Interuniversitäre Online-Ringvorlesung „Transformationskonflikte. Wissenschaftliche und anwendungsorientierte Perspektiven auf Strukturwandel und Transformation“, Wintersemester 2026/27

Organisatorisches

Die Ringvorlesung findet vom 13. Oktober 2026 bis zum 26. Januar 2027, jeweils dienstags, von 16:30 bis 18:00 Uhr im Online-Hörsaal (Webex) der BTU Cottbus-Senftenberg statt.

Die Teilnahme erfolgt online (Webex) über den folgenden Link:
https://b-tu.webex.com/b-tu/j.php?MTID=mcee83f33767ea22920a6ad5bc22ad0fd

Moodle-Kurs für Master-Studierende der Stadt- und Regionalplanung der BTU: 
https://www.b-tu.de/elearning/btu/course/view.php?id=15371

Die Ringvorlesung und die Präsentationen der einzelnen Vorträge stehen allen Interessierten offen, eine Aufzeichnung der Vorlesungen ist nicht vorgesehen.

Die einzelnen Termine werden von jeweils wechselnden Referent*innen mit einem Vortrag von 45 bis 60 Minuten sowie einer anschließenden gemeinsamen Diskussion gestaltet. Die Moderation der Vorlesungen erfolgt im Wechsel durch Vertreter*innen der beteiligten Einrichtungen.

Die Ringvorlesung ist verschiedenen Modulen in den Studiengängen der beteiligten Hochschulen zugeordnet, nach denen sich auch die von den Studierenden zu erbringende Prüfungsleistung richtet.

Programm der Ringvorlesung

Nr.TerminThemaReferent*inModeration
113.10.2026Gemeinsame Einführung in die Vorlesung  
220.10.2026Strukturwandel zwischen Transformationskonflikten und transformativer PraxisProf. Dr. Jonathan Everts, Pia Kahlfuß, Felix Schiedlowski (HALIS und JTC, MLU Halle-Wittenberg)MLU
327.10.2026Neue Stadtquartiere als Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation? – Konflikte um Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung bei großen StadterweiterungsprojektenProf. Dr. Markus Leibenath, Svenja Bochinski 
(Universität Kassel)
BTU
403.11.2026Wasser unter Druck: Klimaanpassung als KonfliktfeldDr. Hannah Kosow, ZIRIUS Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität StuttgartRWTH
510.11.2026Testimonial Lab: Zeugenschaft als Modus der Kommunikation in gesellschaftlichen KonfliktenProf. Dr. Hans-Jörg Sigwart, PD Michel Dormal, RWTH Aachen UniversityRWTH
617.11.2026Radfahr-Sorge(n): Konflikte in der Mobilitätstransforma­tion am StadtrandProf. Dr. Anke Strüver (Universität Graz)JMU
724.11.2026Konflikte um die sozial-ökologische Wende in der WohnraumversorgungDr. Valentin Domann (Humboldt-Universität zu Berlin)JMU
801.12.2026Umweltgerechtigkeit und Konflikte um NachhaltigkeitProf. Dr. Silja Klepp (Universität Kiel)JMU
908.12.2026Un-/Sichtbarkeit, Liminalität, Situiertheit: Heuristiken für eine praxistheoretische Analyse regionaler TransformationsprozesseHermine Bähr, Dr. Jan Winkler, Cheyenne Wolf (JTC, MLU Halle-Wittenberg)MLU
1015.12.2026Bildung und Teilhabe im StrukturwandelDr. Martin Kriemann, Dr. Stephanie Freide, Eleonore Freier (JTC, MLU Halle-Wittenberg)MLU
Weihnachtsferien
1112.01.2027Wohnen vs. Flächenwende? Transformationskonflikte in Stadt und LandDr. Angelika Münter 
(ILS Dortmund)
BTU
1219.01.2027Neue Technologien für das Monitoring von Konflikten und Potenzialen in multifunktionalen Landschaften der Zukunft Dr. Carsten Neumann
(BBSR, KRE1)
BBSR
1326.01.2027Fuck-Up Stories: Geschichten vom Scheitern als Impuls für eine Fehler-Lern-Kultur im Strukturwandel Dr. Tobias Werner 
(BBSR, KRE2)
BBSR

