»Lonely Planning« – Neues Forschungsprojekt (unter)sucht einsamkeitssensible Planungsstrategien
Der Umgang mit Einsamkeit stellt eine wachsende gesellschaftliche und planerische Herausforderung dar und erfährt aktuell breite Aufmerksamkeit. Die Ursachen und Wirkungen von Einsamkeit sind vielschichtig: Sie werden in individuellen, strukturellen und räumlichen Entwicklungen gesehen, etwa im Rückbau sozialer Daseinsvorsorge, der funktionalen Trennung von Wohn- und Begegnungsorten, mangelnden Mobilitätsangeboten und digitalem Ausschluss.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das jüngst bewilligte Projekt „Lonely Planning“ das Ziel, Einsamkeit als räumlich bedingtes Phänomen im Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa sichtbar zu machen und in Prozesse der kommunalen und regionalen Planung zu integrieren. Hierzu bauen wir in experimenteller Weise eine Ko-Forschungsgruppe auf, die verschiedene Perspektiven aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammenführt, um gemeinsam Fragestellungen zu bearbeiten. Im Projekt interessieren uns räumliche Einflussfaktoren auf Einsamkeit in ländlich-peripheren Räumen sowie die Entwicklung und Erprobung konkreter Handlungsansätze.
Uns ist bewusst, dass Einsamkeit kein ausschließlich altersbezogenes Thema ist, sondern Menschen aller Generationen und in unterschiedlichen Lebensphasen betreffen kann. Im Unterschied dazu steigt jedoch mit zunehmendem Alter das Risiko, einsam zu bleiben. Das Projekt nimmt daher generell einen generationenübergreifenden Blick ein, legt jedoch als Werkstattprojekt im Bündnis „AlterPerimentale“ einen besonderen Fokus auf ältere Menschen, ihr Wohnumfeld, ihre Alltagsräume und Begegnungsmöglichkeiten.
Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in der Fördermaßnahme „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“.



