13076 - Prävention von Rechtsextremismus Modulübersicht

Modulnummer: 13076
Modultitel:Prävention von Rechtsextremismus
  Prevention-Work on Right Wing Extremism
Einrichtung: Fakultät 4 - Humanwissenschaften
Verantwortlich:
  • Dr. phil. Stützel, Kevin
Lehr- und Prüfungssprache:Deutsch
Dauer:1 Semester
Angebotsturnus: jedes Sommersemester
Leistungspunkte: 8
Lernziele:

Professionelles Selbstverständnis:
Die Studierenden können die Lebens- und Problemlagen von Zielgruppen der Sozialen Arbeit in der wechselseitigen Bedingtheit von individueller Anpassung und gesellschaftlicher Kontextualisierung verstehen. Sie kennen das dafür relevante Erklärungs- und Handlungswissen und sind in der Lage, Fachkonzepte und Arbeitsweisen (Methoden und Prinzipien) der Sozialen Arbeit anzuwenden und daraufhin zu überprüfen, ob sie den Erfordernissen des Handlungsfeldes oder der Zielgruppe gerecht werden.

Prävention von Rechtsextremismus:
Nach Abschluss des Moduls sind die Studierenden in der Lage, ein reflektiertes professionelles Selbstverständnis im Umgang mit Verschwörungserzählungen, extrem rechten Ideologien und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Kontext der Sozialen Arbeit zu entwickeln. Sie erkennen und analysieren aktuelle Erscheinungsformen extrem rechter Einflussnahmeversuche, insbesondere im regionalen Kontext der Lausitz, und ordnen diese in gesellschaftliche Macht- und Konfliktverhältnisse ein. Zentrale Begriffe und Konzepte wie Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, völkischer Autoritarismus sowie das empirische Konzept der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit unterscheiden sie fachlich korrekt und wenden diese begründet an. Darüber hinaus sind sie in der Lage, interdisziplinäre Ursachentheorien aus sozialpsychologischen, politischen und gesellschaftstheoretischen Perspektiven darzustellen und in Bezug auf pädagogische und sozialarbeiterische Fragestellungen kritisch zu diskutieren. Sie analysieren Entstehensbedingungen, Inhalte, Funktionen sowie sozialpsychologische und gesellschaftliche Ursachen von Verschwörungserzählungen und ordnen diese in den aktuellen wissenschaftlichen Fachdiskurs ein. Antisemitische, rassistische und andere menschenfeindliche Argumentationsmuster in Verschwörungserzählungen erkennen sie, reflektieren deren historische Kontinuitäten und gegenwärtige Erscheinungsformen und analysieren Überschneidungen zwischen Antisemitismus, Rassismus und Verschwörungsideologien. Die Studierenden wenden Verfahren der Kritischen Medienanalyse an, identifizieren und bewerten Desinformation, verschwörungsideologische Narrative sowie entsprechende mediale Strategien. Auf dieser Grundlage entwickeln und reflektieren sie Handlungskompetenzen für den professionellen Umgang mit Personen, die mit rechten Verschwörungsmythen in Kontakt stehen. Sie setzen grundlegende Gesprächs- und Interventionstechniken zielgerichtet ein, um Irritationen, Infragestellungen und weiterführende Lernprozesse anzuregen.

Praxisvorbereitung:
Die Studierenden kennen die professionellen Anforderungen an ein Praktikum sowie die persönlichen und fachlichen Maßstäbe für eine geeignete Praxisstelle und ein erfolgreiches Praktikum.

