Fremde Welt Der Blick durch die kulturelle Brille

"Fremde Welt" ist eine ideale Übung zur Simulation verschiedener Kulturen und dessen Perspektiven. Es eignet sich besonders für die Bearbeitung von interkulturellen Themen, wie z. B. der Integration und Migration, da es mithilfe von zwei verschiedenen ‚Mini-Kulturen‘ unterschiedliche Sichtweisen illustriert und zugleich deren Umgang miteinander thematisiert. Es wird deutlich, dass vor allem Werte, Normen und innere Haltungen der jeweiligen Kultur, aber auch jedes einzelnen Individuums, etwas mit der kulturellen Prägung zu tun haben, wobei nicht selten Vorurteile und Stereotypen gegenüber anderen entstehen.

Ziel der Übung ist es also, die Entstehung von Vorurteilen und Stereotypen inklusive des Umgangs mit diesen, zu thematisieren. Es eignet sich wunderbar, die Integration von ‚Andersartigkeit‘ und die Sensibilisierung für andere Sichtweisen zu besprechen, wobei ein kultureller Dialog miteinander angeregt werden soll.
 

Anzahl der Teilnehmer:innen

Minimum: 6
Optimum: 16
Maximum: 20

Dauer

45-75 Minuten, ohne Reflexion

Platz

zwei getrennte (Seminar-)Räume mit mindestens 40 m² – die Gruppen dürfen sich weder sehen noch hören. Beide Räume sollten nahe beieinander liegen, so dass der Besuch der Beobachtenden jeweils reibungslos verlaufen kann.

Aufbau und Ablauf

Die Grundlage der Übung bilden die Symbolplättchen, anhand derer zwei verschieden Kulturen, entlang eines Mythos, entwickelt werden sollen. Diese dienen als Mittel zur Anregung der Kreativität.
Das heißt: Die Gesamtgruppe wird zu Beginn in zwei Kleingruppen getrennt und in zwei unterschiedliche Räume geschickt. Sie erhalten dann die Aufgabe, eine eigene kulturelle Identität nach bestimmten Vorgaben/ Mythen mit eigenen Ritualen, Werten und Handlungsweisen, zu entwickeln. Sobald dies gelungen und entwickelt ist, wird jeweils ein/e Beobachter:in aus der eigenen Kultur in die fremde Kultur geschickt, der die Lebens- und Verhaltensweisen der anderen beobachten soll. Sie erleben dabei einen sog. ‚Kulturschock‘, wobei sie als Beobachter:in nicht mit den ‚Einheimischen‘ reden dürfen. Nach einer individuell festgelegten Zeit der Beobachtung, gehen diese wieder zurück in ihre Kultur und berichten den anderen von der fremden Welt. Sobald jedes Mitglied einmal in die fremde Welt eingetaucht ist, sollen die jeweiligen Kulturen eine/-n „Reiseführer:in“ über die andere Gruppe entwerfen, der zum Schluss im Plenum vorgestellt wird.

Die Präsentationen der „Reiseführer:innen“ werden nicht nur mit vielen ‚Ohhhs‘ und ‚Woows‘ begleitet, sondern schnell wird auch deutlich, dass sich bis dahin viele Vorurteile und Stereotypen gebildet haben, die es gilt aufzudecken bzw. dessen Entstehung transparent zu machen. Mithilfe der Simulation von ’fremden Welten‘ wird metakognitiv die Entstehung einer „kulturellen Brille“ aufgezeigt. Was vorher fremd und seltsam erschien, bekommt eine sinnvolle Bedeutung durch den gegenseitigen Austausch verschiedener Kulturen miteinander, wobei deutlich gemacht wird, dass viele der Stereotpen und Verhaltensweisen ‚nur‘ auf Missverständnisse beruhen.

Fremde Welt ist Teil unserer Themenbox Diskriminierungssensibilität, kann aber auch einzeln ausgeliehen werden.