Kurzbeschreibung

Die sozial-ökologische Transformation hin zu einer postfossilen Gesellschaft erfährt in den letzten Jahren an vielen Orten zunehmende Widerstände. Erstens lassen geopolitische Verwerfungen, wie die Kriege in der Ukraine oder im Iran, die Bemühungen um Klimaschutz und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in den Hintergrund treten. Zweitens zeigen sich soziale und räumliche Ungleichheiten bei der Realisierung der Energie-, Wärme- oder Verkehrswende, von der Menschen unterschiedlich profitieren oder betroffen sind. Drittens ist eine Stärkung von politischen Positionen zu beobachten, die sozial-ökologische Transformationen ablehnen oder gar die Notwendigkeit von Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit grundsätzlich in Frage stellen. Sozial-ökologische Transformationen sind keine Selbstläufer, sondern in ihren politischen Aushandlungen, Widersprüchen, Konflikten, räumlichen wie zeitlichen Unterschieden genauer zu bestimmen. Die Ringvorlesung nähert sich dem Thema von Transformationskonflikten anhand der folgenden Fragen:

  1. Was sind aktuelle Konfliktlinien bei Auseinandersetzungen um sozial-ökologische Transformationen? Welche Sektoren, Technologien sowie räumlichen Kontexte werden besonders kontrovers diskutiert? Welche grundsätzlichen politischen Positionen werden in Transformationskonflikten vermittelt?
  2. Wie zeigen sich Konflikte um sozial-ökologische Transformationen in der räumlichen Planung und der Raumentwicklung? Wie konfliktreich erfolgt die Transformation in Stadt, Land sowie Strukturwandelregionen im In- und Ausland? Welche unterschiedlichen Vorstellungen der Stadt- und Regionalentwicklung werden dabei verhandelt?
  3. Wie kann ein produktiver Umgang mit Transformationskonflikten gestaltet werden? Welche Möglichkeiten gibt es, Konflikte zu entschärfen sowie zu ihrer Lösung beizutragen? Wie kann die Akzeptanz für sozial-ökologische Transformationen erhöht werden? Wie kann dabei beispielsweise Fake-News und Wissenschaftsfeindlichkeit begegnet werden?

Die Ringvorlesung versteht Transformationskonflikte als eine Herausforderung sowohl für die Wissenschaft als auch für Politik und Planung in Städten und Regionen. Ausgangspunkt sind die drei deutschen Braunkohleregionen, deren Erfahrungen jedoch auch für andere Räume Anregungen liefern können – sowohl für die transformative Wissenschaft wie auch für konkrete Transformationen vor Ort. Hierzu tragen Referent*innen aus verschiedenen Regionen, Wissenschaftsdisziplinen und der Praxis tragen vor. Die Ringvorlesung dient der Vernetzung nicht nur zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den Regionen sowie der Ressortforschung des Bundes, sondern auch dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Die Ringvorlesung wird organisiert von Prof. Dr. Agnes Förster (RWTH Aachen), Oliver Pohl (RWTH Aachen); Prof. Dr. Ludger Gailing (BTU Cottbus-Senftenberg, ZeStuR);  Prof. Dr. Jonathan Everts (MLU Halle-Wittenberg, HALIS/JTC), Felix Schiedlowski (MLU Halle-Wittenberg, HALIS/JTC), Pia Kahlfuß (MLU Halle-Wittenberg, HALIS/JTC); Dr. Helena Cermeño Mediavilla (BBSR Cottbus), Jonas Lichterfeld (BBSR Cottbus); Prof. Dr. Matthias Naumann (Julius-Maximilians-Universität Würzburg); Zentrum für Strukturwandel und Regionalentwicklung (ZeStuR).