Mikroklimarecherche unter MODEMA-Projekt

Messung der potenziellen Verdunstung als Methode zur Bewertung der Wassereffizienz von Agroforstsystemen.

Im April 2026 wurde die zweite Messkampagne zur potenziellen Verdunstung im Rahmen des MODEMA-Projekts durchgeführt. Das Projekt beschäftigt sich mit der Untersuchung von Agroforstsystemen (AFS) und deren Potenzial für Klimaanpassung und Klimaschutz sowie weiteren Ökosystemleistungen. Als Teil des Projektkonsortiums spezialisiert sich das Fachgebiet Boden-Pflanzen-Systeme der BTU Cottbus–Senftenberg einerseits auf die Produktion von Energieholz in sogenannten Short Rotation Alley Cropping Systems (SRACS) mit schnellwachsenden Gehölzen und strauchartiger Vegetation und andererseits auf die Untersuchung mikroklimatischer Veränderungen in Agroforstsystemen.

Die potenzielle Verdunstung (PE) beschreibt den potenziellen Wasserverlust unter gegebenen mikroklimatischen Bedingungen durch Verdunstung von einer Oberfläche mit unbegrenzter Wasserverfügbarkeit. Sie kann als Indikator für die Wassernutzungseffizienz eines Systems dienen und für weitere Abschätzungen tatsächlicher Wasserverluste verwendet werden.

Die Messungen der potenziellen Verdunstung erfolgten mithilfe von Verdunstungsmessern nach Piche: Glasröhren (Abb. 1), die mit Wasser gefüllt und am unteren Ende mit Filterpapier verschlossen wurden, wodurch eine verdunstende Bodenoberfläche simuliert wird. Die Datenerhebung sowie die Wartung der Messgeräte, einschließlich des Nachfüllens der Röhren, erfolgten täglich am Morgen. Kontinuierliche Messungen über Zeiträume von vier bis fünf Tagen wurden an insgesamt drei Standorten durchgeführt: zwei Agroforstsysteme in Niedersachsen sowie ein Standort in Brandenburg.

Jeder Standort war mit acht Wetterstationen ausgestattet (sechs innerhalb des Agroforstsystems und zwei auf der jeweiligen Referenzfläche). Erfasst wurden Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Globalstrahlung, Windparameter, Niederschlag sowie bodennahe mikroklimatische Variablen. Jede Wetterstation innerhalb der Agroforstsysteme umfasste fünf Replikate; zusätzlich wurden fünf weitere Replikate auf den entsprechenden Referenzflächen eingerichtet.

Die Kombination der erhobenen Daten zur potenziellen Verdunstung und zum Mikroklima soll langfristig die Entwicklung eines Modells ermöglichen, das Wasserverluste unter durch Agroforstsysteme beeinflussten mikroklimatischen Bedingungen abschätzt und einen Vergleich zwischen Agroforstsystemen und konventionellen landwirtschaftlichen Flächen hinsichtlich ihrer Wasserverlustdynamik erlaubt.

Kontakt

Dmitrii Khaliullin
Boden-Pflanze-Systeme
T +49 (0) 355 69-3058
Dmitrii.Khaliullin(at)b-tu.de