Querschnittskolloquien

Zur Entschlüsselung der Leitfrage, wie das Bauen in seiner kulturellen und technischen Bedeutsamkeit für unterschiedliche Zeithorizonte und Kulturkreise einzuordnen ist, ist alle ein bis zwei Jahre ein Querschnittskolloquium zu Schwerpunktthemen vorgesehen, die jeweils elementare Aspekte des Kollegthemas „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ darstellen und besonders zur fächerübergreifenden Diskussion geeignet sind. Diese zwei- bis dreitägigen Querschnittskolloquien sollen — über die Ergebnisse der individuellen Projekte hinausgehend — eine komplexe, neuartige Gesamtsicht auf das Phänomen des Bauen erzeugen und als wissensgeschichtliche Grundlagen auf die spezialisierte Forschung und dabei insbesondere auf die Dissertationen des Kollegs zurückwirken.

Zweites Querschnittskolloquium „Migration und Baukultur von der Antike bis zur Gegenwart“

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23.–25.11.2016 in Berlin und Erkner

Vom 23. bis 25. November 2016 veranstaltete das DFG-Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ sein zweites Querschnittskolloquium „Migration und Baukultur von der Antike bis zur Gegenwart“. Es widmete sich den Auswirkungen von Migrationsbewegungen auf Architektur, Bautechnik und Städtebau. An Beispielen aus dem gesamten Spektrum der Geschichte wurde untersucht, wie sich das Bauwesen durch individuelle und kollektive Einwanderung, aber auch Eroberung und Unterwerfung verändert. Welche Phänomene erweisen sich im Kontext baukultureller Vermischung als besonders wirkmächtig, welche als besonders widerstandsfähig? Welche neuen Ausdrucksweisen in Stil, Bautechnik und Funktion entstehen aus der Begegnung autochthoner und importierter Praktiken und kultureller Wertvorstellungen?

Veranstalter: DFG-Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ der BTU Cottbus-Senftenberg, des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung  und des Winckelmann-Instituts der HU zu Berlin in Kooperation mit dem Exzellenzcluster TOPOI

Portables Dokumentenformat Tagungsprogramm mit Abstracts

Den ausführlichen Tagungsbericht von Max Beiersdorfer und Sabine Kuban können Portables Dokumentenformat hier als pdf-Datei herunterladen. Zudem finden Sie in den Portables Dokumentenformat BTU News Nr. 47 (Dezember 2016) auf Seite 37 einen kurzen Beitrag zur Veranstaltung.

Erstes Querschnittskolloquium „Groß Bauen. Großbaustellen von der Antike bis zur Gegenwart“

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28.–30.10.2015 in Berlin und Cottbus

Großbauten sind technische Meisterwerke, deren Errichtung einen hohen logistischen Aufwand, technisches Knowhow, gleichzeitig aber auch gesellschaftlichen Konsens erfordern. Trotz ihres innovativen Charakters und symbolischen Wertes sind Großbaustellen in der Gegenwart in deutlichen Misskredit geraten sind. Zu teuer, vielfach unzureichend koordiniert und mit überzogenen politischen Erwartungshaltungen überladen, so werden viele der bekannten Großbauvorhaben wie der Berliner Flughafen BER oder Stuttgart 21 in der Öffentlichkeit diskutiert. Große öffentliche Bauvorhaben, so die Einschätzung von Experten und Politikern, scheinen in Deutschland derzeit kaum mehrheitsfähig zu sein: „Die fehlschlagenden Großprojekte in Deutschland – also Stuttgart, Berlin, Hamburg – sorgen in der allgemeinen Wahrnehmung dafür, dass alles nur schief gehen kann. Bewahren, nicht Aufbruch scheint im Augenblick das Motto zu sein“, so schätzte Ernst Höhler, ehemaliger Projektsteuerer beim Bau der Elbphilharmonie in Hamburg, vor wenigen Jahren die Situation ein. Darüber hinaus verdeutlichen viele öffentliche Großbauvorhaben der letzten Jahre in markanter Weise die Schwierigkeiten der Bauorganisation und der Kostenkalkulation, die langwierige juristische Auseinandersetzungen zur Folge haben. Dadurch treten in der öffentlichen Wahrnehmung die vielen herausragenden Beispiele für technische Innovationen und logistische Glanzleistungen oft in den Hintergrund.

Dies ist nicht erst in der Gegenwart so, wie etwa die über 600-jährige Bauzeit des Kölner Doms zeigt. Fragmente großer Bauten, wie der Turmstumpf des Doms mit dem mittelalterlichen Baukran, prägten das Bild historischer Städte und Landschaften über Jahrhunderte, ohne dass die Bauten je fertig gestellt wurden. Beispiele für Verzögerungen und Probleme bei Großbauvorhaben von der Antike bis in die Neuzeit sind zahlreich. Gleichzeitig waren diese Bauprojekte aber auch Motoren technischen und logistischen Fortschritts. Die enorme politische und symbolische Bedeutung der Großbauprojekte begleitete den Baufortschritt von Beginn an und bildet gleichsam den Gegenpol zu den Widrigkeiten des Baustellenbetriebs, die den Alltag der betroffenen Gesellschaft oft über viele Generationen bestimmten.

Umso überraschender ist, dass es bisher kaum übergreifende und vergleichende Analysen zur Geschichte und gesellschaftlichen Bedeutung der Großbaustelle gibt. Das in Kooperation zwischen der Forschergruppe „XXL – Monumentales Wissen“ des Exzellenzclusters TOPOI (HU Berlin, FU Berlin) und dem DFG-Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ (BTU Cottbus-Senftenberg) organisierte Querschnittskolloquium „Groß Bauen. Großbaustellen von der Antike bis zur Gegenwart“ greift diesen Umstand auf und diskutiert anhand von Fallbeispielen aus unterschiedlichen zeitlichen und regionalen Kontexten die kulturelle und technische Bedeutung unfertiger Großbauwerke im oft langen Zeitraum ihrer Entstehung sowie deren sich wandelnde gesellschaftliche Rezeption.  

Portables Dokumentenformat Tagungsprogramm mit Abstracts

Den Tagungsbericht von Christoph Baier (Cottbus/Wien) finden Sie Portables Dokumentenformat hier. Er wurde ebenso am 12.1.2016 bei Link zu einer externen Seite H/SOZ/KULT veröffentlicht. Zudem finden Sie in den Portables Dokumentenformat BTU News Nr. 44 (Dezember 2015) auf Seite 26 einen kurzen Bericht zur Tagung.