z.B. Regelparameter) oder werden erst im Zusammenbau sichtbar (z.B. Dämpfungs- und Reibungswiderstände). In diesem Fall müssen sie mit Hilfe eines Identifikationsprozesses aus dem Systemverhalten erkannt werden.

Neben klassischen Methoden wie der Modalanalyse kommen am Lehrstuhl insbesondere bei nichtlinearem Verhalten auch Mehrkriterien-Identifikationsmethoden auf der Basis von Optimierungsalgorithmen zum Einsatz, welche die gleichzeitige Berücksichtigung vielzähliger Anregungsmanöver erlauben. Ein Anwendungsbeispiel dafür sind moderne Fahrzeugdämpfer mit Frequenz- und Amplituden-selektivem Verhalten aus dem Automobilbereich, die sich in verschiedenen Betriebspunkten sehr unterschiedlich verhalten. Die notwendigen Messungen können in einem lehrstuhleigenen Labor erfolgen. Für die Anregung stehen variabel einsetzbare Hydraulikaktuatoren und elektromechanische Shaker zur Verfügung, Schwingungsmessungen lassen sich berührungsfrei mit Laservibrometern durchführen. Aber auch andere Messprinzipe wie Beschleunigungssensoren, DMS oder Drucksensoren kommen zum Einsatz.