Aktivieren

In Ihren Lernszenarien sollten Sie Ihre Studierenden animieren, sich das Wissen zu erarbeiten und dieses in einem aktiven Prozess zu festigen. Hierfür können Sie in Ihrem Lehr-/Lern-Konzept Methoden und Werkzeuge zur Aktivierung Ihrer Studierenden berücksichtigen und einbinden. Hierzu zählen Lernaktivitäten, wie z. B. Fragen zu beantworten, interaktive Videos zu rezipieren, Aufgaben zu bearbeiten, in einer Gruppe zu arbeiten etc.

Inhalte durch Studierende erstellen lassen

Kontext:

Motivation kommt durch tun! Und insbesondere dem Lerntransfer wird nachgesagt, dass er sich erst einstellt, wenn man in der Lage ist, das Gelernte an andere weiterzugeben.

Problem:

Lernende bleiben meist Rezipienten. Nur selten werden sie in die Veranstaltungsgestaltung einbezogen oder können sich gar partizipativ beteiligen.

Lösung:

Abhängig von Ihrem Lehrkonzept können Ihre Studierenden aktiv werden:
Es wird an Hochschulen immer beliebter, dass Lernende eigenständig Inhalte für ihre Peers produzieren. Damit setzen sie sich intensiver mit einem ihnen zugetragenen Themenfeld auseinander und haben Freiräume, um im Studienalltag kreativ tätig zu werden. Alle Elemente, die zur Vermittlung geeignet sind (Videos, Podcasts, Präsentationen), eignen sich ebenfalls, durch ihre Teilnehmenden konzipiert und erstellt zu werden und ermöglichen somit gleichzeitig einen Transfer des Gelernten durch die intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten. Der Einsatz eine Projekt-Log /Tagebuchs kann zusätzlich die Reflexion des Gelernten unterstützen.

Zusätzlicher Vorteil ist der mögliche Einsatz für nachfolgende Studienjahrgänge, um Themen aus studentischer Perspektive darzustellen oder sogar die Verwendung in der Praxis.

Tipps für die Praxis

Wenn die Studierenden darüber hinaus Interaktivitäten entwickeln, setzen sie sich erneut mit den Inhalten auseinander und definieren für sich Schwerpunkte.

Doch Achtung: Vergessen Sie nicht, den Workload entsprechend zu berücksichtigen – sonst sinkt schnell die Motivation! Nehmen Sie die Erstellung der Materialien gern als Form des begleitenden/ kontinuierlichen Prüfens in Ihre Veranstaltung auf.

Nutzen Sie auch die Möglichkeiten des Peer-Feedbacks, sodass sich die Studierenden aktiv mit den Inhalten befassen und miteinander in den Austausch kommen können. Dies ermöglicht gleichzeitig, neue Perspektiven einzunehmen.

  • Video: "Desktop-Dokumentary - Dokumentation via World Wide Web"
  • Video: "DESKTOP-DOKUMENTARY - DOKUMENTATION  VIA WORLD WIDE WEB"

Beispiele aus der Praxis

Kollaboration ermöglichen

Kontext:

Kleine bis mittelgroße Lehrveranstaltungen sollen an verschiedenen Standorten und auch gänzlich ortsungebunden möglich sein. Als Gruppen sollen Inhalte erstellt, diskutiert, gesammelt oder zusammengestellt werden, so dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema, eine Anwendung von Wissen und eine gemeinsame Produktion entsteht.

Problem:

Der Überblick über Termine, Dateien und Versionen eines Dokuments kann schnell verloren gehen. Gruppenorganisation und Kommunikation sind online meist unübersichtlich und erschwert. Auch Teile eines Gruppenwerks zusammenzubringen, kann zu einem komplizierten Unterfangen werden.

Lösung:

Durch Werkzeuge zur Online-Zusammenarbeit, wie virtuelle White-Boards, Wikis, Chats und Konferenzsysteme kann die Gruppenorganisation unterstützt werden. Die gemeinsame Erarbeitung von Inhalten, wie Mindmaps, Hypertexte oder einzelne Dokumente und Grafiken, ist auf vereinfachte Weise zeitgleich oder zeitversetzt möglich.

