Bauphase 2004 bis 2005

Die Planung des Untersuchungsgeländes begann 2003 und die Bauarbeiten stateten 2004. Bilder aus der Bauphase sind hier verfügbar. Der Name der Fläche wurde von einem früheren Bachlauf mit dem Namen "Hühnerwasser" übernommen, der durch den Bergbau während der 1980er Jahre zerstört wurde. Die Fläche wurde als künstliches Quellgebiet für den zukünftig wiederhergestellten Bach eingerichtet.

Substratverkippung mit Absetzer

Die Bauarbeiten wurden mittels Tagebaugroßgerätetechnologie unter Einsatz von Schaufelradbaggern und Absetzern durchgeführt. Eine Basisschicht aus tertiärem Ton von 1 bis 3 m Mächtigkeit wurde gekippt und einplaniert, um eine Stauschicht für Sickerwasser einzurichten. Dieser Ton (geologisch "Flaschentone") wurde in einem separaten Vorschnitt aus den Abraumschichten mit Schaufelradbaggern gewonnen und mit einem Absetzer verkippt. Die Tonoberfläche wurde mit Planierraupen geglättet, jedoch nicht weiter verdichtet, da dieser Ton zu erheblichen Quellungsprozessen und damit zur Selbstversiegelung neigt. Entsprechend ist die Wasserdurchlässigkeit der Tonschicht sehr gering. Die Tonoberfläche wurde schüsselförmig mit zu den Seiten ansteigenden Flächen ausgeformt, um die unterirdischen Einzugsgebietegrenzen festzulegen. Die Neigung der Tonschicht beträgt durchschnittlich 3 % und ist damit parallel zu der der Geländeoberfläche angelegt.

Im Untergrund des unteren Bereichs des Einzugsgebietes wurden senkrecht zur Hangneigung Wälle aus Ton auf der Tonschicht eingebaut, um einerseits Rutschungen des sandigen Substrats zu vermeiden und um andererseits einen zentralen Auslass für das Grundwasser im Sinne einer künstlichen Quelle zu schaffen. Weiterhin wurde im untersten Bereich der Fläche eine Senke geschaffen, die die Entstehung eines kleineren Teiches mit einem Durchmesser von 70 m und einer maximalen Wassertiefe von 3 m erlaubt. Ein Tonwall an der Südseite definiert die untere Grenze des Einzugsgebietes mit einem einzelnen definierten Gebietsauslass.

Planierarbeiten

Oberhalb der Tonschicht wurde eine Sandschicht mit einer Mächtigkeit von bis zu 3,5 m gekippt. Diese Schicht wurde als Grundwasserleiter für den geplanten lokalen Grundwasserkörper geplant. Das sandige Substrat entstammt pleistozänen Sedimenten aus dem Vorfeld des Tagebaus, wo es während der Saaleeiszeit in einer Endmoräne abgelagert wurde. In den unteren Bereichen der Fläche wurde der Sand bis nahe an das Ufer des geplanten Teiches geschüttet. Aufgrund der Kippprozesse enthält die Sandschicht charakteristische Kipprippen mit einer Breite von 3 bis 4 m an ihrer Basis. Nach der Verkippung wurde der obere Teil dieser Kipprippen einplaniert und die Oberfläche geglättet und durch Abschleppen homogenisiert. Mit dieser abschließenden Behandlung der Oberfläche wurden Spuren der Baumaßnahmen, wie Fahrspuren, entfernt und eine leichte Schüsselform der Oberfläche erzeugt, um die oberflächlichen Einzugsgebietsgrenzen des Einzugsgebietes festzulegen.

Schematische Schnitte durch das Hühnerwassereinzugsgebiet - klicken zum Vergrößern

Strukturelemente

Das Einzugsgebiet mit einer Fläche von rund 6 ha (400 x 150 m) wurde als flacher Hügel mit einer Höhendifferenz von rund 15 m entlang der Hauptachse und absoluten Höhen zwischen 125 m NN am Gebietsauslass und bis zu 140 m NN am höchsten Punkt angelegt. Die durchschnittliche Hangneigung entlang des Längsgefälles beträgt 2-3 %; die Exposition ist Südost.

Karte des Hühnerwassereinzugsgebietes - klicken zum Vergrößern

Das Einzugsgebiet kann generell in vier Hauptteile gegliedert werden:

(1) der Oberhangbereich, der die größte Fläche einnimmt,
(2) der Hangfußbereich mit steilerer Neigung,
(3) das Teichbecken mit dem einzigen Gebietsauslass sowie
(4) der Quellbereich (ursprünglich als Bereich für den künstlichen Quellaustritt geplant).

Unterhalb ist das Einzugsgebiet an den noch zu restaurierenden Hühnerwasserbach angeschlossen.

Das Gelände wurde vollständig eingezäunt, um Zerstörungen und Vandalismus vor allem durch menschliche Besucher, aber auch durch Wild zu vermeiden. Die Bauarbeiten wurden im September 2005 beendet, so dass dieses Datum als "Punkt Null" der nun ablaufenden Entwicklungen definiert werden kann. Seit diesem Zeitpunkt wurde die Fläche einer ungelenkten und nicht beeinflussten Sukzession überlassen. Weder Meliorationsmaßnahmen wie Düngung oder Kalkung, noch künstliche Begrünungsmaßnahmen wurden angewendet. Erosionsprozesse und andere Oberflächenbildungen wurden ohne Einschränkungen zugelassen. Aus diesem Grund bietet das Gelände große Potentiale für ökologische Untersuchungen, da ausschließlich die initialen Substrateigenschaften sowie natürlich Einflüsse die weitere Entwicklung beeinflussen.