Entwicklung eines Baukastendosierstoffs und einer Dosierstrategie zur Verbesserung der Ablaufqualität und Schlammstabilisierung von Kleinkläranlagen und Sammelgruben (DostAS)

Projektzeitraum: 2024 - 2026

Kooperationspartner: AWT Abwassertechnik und Umweltsanierung GmbH Lauchhammer  und  Bio-Lift Systeme Abwasserbehandlung Hoyerswerda

Projektbearbeiter der BTU: Dr. Naveed Ahmed

Projektziele:

Kleinkläranlagen sowie Sammelgruben sind eine Dauerlösung zur Reinigung bzw. Entsorgung von Abwässern in ländlichen Gebieten. Besonders bei Kleinkläranlagen gilt die Einhaltefiktion nach AbwV [2004, geä. 2024], die besagt, dass die Einhaltung der wasserrechtlichen Ablaufanforderungen unter bestimmten Voraussetzungen (u. a. zweimalige Wartung im Jahr) als erfüllt gilt, ohne dass der Betreiber z. B. durch monatliche Messungen nachweisen muss, dass die Grenzwerte tatsächlich eingehalten werden.

Kleinkläranlagen können aufgrund mikrobiologischer Störungen durch eine Unterversorgung (z. B. Nichteinhaltung von Zulauffrachten), Frachtstöße, ungünstige Umgebungsbedingungen oder Hemmstoffe nur bedingt funktionstüchtig sein. Speziell für diese Fälle gibt es jedoch kaum Hilfsmittel. Für eine Gewässerreinhaltung ist es jedoch essentiell, dass Störungen kurzfristig behoben werden und nur gereinigtes Abwasser in das Gewässer abgeleitet wird. Ziel des FuE-Projekts war daher die Entwicklung verschiedener Basisprodukte in Form eines Baukastensystems unter den Gesichtspunkten, dass deren speziell auf die Situation abgestimmte Zugabe die Funktionstüchtigkeit der Anlagen verbessert. Neben dem Einsatz bei Kleinkläranlagen und Sammelgruben kann das Produktsystem auch in Kanalnetzen, Fettabscheidern und Teichen eingesetzt werden. Die Grundstoffe werden bevorzugt aus der Region bezogen. Die entwickelten Baukastenprodukte weisen keinerlei die Mikrobiologie schädigende, hemmende oder gar giftige Stoffe auf und werden in der Kläranlage mit anderen organischen Stoffen abgebaut. In den Labor- wie auch Real-Untersuchungen konnten deren Umweltverträglichkeit, Schadstofffreiheit und positiven Einfluss auf das mikrobiologische Abbaugeschehen nachgewiesen werden. Zudem konnte die Produkte so entwickelt werden, dass diese für Betreiber von Kleinkläranlagen finanzierbar sind.

Gleichzeitig wurde ein Kompetenzzentrum zur Weitergabe der Erfahrungen des fach- und sachgerechten Einsatzes des entwickelten Produkts sowie der mikrobiologischen Grundlagen für eine biologische Wartung aufgebaut, welches der Beratung und Weiterbildung der gewerblichen oder privaten Nutzer des Produkts und Interessierten dient. 

Das Projekt leistete damit einen Beitrag zum Strukturwandel der Braunkohlenregion Lausitz, indem es die innovative Produktentwicklung im Bereich der dezentralen Abwasserbehandlung förderte und mit dem neuen Geschäftsfeld neue Arbeitsplätze schuf. Die Vernetzung von Wissenschaft, Behörden und Gewerbe wurde durch den Ausbau bestehender und die Neuakquise wirtschaftlicher wie auch wissenschaftlicher Verbindungen vorangetrieben. Damit verbindet das Projekt ökologische Innovation und Nachhaltigkeit mit wirtschaftlicher Entwicklung und unterstützt die Transformation der Lausitz zu einer modernen, nachhaltigen Wirtschaftsregion. 

 

Fördermittelgeber: BMWE zur Strukturanpassung von Braunkohlerevieren im Rahmen des Bundesmodellvorhabens “Unternehmen Revier”

Wir bedanken uns bei allen Projektpartnern, dem Fördermittelgeber sowie allen beteiligten Regionalpartnern im Bundesmodellvorhaben Unternehmen Revier, der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH sowie der Stabsstelle ÖPNV, Beteiligungscontrolling und Strukturentwicklung des Landkreises Spree-Neiße, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Unterstützung bei der Antragstellung sowie der Umsetzung dieses Projekts. Durch Ihr Engagement und Ihre Förderung konnte das Vorhaben erfolgreich realisiert werden.