Die Versionierung von Inhalten und eine gemeinsame Dateiablage helfen, den Überblick zu behalten, und die Kommunikationswerkzeuge machen Diskussionen nachvollziehbar und offen.

Lernprozesse reflektieren

Kontext:

Es ist unsere Aufgabe, Studierende für den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten. Sogenannte Future Skills, die u. a. Selbstorganisation, kritisches Denken und Problemlösekompetenzen einschließen, sind dafür unerlässlich.

Problem:

Studierende werden an der Hochschule mit sich widersprechenden, wissenschaftlichen akademischen Denkstilen und Handlungsmustern konfrontiert. Mit dem Studium sollen verschiedene gesellschaftliche und individuelle Ziele erreicht werden, was bei manchen Studierenden zu Desorientierung und einem nur wenig ausgeprägten wissenschaftlichen, kritischen Denken und Reflektieren führt.

Lösung:

Lassen Sie Ihre Studierenden, deren Lernprozess reflektieren, beispielsweise in Form eines Lerntagebuchs oder wiederkehrender Reflexionsfragen – dies unterstützt bei der Selbsterforschung. Eigene Anforderungen, Haltungen und Überzeugungen werden reflektiert und kritisch betrachtet.

Materialien interaktiv gestalten

Kontext:

Im Zeitalter der Digitalisierung gibt es vielfältige Möglichkeiten Inhalte und Wissen zu präsentieren.

Problem:

Die Studierenden bleiben meist passive Konsumenten.

Lösung:

Materialien können interaktiv bzw. als „Mitmach-Angebote“ gestaltet werden. So werden die Lernenden dazu angeregt, sich aktiv mit den Inhalten auseinander zu setzen.

Reaktionen sammeln mit Audience-Response-Systemen (ARS)

Kontext:

Der Fokus auf Lernendenzentrierung impliziert, in Vorlesungen und Seminaren (virtuell & in Präsenz) Teilnehmende aktiv zu integrieren, auch bei größeren Teilnehmendenzahlen.

Problem:

Die Konzentration und Aktivität von Studierenden lässt bei längeren, frontalen Vorträgen oft nach, da die Teilnehmenden wenig beteiligt sind.

Lösung:

Durch Voting-Systeme wird eine Aktivierung und Partizipation der Lernenden erreicht. Durch den Einsatz eines Audience.Response-Systems (ARS) können die Teilnehmenden aktiv in die Veranstaltung einbezogen werden. Dabei stellt der/die Lehrende Fragen und die Anwesenden antworten gleichzeitig und meist anonym mit Hilfe von elektronischen Geräten (z.B. Notebook, Smartphone).

Spielerische Elemente einbinden

Kontext:

Lernende stehen in neuesten Lernmodellen im Fokus der Betrachtung. Aktivierung und Motivationssteigerung der Lernenden ist daher ein zentraler Teil moderner Bildung.

Problem:

Studierenden fehlt oft die Motivation, sich zeitintensiv und umfassend mit dem Studienmaterial zu befassen.

Lösung:

Der Einsatz spielerischer Elemente in den Lernprozess stellt eine dezente Art der Partizipation Lernender dar, durch welche die Motivation durch Abwechslung, Spannung und Abgrenzung gesteigert wird. Zudem wird die kognitive und zeitliche Intensität der Beschäftigung mit den Lerninhalten erhöht.

Spielerische Elemente können Auszeichnungen, Bewertungen, Rangfolgen, Anreize/Geschenke, Level/Ebenen, Aufgaben/Aufträge und Wettkämpfe/Herausforderungen sein.

Tipps für die Praxis

Sie fragen sich, welche Gamification-Mechanismen für Ihr Lehrszenario die richtigen sein könnten?  Entdecken Sie einzelne Elemente und deren mögliche Funktionen im Lernprozess.

Beispiel aus der Praxis

  • Video: "NULL BOCK? - LEHRE SPIELERISCHER GESTALTEN"