Inhalte:
  • Überblick über berufsethische Richtlinien und ethische Reflexionskategorien
  • Anregung von Selbstreflexionsprozessen als zentralem Bestandteil von Professionskompetenz (Können, Wissen, berufliche Haltung)
  • Begriffe, Konzepte und Abgrenzungen: Verschwörungserzählungen, Desinformation, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, völkischer Autoritarismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)
  • Gesellschaftliche, politische und sozialpsychologische Entstehungsbedingungen und Funktionen von Verschwörungserzählungen
  • Historische Entwicklung von Verschwörungserzählungen und ihre Anschlussfähigkeit an autoritäre, antisemitische und rassistische Ideologien
  • Antisemitismus und Rassismus in Verschwörungserzählungen: Argumentationsmuster, Codes, Narrative und aktuelle Erscheinungsformen
  • Überschneidungen von Verschwörungserzählungen mit extrem rechten Strategien und Milieus (inkl. regionaler Bezüge, z. B. Lausitz)
  • Interdisziplinäre Erklärungsansätze (sozialpsychologisch, soziologisch, politikwissenschaftlich, medienwissenschaftlich) und ihre Relevanz für die Soziale Arbeit
  • Kritische Medienanalyse: Funktionsweisen von Desinformation, digitale Öffentlichkeiten, soziale Medien und alternative Medienökosysteme
  • Erkennen und Einordnen von Fake News, Verschwörungsnarrativen und rechtsextremen Deutungsangeboten
  • Rolle und Verantwortung Sozialer Arbeit im Umgang mit Verschwörungserzählungen und menschenfeindlichen Weltbildern
  • Gesprächsführung und Interventionsansätze im professionellen Kontext der Sozialen Arbeit (z. B. Irritation, Perspektivöffnung, Grenzziehung)
  • Reflexion eigener Haltungen, Unsicherheiten und professioneller Dilemmata im Umgang mit Verschwörungsglauben
  • Erprobung und Diskussion ausgewählter Methoden, Materialien und Fallbeispiele für Bildungs-, Beratungs- und Präventionskontexte
  • Einblick in unterschiedliche Reflexionsinstrumente (z. B. Evaluation, kollegiale Beratung, Dokumentation)
  • Praktikumsvorbereitung
Empfohlene Voraussetzungen:

Bereitschaft zur selbstreflexiven Auseinandersetzung.

Zwingende Voraussetzungen:keine
Lehrformen und Arbeitsumfang:
  • Vorlesung / 2 SWS
  • Seminar / 4 SWS
  • Selbststudium / 150 Stunden
Unterrichtsmaterialien und Literaturhinweise:
  • Köttig, Michaela/ Röh, Dieter (2019) (Hrsg.): Soziale Arbeit in der Demokratie – Demokratieförderung in der Sozialen Arbeit. Theoretische Analysen, gesellschaftliche Herausforderungen und Reflexionen zur Demokratieförderung und Partizipation. Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich
  • Nocun, Katharina/ Lamberty, Pia (2020): Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen. Quadriga-Verlag
  • Obermüller, C., Radvan, H., & Schiffner, J. (2023). „Es wäre gut, wenn Putin hier mal auskehren könnte” - Analysen zu Mobilisierungen (extrem) rechter Akteure in Cottbus in Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine
  • MIKOWA (2022): Arbeitspapiere,
Modulprüfung:Voraussetzung + Modulabschlussprüfung (MAP)
Prüfungsleistung/en für Modulprüfung:

Voraussetzung:

  • Arbeitsfeldanalyse 6-8 Seiten

Modulabschlussprüfung:

  • schriftliche Reflexion, 1-2 Seiten über
    • Social-Media-Beitrag: Konzeption und Gestaltung eines fachlich fundierten Social-Media-Beitrags (z. B. Instagram, TikTok) oder eines kurzen Erklärfilms (max. 2 Minuten) zu einem seminarrelevanten Thema (z. B. Verschwörungserzählungen, Antisemitismus, Desinformation, extrem rechte Narrative)
    • (Weiter-)Entwicklung einer Methode der politischen Bildung: Entwicklung und schriftliche Ausarbeitung einer pädagogischen Methode (z. B. für Workshops, schulische oder außerschulische Bildungsarbeit), die sich mit Verschwörungserzählungen, Desinformation, Antisemitismus, Rassismus oder extrem rechten Deutungsangeboten auseinandersetzt, 3-10 Seite 
Bewertung der Modulprüfung:Prüfungsleistung - benotet
Teilnehmerbeschränkung:keine
Zuordnung zu Studiengängen:
  • Bachelor (anwendungsbezogen) / Soziale Arbeit / PO 2020 - 1. SÄ 2021
  • Bachelor (anwendungsbezogen) - Doppelabschluss / Soziale Arbeit / PO 2020 - 1. SÄ 2021
Bemerkungen:

keine

Veranstaltungen zum Modul:
  • Vorlesung: Praxisvorbereitung - 1 SWS
  • Vorlesung: Professionelles Selbstverständnis, berufliche Praxis und Ethik - 1 SWS
  • Seminar: Prävention von Rechtsextremismus - 2 SWS
  • Seminar: Handlungsfeld - 2 SWS         (Wird aus dem aktuellen Angebot belegt / die Belegung wird über die Kurswahl in Moodle vorgenommen.)



Veranstaltungen im aktuellen Semester: